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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1061 vom 25.06.1999, Kategorie Kolumne

Beljawski führt in Portoroz

GM Stohl - GM Pavasovic (16708 Byte)  

Dank zweier Siege gegen seinen bis dahin schärfsten Verfolger Zdenko Kozul, Kroatien (5) im doppelrundig ausgetragenen 13. Dr. Milan-Vidmar-Gedenkturnier lag nach 8 Runden der frühere ukrainische, und nunmehr die Fahnen Sloweniens vertretende, Super-GM Alexander Beljawski mit 6 Punkten aus 8 Partien in Führung.

Weiters: 3./4. GM W. Zwjaginsew (RUS), GM I. Stohl (SVK) je 4; 5. GM A. Lewon (ARM) 3½ und 6. GM D. Pavasovic (SLO) 1½ Punkte.

Den Endstand können Sie beim Slowenischen Schachverband unter der Adresse http://www.sah-zveza.si/mv13 bzw. in der Wiener Zeitung abfragen.

GM Stohl - GM Pavasovic

Weiß: GM Dr. I. Stohl (SVK/2561)

Schwarz: GM D. Pavasovic (CRO/2502)

Slawisches Damengambit [D43]

Anm. I. Balinov

1. c4 e6 2. Sf3 d5 3. d4 c6 4. Sc3 Sf6 5. Lg5 h6. 5. ... dxc4 6. e4 b5 führt zur Botvinnik-Variante. 6. Lh4 dxc4 7. e4 g5 8. Lg3 b5 9. Le2. Versucht wurde auch 9. h4 und nun:

A) 9. ... g4 10. Se5 Lb4! (10. ... h5) 11. f3 Sh5 12. Lf2 Da5 13. Dd2 (13. Dc2!?) 13. ... g3 14. Le3 f6 15. Sg4 (15. Sg6 Tg8 16. Sf4 Sxf4 17. Lxf4 Sd7 Mit der Absicht, Lb7 und 0–0–0 nachfolgen zu lassen.) 15. ... f5! 16. Se5 f4 17. Lg1 Lb7 18. Tc1 Tg8 19. a3 Ld6 20. Sg4 Sd7 mit geringfügig besserem Spiel für Schwarz, I. Sokolov-Thorhallsson, Reykjavik1998, sowie

B) 9. ... b4 10. Sa4! (Zu unklarem Spiel führte 10. hxg5!? bxc3 11. gxf6 cxb2 12. Tb1 Da5+ 13. Ke2) mit der Folge:

B1) 10. ... Sxe4 11. Le5! Tg8 (Das schwächere 11. ... f6?! gibt Weiß nach 12. Lxb8 Txb8 13. hxg5 überlegenes Spiel.) 12. hxg5 hxg5 13. Lxc4 mit geringfügig besserem Spiel für Schwarz.

B2) 10. ... g4 11. Se5 Sxe4 12. Dxg4 (12. Lf4!? beantwortet Schwarz mit 12. ... b3!) 12. ... Sxg3 (12. ... Dxd4?? verbietet sich selbstredend wegen 13. Td1 nebst Damenverlust.) 13. fxg3 Sd7! (Auf 13. ... Da5 folgt sehr stark 14. Lxc4! und nun verbietet sich 14. ... Dxa4 wegen 15. Dh5 Th7 16. 0–0 usw.).

Besser ist jedoch 14. Lxc4! Sxe5 (Schwach ist 14. ... Sf6 wegen 15. Df3 mit klarem Vorteil für Weiß.) 15. dxe5 Da5 16. 0–0!, und nun verbot sich 16. ... Dxa4? wegen 17. Dh5! (Nicht aber 17. Df3? Th7 18. b3 Da5 19. Dxc6+ Ke7 20. Dd6+ (Schwach war hingegen 20. Dxa8? wegen 20. ... Db6+ 21. Kh2 Lb7 und Schwarz gewinnt. ) mit Ausgleich, denn 17. ... Th7 18. Txf7 Txf7 19. Tf1 und Weiß gewinnt. Zu erwägen war jedoch 16. ... Dxe5 17. Tae1 mit weißer Initiative für den geopferten Bauern.

