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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1710 vom 22.12.2000, Kategorie Kolumne

FIDE-Schach-WM in New Dehli und Teheran: Die Favoriten setzen sich durch

Der Papierform gemäß, wenn auch mit etwas Glück setzten sich die beiden Favoriten Visnawathan Anand und Alexei Schirow in ihren Halbfinalmatches gegen Michael Anand bzw. Alexander Grischuk durch und bestreiten ab 20.12. in Teheran das Finale, über das wir aktuell im Sportteil berichten werden.

Im folgenden die Entscheidung zwischen Anand und Adams:

Weiß: GM V. Anand (IND/2762)

GM M. Adams (IND/2755)

Spanisch [C78]

Anm.: GM I. Balinov

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0–0 Lc5 6. c3 b5 7. Lc2. Versucht wurde auch 7. Lb3 d6 8. d4 Lb6 9. a4 Lg4 10. axb5 axb5 11. Txa8 Dxa8 12. h3 Lh5 13. d5 Se7 14. Lc2 Lg6 15. De2 c6 16. dxc6 Dxc6 17. Te1 0–0 18. Sa3 Tb8 19. Ld3 h6 20. Sd2 b4 21. cxb4 d5 mit kompliziertem Spiel und etwa gleichen Chancen, Leko-Adams, Dortmund 1998.

7. ... d6 8. a4 Lg4 9. h3 Lh5 10. d3 0–0 11. Sbd2 b4. Versucht wurde auch 11. ... d5 12. axb5 axb5 13. Txa8 Dxa8 14. exd5 Sxd5 15. Se4 Lb6 16. Sg3 Lg6 17. Sh4 b4 18. Sxg6 hxg6 19. Df3 mit etwas besserem Spiel für Weiß, G. Garcia-Benjamin, Toronto 1998.

In Betracht kam 11. ... Tb8!? 12. b4 Lb6 13. Te1 (13. g4?! überläßt Schwarz nach 13. ... Sxg4 14. hxg4 Lxg4 15. axb5 axb5 16. Lb3 Kh8 17. Ld5 Se7 gute Angriffschancen.) 13. ... d5 14. axb5 axb5 15. Lb2 d4 16. Db1 Dd6 17. cxd4 Sxd4 18. Sxd4 Lxd4 19. Lxd4 Dxd4 20. Sf1 Ta8 21. Txa8 Txa8 22. Sg3 Lg6 23. Se2 Dd6 mit etwa gleichem Spiel.

12. a5 Tb8. Etwas günstiger für Weiß ist auch 12. ... d5 13. De2 Tb8 14. La4 bxc3 15. bxc3 dxe4 16. dxe4 Sxa5 17. Dxa6 Ta8 18. De2 De7 19. g4 Lg6 20. Sh4.

13. g4. Günstig für Weiß ist auch 13. De2 bxc3 14. bxc3 d5 15. d4 exd4 16. Dxa6 dxc3 17. Dxc6 cxd2 (17. ... Dd6? verbietet sich wegen 18. Dxd6 und Weiß gewinnt.) 18. Sxd2 Ld4 19. Ta4 Swidler-Adams, Neum 2000 (1–0; 34).

13. ... Lg6. Zu beachten war 13. ... Sxg4! 14. hxg4 Lxg4 15. Kg2 (Erzwungen, denn nach 15. De1 bxc3 16. bxc3 f5 17. Sh2 Lh3 18. Kh1 Lxf1 19. Dxf1 d5 wäre das schwarze Spiel klar vorzuziehen. ; Noch schlimmer kommt es nach 15. d4 bxc3 16. bxc3 exd4 17. Ld3 dxc3) 15. ... bxc3 16. bxc3 f5 17. Lb3+ Kh8 18. Th1 fxe4 19. dxe4 Df6 20. Ld5 Se7 21. Lc4 d5 mit keineswegs schlechteren Chancen für Schwarz.

