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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1110 vom 06.08.1999, Kategorie Kolumne

GM Filippov siegt in Währing

Der überaus sympathische 24jährige russische GM siegte im A-Turnier des Internationalen Währinger Opens, ohne voll gefordert worden zu sein. Er krönte seinen Erfolg in der 8. Runde mit einem feinen Sieg über GM Peter Popovic, sodaß er sich in der Schlußrunde mit einem Kurzremis gegen Staatsmeister IM Niki Stanec begnügen konnte.

Zweiter wurde der in Wien lebende deutsche GM Ralf Lau (7), gefolgt von dem Trio Senad Kamberovic (BIH) - er erfüllte hierbei seine 2. IM-Norm -, GM Peter Popovic & IM MMag. Gerhard Schroll (beide AUT) mit je 6½ Punkten.

Sieger_Waehring.jpg (8281 Byte) Schmied_kurt.jpg (5677 Byte)
V.l.n.r.: Kamberovic, GM Filippov, GM Popovic, GM Lau Währing-Obmann K. Schmied bei der Preisverleihung

Bester Währinger wurde Marko Stuhlik, der mit 6 Punkten Rang 6-10 teilte und sich mit diesem Erfolg den ÖM-Titel sicherte.

Endstand

Rg. Titel Name Elo Fed Pkte Wtg.
1 GM Filippov Valerij 2605 RUS 8 53
2 GM Lau Ralf 2460 GER 7 51½
3   Kamberovic Senad 2315 BIH 50½
4 GM Popovic Petar 2490 AUT 50½
5 IM Schroll Gerhard Mag. 2370 AUT 42½
6   Balinov Ilia 2448 BUL 6 51
7 FM Kummer Helmut 2321 AUT 6 50
8 IM Stanec Nikolaus 2477 AUT 6 48
9 MK Stuhlik Marko 2216 AUT 6 44
10 FM Kwatschewsky Leo Di. 2307 AUT 6 40½
11 ÖM Posch Werner 2292 AUT 44
12   Boehm Gerhard 2192 AUT 38
13 FM Bawart Markus 2382 AUT 5 48
14 FM Weill Roland 2201 FRA 5 47½
15 MK Wiedner Robert 2191 AUT 5 45½
16 FM Schneider-Zinner Harald 2318 AUT 5 45
17 FM Roth Peter 2266 AUT 5 44½
18 IM Dueckstein Andreas Dr. 2336 AUT 5 44
19 ÖM Wallner Joachim 2266 AUT 5 43½
20 MK Wukits Rene 2225 AUT 5 43
21   Bozinovic Boban 2121 YUG 5 42½
22 MK Erhart Helmut 2065 AUT 5 42½
23 MK Steiner Bruno 2175 AUT 5 41½
24 MK Bachofner Andreas 2174 AUT 5 39½
25   Petroczi Thomas 2140 AUT 5 39
26   Lovrinovic Christian 2083 AUT 5 39
27 MK Fusi Christoph 2250 AUT 5 38
28 FM Waller Helmut 2209 AUT 5 35
29 MK Todor Razvan 2143 AUT 5 34½
30 MK Nagel Herbert Dr. 2185 AUT 43½
31 IM Lendwai Reinhard 2371 AUT 43
32   Steinert Martin 2142 AUT 41½
33   Hechl Gerald 2204 AUT 40
34   Stanka Wolfgang 2118 AUT 38
35   Gruszka Herbert 2132 AUT 38
36   Walter Martin Mag. 2135 AUT 37
37   Kuciel Wladyslaw 2154 POL 4 47
38   Lammer Stefan 1982 AUT 4 44½
39   Pichler Michael 1897 AUT 4 41
40   Bilek Thomas Mag. 2105 AUT 4 41
41   Badstueber Karl 2156 AUT 4 37½
42 WMK Murzek Marion 1863 AUT 4 37
43   Arief Bayu 2141 IDN 4 37
44   Krasser Margit 2180 AUT 4 36
45   Piller Johannes 1835 AUT 4 35
46   Antic Dragan 1963 AUT 4 30½
47   Weissensteiner Hubert 1944 AUT 45
48 MK Steinwender Walter 2078 AUT 41
49 MK Robitsch Hermann 2093 AUT 40½
50   Mayer Martin 1767 AUT 38½
51   Koffler Daniel 1845 AUT 37½
52   Weinzetl Andreas 1918 AUT 35½
53   Eberl Hans-Christian 2080 AUT 34
54   Strobl Karl 1907 AUT 3 39
55   Flury Samuel 2005 AUT 3 37
56   Locatin Marko 1952 AUT 3 35½
57   Steiner Thomas 1856 AUT 3 35
58   Krasser Reinhard 1766 AUT 3 35
59   Wagner Richard 1901 AUT 3 32½
60   Karapetian Airapet Dr. 1962 ARM 3 28½
61   Vogl Karl 1401 AUT 35
62   Grabner Johann 1860 AUT 0 16

