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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1152 vom 03.09.1999, Kategorie Kolumne

Alexander Chalifman 14. Weltmeister

Die KO-WM wurde in der Tat ihrem Namen vollkommen gerecht. Sie verlor in Serie ihre Favoriten. Nach Iwantschuk (4. Runde), der der nervlichen Anspannung nicht gewachsen war und gegen Nisieanu ein Black-Out hatte, mußten eine Runde später auch Schirow (ebenfalls gegen Nobody Nisipeanu) und Kramnik (gegen Adams) die Segel streichen. Als letzter Favorit blieb Miki Adams im Halbfinale gegen Akopjan, gegen den er in der 1. Partie eine klare Gewinnstellung nicht nur nicht verwerten konnte, sondern sogar verlor, auf der Strecke.

Die Qualität des Finales war ebenfalls reichlich dünn: In der 1. Partie stellte Akopjan mehr oder weniger eine Figur ein. Es gelang ihm zwar noch in der 3. Partie dank einer sehenswerten Endspielleistung den Gleichstand herzustellen. In der nachstehenden Entscheidungspartie war er jedoch ein weiteres Mal völlig von der Rolle. Doch sehen sie selbst ...

Weiß: GM A. Chalifman (RUS/2628)

Schwarz: GM W. Akopjan (ARM/2646)

Königsindisch [E92]

4. Matchpartie

Anm. I. Balinov

1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6. Eine kleine Uberraschung. Akopjan bringt erstmals bei der WM Königsindisch ins Spiel.

5. Le2 0–0 6. Sf3 e5 7. Le3 exd4 8. Sxd4 Te8 9. f3 c6 10. Lf2 d5 11. exd5 cxd5 12. 0–0. Sofortiges 12. c5 Sa6 13. Sb3 Sh5 14. Dd2 d4 15. Lxd4 Lxd4 16. Dxd4 Dxd4 17. Sxd4 Sxc5 18. Kf2 Sf4 bereitete dem Nachziehenden in Saitschik-Smirn, Katerini 1992, keinerlei Probleme.

12. ... Sc6 13. c5 Sh5 14. Dd2 Le5 15. g3 Sg7. 15. ... Lh3 16. Tfd1 Sg7 17. Sb3 Le6 18. f4 Lxc3 19. Dxc3 a6 20. Sd4 erwies sich in Ehlvest-B.Gonzalez, Sevilla 1994, als günstig für Weiß.

16. Tfd1 Le6 17. Sxe6. Nach 17. f4 Lxd4 18. Lxd4 Sf5 19. Lf2 d4 20. Sb5 De7 21. Ld3 a6 22. Lxf5 axb5 hatte der Nachziehende in Gelfand-Van Wely, Wijk aan Zee 1996, keine Mühe, das Spiel auszugleichen.

17. ... fxe6. Zu beachten war 17. ... Sxe6!?.

18. f4 Lf6 19. Sb5 Le7. Auch nach 19. ... De7 20. Tac1 Ted8 21. b4 a6 22. Sd6 Sf5 23. Sxf5 exf5 24. Lf3 d4 ist das weiße Spiel etwas vorzuziehen.

20. Tac1 a6 21. Sd4.

Diagramm (5394 Byte)

21. ... Lf6?. Schwach gespielt. Mit 21. ... e5! 22. Sxc6 (22. fxe5 Lg5 23. Le3 Sxd4 24. Lxg5 Sxe2+ 25. Kh1 Dc7 26. Dxe2 Txe5 wäre eher etwas günstiger für Schwarz.) 22. ... bxc6 23. fxe5 Lg5 24. Le3 Lxe3+ 25. Dxe3 Dc7 kotte Schwarz das Spiel mühelos ausgleichen.

22. Sf3 Da5?!. Eine weitere Ungenauigkeit des Nachziehend. Viel besser war 22. ... Dc7!? 23. b4 Tad8 24. a4 e5 25. b5 axb5 26. axb5 e4 27. bxc6 exf3 28. Lxf3 bxc6 , wonach einer baldigen Punkteteilung nichts im Wege gestanden wäre.

23. Dxa5 Sxa5 24. b4. Auf Grund des Läuferpaars ist das weiße Spiel etwas vorzuziehen.

24. ... Sc6 25. Tb1 h6 26. a4 g5 Ein Versuch, den Aktivitaten am Damenflügel mit Spiel im Zentrum und am Königsflügel zu begegnen.

27. fxg5 hxg5 28. g4!?. Die Partiefortsetzung, die die Schäche "g5" fixiert und dem Springer das Feld "f5" verwehrt, ist stärker als 28. Le3 g4 29. Se1 Sf5 30. Ld2 Se5 31. Lf4 Te7 32. Sc2 (Unergiebig ist 32. Lxe5 Lxe5 und nun verbietet sich 33. Lxg4?? wegen 33. ... Se3 mit Vorteil für Schwarz) 32. ... Tg7, mit etwas besserem Spiel fur Weiß.

