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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1406 vom 30.06.2000, Kategorie Kolumne

Anand triumphiert in Frankfurt

GM V.Anand  - GM A.Schirow

Der indische Weltranglistenzweite, der die Frankfurt Classics bereits 1997 und 1998 für sich entschieden hatte, verwies in diesem hochklassigen Event Garri Kasparow mit klarem Vorsprung auf Rang 2, und holte sich damit den inoffiziellen Titel des Schnellschach-Weltmeisters zurück. Der Sieg im „Masters“ ging an den Engländer Micky Adams, der sich damit die Teilnahmeberechtigung am nächst-jährige „Giants“ sicherte.

GM V.Anand  - GM A.Schirow

 

Giants

Rg.

 

Name

ELO

FED

1

2

3

4

5

6

Pkte

SB

1

GM

V.Anand

2769

IND

*

½½

½½

11

11

32.25

2

GM

G.Kasparow

2851

RUS

½½

*

½½

10

½1

6

28.00

3

GM

W.Kramnik

2758

RUS

½½

½½

*

½½

½0

½1

5

25.00

4

GM

A.Schirow

2751

ESP

00

½½

*

11

01

18.50

5

GM

R.Leko

2725

HUN

01

½1

00

*

½0

19.00

6

GM

A.Morosewitsch

2748

RUS

00

½0

½0

10

½1

*

15.25

Masters

Rg.

 

Name

ELO

FED

1

2

3

4

5

6

7

8

Pkte

SB

1

GM

M.Adams 

2715

ENG

 *

½1

11

½1

11

10½

67.00

2

GM

V.Ivanchuk 

2709

UKR

½0

*

½½

11

58.00

3

GM

E.Bareev 

2709

RUS

*

10

01

11

8

48.75

4

GM

S.Rublevsky 

2662

RUS

*

½1

½0

½0

47.25

5

GM

V.Topalov

2702

BUL

00

½½

01

½0

*

10

½1

40.50

6

GM

A.Jussupow 

2628

GER

½0

10

*

10

36.75

7

GM

L.Van Wely 

2646

NED

00

½1

01

*

½1

35.00

8

IM

R.Rabiega 

2477

GER

00

00

½1

½0

01

½0

*

4

25.25

Ordix Open

Der Sieg im Open, an dem 292 Teilnehmer am Start waren, ging dank der besseren Feinwertung an Sergej Rublewskij (RUS), der sich damit für das Masters qualifizierte, vor Michael Gurewitsch (BEL), beide 12½ Punkte und Peter Swidler (RUS) 11½, sowie Vadim Milov (SUI) und Leonid Gofshtein (ISR) je 11 Punkte.

Weitere Information über sämtliche Bewerbe inklusive der Matches Mensch gg. Computer erhalten Sie auf der Seite des Veranstalters unter: http://www.frankfurt-west.de/ChessClassic2000/Home/default.htm

Die Handschrift des Siegers

Weiß: GM V. Anand (IND/2769)

Schwarz: GM A. Schirow (ESP/2751)

Französisch [C11]

Anm.: GM I. Balinov

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Sf6 4. e5 Sfd7 5. Sce2 c5 6. c3 Sc6 7. f4 Db6 8. Sf3 Le7. Direkter ist 8. ... f6 9. a3 Le7 10. h4 0–0 11. Th3 a5 12. b3 Dd8 13. Sg3 h6 14. Le3 f5 15. Ld3 cxd4 16. cxd4 Sb6 17. Sh5 De8 18. Sh2 g6 19. Sf6+ Lxf6 20. exf6 Sd7 21. h5 Sxf6 22. hxg6 Dxg6 23. g4 Sxg4 24. Sxg4 Dxg4 25. Dxg4+ fxg4 26. Txh6, mit keineswegs schlechterem Spiel für Schwarz, Sakajew-Barejew, Presidental Cup, Elista 1998.

9. a3 0–0. Versucht wurde auch 9. ... f6 10. b4 cxd4 11. cxd4 0–0 12. Tb1 a5 13. b5 a4 14. Sc3 Scxe5 15. fxe5 fxe5 16. Ld3 e4 17. Sxe4 dxe4 18. Lxe4 e5 19. 0–0 Sf6 20. Lg5 und nun sicherte sich Schirow, der in dieser Partie gegen M. Gurewitsch, München 1993, die weißen Steine führten nach 20. ... Sxe4? 21. Lxe7 Tf7 22. Dd3 Lf5 23. Sxe5 Txe7 24. Txf5 klaren Vorteil. Wie der Wahlspanier im Schachinformator ausführt, hätte sein Gegner mit dem wesentlich besseren 20. ... exd4 21. Dd3 h6 22. Lxf6 Dxf6 (22. ... Lxf6? verbietet sich selbstredend wegen 23. Lh7+ Kh8 24. Sh4! und Weiß gewinnt rasch.) 23. Tbe1 etwa gleiches Spiel erlangen können.