Im B-Turnier (52 Teilnehmer) siegte Mag. Thomas Obenaus (Kirchberg) mit 7 Punkten, gefolgt von Dr. Alfred Anzenberger (Ottakring) & Johann Langbauer (Sauwald) mit je 6½ Punkten.

Eine Partie des Sieger ...

Weiß: FM S. Kamberovic (BIH/2315)

Schwarz: GM W. Filippow (RUS/2605)

Damenbauernspiel [D02]

Anm. GM W. Filippow

1. d4 Sf6 2. Sf3 d5 3. Lf4 c5 4. e3 Sc6 5. c3 Db6 6. Db3. Versucht wurde auch 6. Dc1 Lf5 7. Le2 e6 8. Sbd2 Tc8 9. 0–0 cxd4 10. exd4 Le7 11. a3 0–0, mit etwas freierem Spiel für Schwarz, Gretarsson-Schandorf, Nordic-Ch 1997.

6. ... c4 7. Dxb6. Bekannt ist 7. Dc2 Lf5 8. Dc1 e6 9. Sbd2 (Gleiches Spiel verspricht 9. h3 h6 10. Sbd2 Da5 11. Le2 Le7 12. 0–0 0–0 13. Tb1 b5 14. b4 Db6 15. g4 Charlow-Wolschin, 1997) 9. ... Dd8 10. b3 b5 11. a4 a6 12. Le2 Le7 13. 0–0 0–0 14. Db2 Dd7, mit etwas besserem Spiel für Schwarz, Charlow-Sadler, Bern 1996.

7. ... axb6 8. Sa3. Erzwungen. So folgt z.B. auf 8. Sbd2 b5, drohend b4, mit Vorteil für Schwarz..

8. ... Lf5.

DIA9931.GIF (5533 Byte)

9. Sh4?!. Naheliegend, jedoch vorteilhaft für Schwarz. Schlecht ist auch 9. Se5? Sxe5 10. Lxe5 e6 11. Sb5 Kd7 12. Le2 Ta5 13. a4 Le7 14. Ld1 Tha8 15. Tc1 Ld3 16. f4 Txa4, und Schwarz hatte in Suleimanow-Pridoroschni, 1996, klaren Vorteil. Ebenfalls günstig für Schwarz ist 9. Sb5?! Ta5 10. a4 e6 11. Le2 Lc2 12. Se5 Sxe5 13. Lxe5 Lxa4 14. Sd6+, doch versprach 9. Le2!? Ta5 Weiß gute Ausgleichschancen.

9. ... Ld7 10. Le2?. Besser war 10. Sf3. Nach dem Textzug wird der schwarze Vorteil spürbar.

