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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1009 vom 26.03.1999, Kategorie Kolumne

Staatsliga A 1998/99 – Leistungsbilanz

Da Merkur Versicherungen Graz, das heuer recht locker seine zehnte Meisterschale einheimste, im österreichischen Vereinsschach seit dem bedauerlichen Rücktritt von Margareten-Winterthur praktisch ohne Konkurrenz ist, reduzierte sich das Interesse von Anfang an darauf, wer Zweiter wird , dies schaffte überraschend Hietzing, und, welche Klubs den Weg in die Staatsliga B antreten müssen. Es sind dies die beiden Tiroler Klubs Absam und Kufstein. Schade!

Bestenliste

Als eifrigster Punktesammler erwies sich hier der für Hietzing Wien spielende deutsche IM Stefan Löffler, der in 9 Partien auf 8 Punkte kam, gefolgt von den Merkurianern IM Niki Stanec, GM Henrik Teske & FM Horst Watzka.

Da diese Wertung jedoch die Spielstärke der Gegner nicht berücksichtigt, gewissermaßen Äpfel mit Birnen verglichen werden, haben wir für Sie nachstehend auch eine Bretterwertung erstellt. Um in die Wertung zu kommen waren analog zu den Bestimmungen bei der Schacholympiade zumindest 60% der möglichen Einsätze, das sind hier 7 Partien, erforderlich.

Wird ein Spieler auf mehreren Brettern eingesetzt wird der gerundete Bretterdurchschnitt herangezogen.

 Rg. Titel Name Elo Mannschaft Pkte Sp. Br. %
1 IM S. Loeffler 2385 Hietzing 8 9 5 88,9
2 IM N. Stanec 2476 Merkur Graz 9 11 5 81,8
3 GM H. Teske 2500 Merkur Graz 10 4 75,0
4 FM H. Watzka 2365 Merkur Graz 10 6 75,0
5 FM R. Topakian 2335 Hohenems 8 11 3 72,7
6 FM G. Gärtner 2326 Hohenems 11 6 68,2
7 GM A. Tschernin 2604 Merkur 6 9 1 66,7
8 FM P. Roth 2252 Austria Graz 10 5 65,0
9 IM F. Hölzl 2410 Die Klagenfurter 7 11 2 63,6
  ÖM H. Schneider-Zinner 2318 Ottakring 7 11 5 63,6
  FM M. Neulinger 2260 Wr. Neustadt 7 11 5 63,6

Brett 1

Rg. Titel Name Elo Mannschaft Pkte Sp. %
1 GM A. Tschernin 2604 Merkur 6 9 66,7
2 GM P. Blatny 2468 Hietzing 11 59,1
3 GM J. Hickl 2575 Hohenems 8 56,3

Brett 2

Rg. Titel Name Elo Mannschaft Pkte Sp. %
1 IM F. Hölzl 2410 Die Klagenfurter 7 11 63,6
2 GM E. Schmittdiel 2483 Absam 5 9 55,6
3 IM V. Atlas 2457 Hohenems 5 11 45,5
  GM P. Popovic 2482 Hietzing 5 11 45,5

Brett 3

Rg. Titel Name Elo Mannschaft Pkte Sp. %
1 FM R. Topakian 2335 Hohenems 8 11 72,7
2 FM H. Penz 2390 Hietzing 6 11 54,5
3 IM A. Duer 2375 SK Absam 11 50,0
  IM M. Schwarz 2373 Softline Gleisdorf 11 50,0
  ÖM E. Steflitsch 2303 Die Klagenfurter 11 50,0

Brett 4

Rg. Titel Name Elo Mannschaft Pkte Sp. %
1 GM H. Teske 2500 Merkur Graz 10 75,0
2 FM M. Bawart 2333 Hietzing 6 11 54,5
3 IM G. Schroll 2371 Wr. Neustadt 6 11 54,5

Brett 5

Rg. Titel Name Elo Mannschaft Pkte Sp. %
1 IM S. Loeffler 2385 Hietzing 8 9 88,9
2 IM N. Stanec 2476 Merkur Graz 9 11 81,8
3 FM P. Roth 2252 Austria Graz 10 65,0

Brett 6

Rg. Titel Name Elo Mannschaft Pkte Sp. %
1 FM H. Watzka 2365 Merkur Graz 10 75,0
2 FM G. Gaertner 2326 Hohenems 11 68,2
3 MK H. Ganaus 2279 Loosdorf 6 9 66,7

Stefan Löffler: Mister 88,9%

Der deutsche IM wurde zwar noch vom französichen Super-GM Joël Lautier, der aus 3 Partien ebensoviele Punkte holte übertroffen, doch kam dieser, wie vorstehend dargelegt, nicht in die Wertung.