Nicht zu empfehlen ist hingegen 14. Sxd7?! Lxd7 (Schwächer ist 14. ... Dxd7?! 15. Lxc4) 15. Lxc4 Da5 16. b3 (Auf 16. Lb3?! folgt 16. ... c5! mit Ausgleich!) 16. ... h5? (Besser ist 16. ... 0–0–0 nebst Le8 oder 16. ... Df5!?) 17. Df4! Lh6 18. Df6, und nun erlangt Weiß sowohl nach 17. ... 0–0–0 18. 0–0! (Unklar wäre 18. Dxf7?! Ld6 als auch nach 18. Sc5?! e5!) 18. ... Th7 (Oder 18. ... Le8 19. Lxe6+! fxe6 20. Df6) 19. Sc5! Lxc5 20. dxc5 Dxc5+ 21. Kh2 jeweils das etwas bessere Spiel. Interessant war 17. ... Df5 Sc5!! e5 (Günstiger für Weiß ist 18. ... Lxc5 19. dxc5 Dxc5 20. 0–0–0, oder 18. ... Dxf4 19. gxf4) 19. Dxf5 Lxf5 20. 0–0 Lg6 (20. ... Lxc5? verbietet sich wegen 21. Lxf7+!!) und nun erreicht Weiß nichts mit 21. Sa6?! 0–0–0! 22. dxe5 (Vorteilhaft für Schwarz wäre hingegen 22. Lxf7?! Ld3! 23. Le6+ Kb7 24. Sc5+ Lxc5 25. Tf7+ Kb6 26. dxc5+ Kxc5) 22. ... Kb7, oder 21. Tae1?! 0–0–0 22. Lxf7 (Falls 22. Txe5 so 22. ... Lg7! 23. Tg5 Lh6 24. Te5 Lg7 und Schwarz hat nichts zu befürchten.) 22. ... Lxf7 23. Txf7 exd4.

Stärker ist jedoch 21. Tf6!, z.B. 21. ... Lxc5 22. dxc5 Ke7 23. Taf1! mit Vorteil für Weiß (Weniger gut wäre 23. Txc6?! wegen 23. ... Thc8), oder 21. ... Tc8 22. Te1 (Günstig für Schwarz wäre 22. Taf1?! exd4) 22. ... Lxc5 (22. ... Lg7? verbietet sich wegen 23. Txe5+ Kf8 24. Sd7+ Kg8 25. Txg6 und Schwarz gewinnt.) 23. dxc5 Ke7 24. Td6 e4 25. Kf2 (Nicht 25. Ld3?! wegen 25. ... The8 und Weiß steht nur wenig besser.) 25. ... The8? (Gut und notwendig war 25. ... Thd8 26. Ted1 Txd6 27. Txd6 Td8! 28. Txc6! mit wesentlich besseren Verteidigungschancen als in der Partie.) 26. Ke3 Ted8 (Auf 26. ... Kf8? folgt sehr stark 27. Tf1! Kg7 28. Td7 mit klarem Vorteil für Weiß.) 27. Ted1 Txd6 28. Txd6 a5 29. Le2! mit Gewinn, Poluljahow,-Galkin, Krasnodar1998.

C) 9. ... Lb4 und nun gewinnt 10. hxg5 Sxe4 11. Le5! Sxc3 12. bxc3 Lxc3+ 13. Ke2 Tg8 (13. ... Dd5 14. Ke3!) 14. gxh6 f6 15. h7 Th8 16. Dc2! De7™ 17. Ld6! Dg7 (Ebenso verliert 17. ... Dxd6 18. Dg6+ oder; 17. ... Dd7!? 18. Se5! fxe5 19. Lxe5 Lxd4 20. Dg6+) 18. Dxc3, , Poluljahow-Sacharstow, Krasnodar 1998.

9. ... Lb7. Versucht wurde auch 9. ... b4 10. Sa4 Sxe4 11. Le5 Sf6 12. Sc5!!, mit Vorteil für Weiß, Sakajew-Kobalija, Rußland 1998. Für diese Partie wurde der Anziehende im Schachinformator, Band 73 ausgezeichnet.

Diagramm (5692 Byte)

10. h4. Eine interessante Neuerung. Im Vergleiche zu 9. h4 wurden die Züge Lf1–e2 und ... Lc8-b7 eingeschoben. Dieser Umstand ist eher für Weiß nützlich, da der Punkt e6 geschwächt ist, wie Weiß überzeugend demonstriert. Alternativen waren 10. 0–0 und 10. e5.

10. ... g4 11. Se5 b4!?. Nach Lutz sehr riskant.

11. ... h5 12. 0–0 Sbd7 würde über Zugumstellung zu I. Solokov-I. Novikov, Lost Boys Antwerpen 1997, führen.