10. ... Se4 11. Lc7?!. Eine weitere Ungenauigkeit, doch auch nach dem besseren 11. Lf3 und nun nicht:

A) 11. ... e5? 12. Sb5 exf4 (12. ... Ta5? scheitert an 13. Sc7+ Kd8 14. Sxd5 und Weiß gewinnt!) 13. Sc7+ Kd8 14. Sxa8 g5 15. Sxb6 mit Vorteil für Weiß, sondern:

B) 11. ... Txa3! 12. bxa3 Tg8! und der schwarze Vorteil wäre ebenfalls außer Zweifel gestanden.

11. ... Sxc3! Besser als 11. ... e6 12. Sc2 b5 13. a3, wonach Schwarz nur wenig besser gestanden wäre.

12. Sxc4 Was sonst? 12. ... Sb5. Unklar wäre hingegen 12. ... Sxe2 13. Sxb6 Sexd4 14. Sxa8 (Gut für Schwarz war jedoch 14. exd4 Ta6 15. Sxd5 e6 nebst ... Sxd4.) 14. ... Sc2+ 15. Kd2 Sxa1 16. Lb6.

13. Sxb6 Sxc7 14. Sxa8 Sxa8 15. 0–0 e6 16. Sf3. Vorzuziehen war 16. f4 gefolgt von Sf3.

16. ... Ld6 17. Tfc1 Ke7 18. a3 f6 19. b4 e5 20. Lb5?. Danach steht Schwarz auf Gewinn.

20. ... e4 21. Lxc6. Der einzige Zug, denn sowohl 21. Sd2 als auch 21. Se1 wird mit 21. ... Sxd4 und Schwarz gewinnt, beantwortet.

21. ... Lxc6 22. Sd2 La4 23. Sb1 Sb6 24. Sc3 Ta8 25. g3. Unzulänglich ist auch 25. Sxa4 wegen 25. ... Txa4 nebst Sc4, b5, f5, g5, f4 usw.

25. ... f5 26. Kg2 Le8 27. h3 Ke6 28. Kh2 Sc4 29. Tcb1 b5. Selbstredend gewann auch 29. ... Txa3 30. Txa3 Sxa3 31. Tb3 Sc4.

30. Kg2 g5 31. Tb3 f4 32. Sd1 Lh5 33. g4 Lg6 34. Ta2 h5 35. Sc3 Le8 36. gxh5 Lxh5 37. Sxb5 Lf3+ 38. Kg1. Ebenso verliert 38. Kh2 Th8 39. Sxd6 g4.

38. ... Th8 39. exf4 Lxf4 40. a4 Txh3 41. Txf3 exf3 42. a5 g4 43. a6 g3 44. fxg3 Le3+ 45. Tf2 Txg3+ 46. Kf1 Sd2+ und Weiß strich die Segel.


Schach-WM in Las Vegas hat begonnen

Die mehrfach verschobene KO-Schach-Weltmeisterschaft startete am Samstag, dem 31. Juli mit der 1. Runde und verlief mit wenigen Ausnahmen mehr oder weniger programmgemäß. Die Ausnahmen bildeten: Shaked Tal setzte sich gegen Vlastimil Babula überraschend durch, der für Fürstenfeld spielende Däne Peter Heine Nielsen warf Joel Benjamin aus dem Bewerb, und der Franzose Christian Bauer war gegen den wesentlich höher eingeschätzen Rustam Kasimdschanow erfolgreich, und letztlich Vadim Milov in der Verlängerung gegen den polnischen IM Bartlomiej Macieja die Nerven im Stich.

Die Wiener Zeitung berichtet ebenfalls in der Rubrik International über die Schach-WM


Damen-WM in Kazan & Schenjang

Nach vier von 16 zu spielenden Partien steht es zwischen der Chinesin Jun Xie und der Russin Alisa Galljamowa 2:2. Die Chinesin hatte die zweite, die Russin die 3 Partie für sich entschieden, in den beiden anderen trennte man sich unentschieden.

ÖM Lothar Karrer