10. h4. In Bologan-Danieljan, Jurmala 1991, kam es nach 10. Sg3 cxd4 11. cxd4 f6 12. Ld3 fxe5 13. dxe5 Sc5 14. Lc2 a5 15. Le3 Dxb2 16. 0–0 Dc3 17. Lf2 Dc4 zu interessanten Verwicklungen.

10. ... f6 11. Th3 Sa5. Ein neuer Zug. 11. ... a5 12. b3 führt mit Zugumstellung zur vorerwähnten Partie Sakajew-Barejew.

12. b4 cxb4 13. axb4! Sc4 14. Sg3 a5?! 15. Ld3 f5 16. Sg5 Td8. Völlig ungenügend ist 16. ... h6 17. Dh5 Dc6 18. b5 Db6 19. Dg6 hxg5 20. hxg5, aber auch nach 16. ... Lxg5 17. hxg5 Td8 18. Lxc4!? dxc4 19. Da4 Dc7 20. bxa5 b6 21. Db4 ist das weiße Spiel klar vorzuziehen.

17. Dh5 Lxg5 18. Dxg5. Keinen Vorteil ergibt 18. fxg5 Sf8 19. Dd1 Ld7, aber auch nach 18. hxg5 Sf8 19. De2 Ld7 wäre die Lage keineswegs klar gewesen.

18. ... Tf8. Nach 18. ... h6 19. De7 Tf8 20. Lxc4 dxc4 21. Txa5 Ta6 22. Txa6 bxa6 23. Sh5 Tf7 24. De8+ Tf8 25. Dg6 und Weiß gewinnt, käme Schwarz vom Regen in die Traufe.

19. Sh5 Tf7 20. Tg3 g6 21. Lxc4 dxc4.

Diagramm (6kb)

22. b5!. Hübsch gespielt, obgleich 22. Sf6+ Sxf6 23. exf6 Dd8 24. h5 Dxf6 (Auf 24. ... Txf6?! folgt sehr stark 25. hxg6 hxg6 26. Th3) 25. hxg6 hxg6 26. Dh6 Tg7 27. Txa5 Txa5 28. bxa5 ebenfalls erfolgversprechend gewesen wäre.

22. ... Dxb5 23. La3 b6 24. Dh6. Noch stärker war, wie Fritz6 zeigte 24. Dd8+! Sf8 25. Sf6+ Txf6 (Oder 25. ... Kg7 26. Lxf8+ Txf8 27. De7+ Tf7 28. Se8+ Kg8 29. Dxf7+ Kxf7 30. Sd6+ Ke7 31. Sxb5 mit leichtem Gewinn.) 26. exf6 Lb7 27. f7+ Kxf7 28. De7+ Kg8 29. Dxb7 usw.

24. ... Lb7. Auch nach anderen Zügen dringt der weiße Angriff rasch entscheidend durch, z.B.: 24. ... Db3 25. d5 Sc5 26. Sf6+ Txf6 27. exf6 Ta7 28. h5.

25. Txg6+! hxg6 26. Dxg6+ Kh8 27. Dxf7 Tg8 28. Lf8!. Hier streckte Schirow, der sich 28. ... Sxf8 (Auch nach 28. ... Txf8 29. Dg7 matt, oder 28. ... Db2 29. Lg7+ Kh7 30. Lf6+ Kh6 31. Lg5+ Txg5 32. hxg5 ist das Matt nicht abzuwenden.) 29. Sf6 Tg7 30. Dxf8+ Tg8 31. Dxg8 matt nicht mehr zeigen lassen wollte, gedemütigt die Waffen.

Baumegger siegt in Vösendorf

Das vom 22. bis 25. Juni ausgetragene Schnellturnier ging mit 4½ Punkten aus 5 Partien an IM Siegi Baumegger, gefolgt von GM I. Balinov, G. Trkulja, IM N. Stanec, FM A. Alvir und ÖM R. Wukits, alle 4 Punkte. Die Endtabelle beider Gruppen finden Sie hier.

ÖM Lothar Karrer