12. Sa4 Sxe4 13. Lxc4 h5. Keineswegs besser ist 13. ... Sxg3 14. Fxg3 Sd7 15. Sxf7! Kxf7 16. Dxg4 De7 17. 0–0+ Ke8 18. Lxe6 und Weiß hat entscheidenden Vorteil, Chalifman-Drejew, Elista 1998.

14. De2 Sxg3. Einen Versuch verdiente 14. ... Sd6!?.

15. fxg3 Th6. 15. ... Lg7 scheitert an 16. Sxf7.

16. 0–0 f5. 16. ... Dxd4+ war wegen 17. Kh1 f5 18. Tad1 De4 19. Dxe4 fxe4 20. Sf7 Th7 21. Td8+ Ke7 22. Txf8 Kxf8 23. Sg5+ und Weiß gewinnt, nicht angängig.

17. d5!. Viel stärker als das verlockende 17. Txf5 Dxd4+ 18. Kh2 (Nach 18. Df2 Dxf2+ 19. Txf2 steht Weiß nur geringfügig besser.) 18. ... exf5 19. Lf7+ (19. Sxc6+? De4) 19. ... Kd8 20. Td1 Dxd1 21. Dxd1+ Td6 22. Dc2 mit unklarem Spiel.

17. ... Da5. 17. ... cxd5 sähe Weiß nach 18. Lb5+ Ke7 19. Txf5 auf der Siegerstraße.

18. Txf5! Dxa4. Ebenso verliert 18. ... Lc5+ 19. Sxc5 Dxc5+ 20. Kh2 cxd5 (Oder 20. ... exf5 21. Sxg4+ De7 22. Sxh6 Dxe2 23. Lxe2 cxd5 24. Lxh5+ Kd7 25. Sxf5) 21. Lb5+ Lc6 22. Sxc6 Sxc6 23. Txh5 Tf6 (23. ... Txh5 24. Dxe6+ Kd8 25. Lxc6 De7 26. Dg8+ Kc7 27. Lxa8) 24. Th8+.

19. Txf8+ Kxf8 20. Df2+ Ke7 21. Df7+ Kd6. Falls 21. ... Kd8 so 22. D6 und Schwarz wird matt gesetzt.

22. Df8+ Kc7. 22. ... Kxe5 23. Df4 matt.

23. d6+ Kb6 24. Lb3. Ebenso gewann 24. Dd8+ Kc5 25. B3 Da3 26. Sd3+ Kd4 27. Df8.

24. ... Db5. Hoffnungslos war auch 24. ... Da6 25. Dd8+ Kc5 26. Tc1+ Kd4 27. Dg5, oder 24. ... Da5 25. Sc4+.

25. Dd8+ Kc5. 25. ... Ka6 kostet nach 26. Lc4 die Dame.

26. Tc1+ Kd4 27. Dg5 und Schwarz streckte wegen undeckbaren Matts die Waffen.


Der neue PC-Weltmeister heißt Shredder!

Nicht eines der favorisierten ChessBase-Programme, sondern der mitfavorisierte Sieger der WCCC 1996 von Jakarta, Shredder, entwickelt von dem Deutschen Stefan Meyer-Kahlen, hatte nach einem dramatischen Finish, bei der vom 14. Bis 19. Juni ausgetragenen 9. Computer-WM in Paderborn nach Stichkampf gegen Ferret die Nase vorn. Weitere Informationen finden Sie unter  http://www.uni-paderborn.de/~wccc99/.

Endstand

Rg. Name Fed Pkte Wtg.
1 Shredder GER 29
2 Ferret USA 28
3 Fritz GER 5 27½
4 Cilkchess USA 5 26½
5 Junior ISR 32½
6 DarkThought GER 28½
7 Rebel NED 28
8 Nimzo AUT 27½
9 ChessTiger GUA 23½
10 Hiarcs UK 4 33½
11 LambChop NZL 4 27
12 Francesca UK 4 26½
13 Virtual_Chess_X FRA 4 24½
14 GromitChess GER 4 22
15 EUGEN ESP 4 21
16 Zugzwang GER 26½
17 MChess USA 19½
18 P.ConNerS GER 3 25½
19 Isichess GER 3 23½
20 Diep NED 3 22
21 Patzer GER 3 20½
22 Mini USA 3 19½
23 Now USA 3 17
24 SOS GER 28½
25 Arthur NED 20
26 Ikarus GER 2 25
27 Centaur RUS 2 21
28 RuyLopez ESP 20½
29 XXXX2 GER 1 21
30 Neurologic GER 1 19½
31 Zugzwang AUT 0 0

ÖM Lothar Karrer