28. ... Se5 29. Sxe5 Lxe5 30. Le3 Tf8!?. Mit der Absicht, nach 31. Lxg5 Lxh2+ 32. Kxh2 Tf2+ die Verteidigung durch Materialreduktion zu erleichtern.

31. Tf1 Lf4 32. Lxf4 gxf4 33. Lf3 Tf7 34. a5 Td8 35. Tbe1!. Legt den Finger auf die Wunde!

35. ... d4 36. Te4 d3 37. Ld1 d2 38. Tfxf4 Txf4 39. Txf4 Se8. Ein zaghafter Versuch, den Rappen zu aktivieren.

40. Kf2. In Betracht kam auch sogleich 40. h4!?.

40. ... Sc7 41. h4 e5 42. Tc4 Sd5 43. Kf3 Tf8+ 44. Ke2 Td8 45. Kf3 Tf8+ 46. Ke2 Td8 47. Tc2. Genauer als 47. c6 bxc6 48. Txc6 Sxb4 und Schwarz leistet noch Widerstand.

47. ... Sf4+ 48. Ke3 Sd5+ 49. Ke2 Sf4+ 50. Kf3 Kf7. Ebenso verliert 50. ... Td4 51. b5! axb5 52. a6 bxa6 53. c6 Sd5 54. c7 Sb6 55. c8D+ Sxc8 56. Txc8+ Kf7 57. Ta8 Td6 58. Ke4 Ke6 59. Te8+.

51. c6 bxc6 52. Txc6 Td3+ 53. Ke4 Ke7 54. h5 Td4+ 55. Kxe5 Txb4 56. Tc7+ Kf8 57. Td7 Sg2 58. h6 Kg8 59. g5 Se3 60. g6 Tb5+ 61. Ke4 und Schwarz gab auf.


Schtschekatschew siegt in Schwarzach (21.-29.8.)

Der 27jährige russische GM Andrei Schtschekatschew, der als Einziger in dem 80 Teilnehmer starken Feld ungeschlagen blieb, sicherte sich mit einer feinen Leistung den Sieg im A-Turnier der 14. Auflage des Schwarzacher Opens. Erfreulicher Zweiter wurde WZ-Chefkommentator Ilia Balinov, der seine Siegeschancen mit einer unnötigen Niederlage (aus Gewinnstellung) gegen den viertplacierten Ungarn IM B. Vigh begraben mußte.

Ein gutes Turnier aus österreichischer Sicht spielte noch FM H. Rolletschek und, dies kommt in der Tabelle nicht zum Ausdruck, der Salzburger Dr. Harald Hicker, der in den beiden Schlußrunden mit Niederlagen aus klaren Gewinnstellungen eine bessere Placierung verdarb.

Rg. Titel Name ELO FED Pkte Wtg.
1 GM A.Schtschekatschew 2505 RUS 47½
2 GM I.Balinov 2448 AUT 7 47½
3 GM W.Burmakin 2579 RUS 50
4 IM B.Vigh 2345 HUN 49½
5 FM D.Brumen 2360 CRO 42½
6 GM J.Klovans 2465 LAT 6 49
7 IM D.Zoler 2529 ISR 6 46½
8 IM V.Meijers 2472 LAT 6 43½
9 IM M.Tratar 2442 SLO 6 43
10 IM C.Renner 2448 GER 6 43
11 FM H.Rolletschek 2291 AUT 6 43
12 IM A.Gorbatow 2353 RUS 6 42
13 FM P.Soln 2411 SLO 6 41½
14 FM H.Jurkovic 2370 CRO 6 41
    80 Teilnehmer        

Hier finden Sie den kompletten Endstand der A-Gruppe und B-Gruppe.


Lau siegt beim Carasaxa Turnier (21.-29.8.)

Im gleichzeitig gespielten, aber wesentlich schwächer besetzten Hauptbewerb des 19. Carasaxa-Turniers ging der Sieg an den deutschen GM Ralf Lau, während Harald Schneider-Zinner Elo-Favorit IM Niki Stanec noch Rang 2 wegschnappte.

Rg. Titel Name ELO FED Pkte Wtg.
1. GM R.Lau 2472 GER 52
2. FM H.Schneider-Zinner 2322 AUT 7 52
3. IM N.Stanec 2493 AUT 53
4. IM G.Schroll 2406 AUT 48½
5. MK R.Wiedner 2139 AUT 44
6. IM E.Weinzettl 2351 AUT 6 55½
7. MK R.Wukits 2265 AUT 6 49½
8.   K.Hansen 2203 AUT 6 46
9. MK C.Fusi 2256 AUT 6 46
    58 Teilnehmer        

Den kompletten Endstand der A und B Gruppe finden Sie hier.

ÖM Lothar Karrer