Nachstehend eine typische Löffler-Partie ...

Weiß: IM S. Löffler (2385)

Schwarz: IM A. Felsberger (2395)

Englisch [A30]

Anm. I. Balinov

1. Sf3 c5 2. g3 b6 3. Lg2 Lb7 4. 0–0 Sf6 5. c4 e6 6. Sc3 a6 7. Te1 d6 8. e4 Sbd7 9. d4 cxd4 10. Sxd4 Dc7. Verfehlt wäre 10. ... Tc8? wegen 11. e5! dxe5 12. Sxe6 fxe6 13. Lxb7 Txc4 14. Lxa6, mit deutlichem weißen Übergewicht.

11. Sd5 exd5 12. exd5+ Kd8. Nicht bewährt hat sich die Rückgabe des geopferten Materials mittels 12. ... Se5?! 13. f4 0–0–0 14. fxe5 dxe5 15. Sf5 Lc5+ 16. Le3 g6 17. Lxc5 Dxc5+ 18. Se3 h5 19. Dd2 h4 20. b4 Dd4 21. Tad1 hxg3 22. hxg3 Dxd2 23. Txd2, Yermolinsky-Shabalov USA 1994.

Auf das passive 12. ... Le7? erlangt Weiß mit 13. Sf5 Se5 (13. ... Sg8? führt Schwarz nach 14. Lf4 Kf8 15. Txe7 Sxe7 16. Lxd6 vom Regen in die Traufe.) 14. Sxe7 Dxe7 15. f4 deutliches Übergewicht.

13. Lf4. Zweischneidig ist 13. Sc6+ Lxc6 14. dxc6 Sc5 15. b4 Se6 16. c5 bxc5 (Oder 16. ... Le7 17. cxb6 Dxb6 18. Le3 Dxb4 19. Tb1 Dc4 20. c7+ Kd7 21. Tc1 Dxc1 22. Da4+ 1–0, Wojtkiewicz-Kalesis, Komotini 1993) 17. bxc5 Kc8 18. Tb1 Tb8 19. Tb7 Txb7 20. cxb7+ Kb8 und nun:

A) 21. c6!? d5!? (Ungenügend ist 21. ... Sc5? wegen 22. Lf4! Se6 23. Txe6! fxe6 24. Da4 Db6 25. Le3 Db5 26. Dxb5 axb5 27. La7+! Kxa7 28. c7 und Weiß gewinnt.) 22. Txe6!! fxe6 23. Da4 Sd7! (23. ... a5 24. Db5 Sd7 25. Le3! Sc5 26. Lxc5 Lxc5 27. Dxc5, mit der Idee Lf1 nebst Db5-a6, und Weiß gewinnt.) 24. Lf4! e5 25. cxd7 Lc5 (Ebenso verliert 25. ... exf4 26. Dxa6) 26. Lg5 La7 (26. ... Lb6 gestattet es dem Anziehenden in ein - trotz der ungleichfarbigen Läufer - für ihn vorteilhaftes Endspiel abzuwickeln. Man sehe: 27. Lxd5! Dc5 28. Le3 Da5! 29. Dc4! Lc7 30. Lg5! Db5 31. d8D+ Txd8 32. Lxd8 Dxc4 33. Lxc4 Lxd8 34. Lxa6) und weiter:

A1) 27. h4 h6 28. d8D+ Txd8 29. Lxd8 Dxd8 30. Dxa6 Dd7 (Weniger genau ist 30. ... Df8?! 31. Dc6 Dxf2+ 32. Kh2 Dg1+ 33. Kh3 Dc5 34. Dxd5 Dxd5 35. Lxd5 und Weiß hat gute Gewinnchancen.) 31. Dd3 Ld4 32. Db3 Dxb7 33. Lxd5 und es ist zweifelhaft, ob Weiß angesichts der ungleichfarbigen Läufer seinen Mehrbauern verwerten kann.

A2) 27. Lxd5 27. ... Dc5 28. Le3 Dxd5 29. Dxa6 Dxb7 30. Dd6+ Dc7 31. Lxa7+ Kb7 und nun nicht und nun hätte Weiß in der Partie Poluljahow-Beschukow, Anapa 1991, mit 32. Lc5 (In der Partie geschah jedoch schwächer 32. Dxc7+?, worauf Schwarz nach 32. ... Kxc7 33. Lc5 Ta8 34. a3 Kxd7 35. Kg2 Kc6 36. Lb4 Kd5 37. Kf3 Kd4 38. Kg2 e4 39. Ld2 Txa3 40. Lf4 Tf3 41. Lc7 Kd3 42. Lb6 Ke2 43. h4 g6 44. Lc5 h6 45. Lb6 g5 46. hxg5 hxg5 47. g4 Tf4 48. Kg3 Kf1 die Oberhand behielt.) 32. ... Td8 33. Dd5+ Dc6 34. Dxe5 und etwa gleichen Chancen fortfahren sollen.

Für weniger risikofreundliche Spieler war hingegen:

B) 21. Da4 Dxc5 22. Dxa6 Da7 23. Dc4 Dc5, mit völlig gleichem Spiel, Cvitan-Foisor Biel (op) 1990, geboten.

DIA9912.GIF (5542 Byte)

13. ... h6. Hier verläßt Felsberger die Spuren der PartieWells-Bischoff, Bad Wörishofen Open 1989, in der der deutsche GM mit 13. ... Se5 14. Lxe5 dxe5 15. d6 Dd7 16. Lxb7 Dxb7 17. Txe5 Tc8 18. Sf5 Tc5 19. Txc5 bxc5 20. Dd2 Se4 21. Df4 g6 klaren Vorteil erlangte. Es wäre interessant, zu wissen, was der Anziehende auf 13. ... Se5, falls ihm diese Partie bekannt war, in petto gehabt hätte?

14. Sc6+ Lxc6 15. dxc6 Sc5 16. b4 Se6 17. Le5 Le7. Zu unklaren Verwicklungen führte 17. ... Kc8 18. Lxf6 gxf6 19. a4 f5 (Zu erwägen war auch 19. ... Ta7 ) 20. a5 Lg7 21. axb6 Dxb6 22. Ta4.

18. c5 bxc5 19. bxc5 Sxc5 20. Tb1 Tb8 21. Dd2 Txb1. Noch am besten. Nach anderen Zügen ist Schwarz in der Breduille, z.B:

A) 21. ... Tb5 22. Txb5 axb5 23. Tb1 Sfe4 24. Lxe4 Sxe4 25. Dd5 Lf6 (Nicht besser ist 25. ... Db6 26. Dxe4) 26. Dxe4 Lxe5 27. Txb5 Te8 28. Tb7 Dc8 29. Db4, bzw.

B) 21. ... Te8 22. Lc3 Txb1 23. Txb1 Sfe4 24. La5 Kc8 25. Lxe4 Sxe4 26. Dd5, jeweils mit Gewinn für Weiß..

22. Txb1 Ke8. Oder 22. ... Te8 23. Ld4 Sfe4 24. Lxe4 Sxe4 25. Tb8+ Dxb8 26. Da5+ Dc7 27. Lb6 mit entscheidendem Vorteil für Weiß.

23. Ld4 Se6. 23. ... Sfe4 scheiterte an 24. De2 d5 25. Lxe4 Sxe4 26. Dxa6. Etwas besser, doch höchstwahrscheinlich ebenfalls unzureichend war 23. ... d5 24. Lxc5 Lxc5 25. Lxd5 Lb6 26. Lf3 La5 27. De3+ Kf8 28. Dc5+ Kg8 29. Tb7 Dd8 30. c7 Lxc7 31. Dxc7 Dxc7 32. Txc7.

24. Tb7 Dc8 25. Lxf6 gxf6 26. Db4 Sd8 27. Ta7 Kf8. Auf 27. ... Sxc6 setzt sich der Anziehende mit 28. Da4 Kf8 29. Lxc6 De6 30. Dd1 Tg8 31. Ld5 Df5 32. Db3 Dh5 33. Txa6 Kg7 34. Ta7 Te8 35. Lc6 Tc8 36. Db7 entscheidend in Vorteil.

28. c7 und Schwarz streckte wegen 28. ... Kg7 29. Db8 Se6 30. Ta8 Dxb8 31. cxb8D Txb8 32. Txb8, und Weiß hat entscheidenden Materialvorteil, die Waffen.

ÖM Lothar Karrer