14. Sc4 bxc3 15. bxc3 Dc8 16. La4 Sa7. Ernsthaft in Betracht kam 16. ... Se7 und nun:

A) 17. Lg5 17. ... h5 18. Lxf6 gxf6 19. Sh2 d5 20. Sd2 (Etwa gleiches Spiel ergibt 20. gxh5 dxc4 21. hxg6 fxg6) 20. ... Lh7 21. Df3 De6 22. gxh5 Kh8 23. exd5 Sxd5 24. Se4 Lxe4 25. dxe4 Tg8+ 26. Kh1 Sf4. Unklar ist:

B) 17. Le3 Lxe3 18. Sxe3 c6 19. Lb3 h5

B1) 20. Sd2 hxg4 21. hxg4 d5 mit keineswegs schlechterem Spiel für Schwarz. Günstig für Schwarz war

B2) 20. Sh4 hxg4 21. hxg4 d5 (Nach 21. ... Txb3 22. Dxb3 Sxg4 23. Tab1 Sxe3 24. fxe3 Dh3 25. Sg2 verbliebe Schwarz ohne ausreichende Kompensation für die geopferte Qualität.) 22. Sxg6 Sxg6.

17. Le3 Lxe3 18. Sxe3 c6 19. Dd2 Dc7. Hier verpaßt es der Engländer, sich mit 19. ... h5!? 20. Sh2 hxg4 21. Shxg4 (Nicht besser war 21. hxg4 Dc7 22. c4 Tb7) 21. ... Sh5 das etwas bessere Spiel zu sichern.

20. c4

Diagramm (6kb)

20. ... c5?. Hierauf wird das Feld "b6" schwach. Mit dem besseren 20. ... Tb7 21. Tfb1 Tfb8 22. Txb7 Txb7 23. Dc3 Sd7 24. Sh4 Sc5 25. Lc2 Se6 hätte Schwarz seinen Vorteil konsolidieren können.

21. Sh4 Kh8. Etwas günstiger für Weiß war 21. ... h6!? 22. f4 exf4 23. Txf4.

22. g5! Sh5 23. Sd5 Dd8. Günstig für Weiß war 23. ... Dc8 24. Kh2.

24. Tfb1 Sf4 25. Sxf4 Dxg5+ 26. Shg2 exf4 27. Tb6 Tbd8. Hoffnungslos war 27. ... Txb6 28. axb6 Sc8 29. b7 Se7 30. Tb1 Tb8 31. Dxf4 De5 32. Dxe5 dxe5 33. Se3 Kg8 34. Sd5 Sxd5 35. cxd5 f5 36. f3 Kf7 37. Lc6 f4 38. Ta1 Ke7 39. Txa6 Kd8 40. d6, aber auch nach 27. ... f5 28. Txa6 Sc8 29. Dxf4 wäre das weiße Spiel klar vorzuziehen gewesen.

28. Dxf4 De7. Ebenso verliert 28. ... De5 29. Dxe5 dxe5 30. Txa6.

29. Tab1. Rascher gewann hier oder im nächsten Zug Txa6!

29. ... Sc8 30. Tb7 De6. Etwas besser, wenngleich ebenfalls vorteilhaft für Weiß war 30. ... De5!?.

31. Dg5 h6. Auf 31. ... Dxh3 folgt 32. Sf4 Dh6 33. Dxh6 gxh6 34. Tc7 mit entscheidendem Vorteil für Weiß.

32. Dg3 Df6 33. Sf4 Se7. Nach 33. ... Lh7 34. Sd5 Dd4 entscheidet Weiß die Partie im Königsangriff. 35. Tc7.

34. Kg2. Spektakulär, jedoch nicht besser war 34. Txe7 Dxe7 35. Dxg6 Dc7 36. Df5 Dxa5 37. Lc6 Dc3 38. Ld5 g6 39. Dg4 g5 40. Dh5 Df6 (40. ... gxf4? verbietet sich wegen 41. Dxh6+ Kg8 42. Kh2 nebst Matt oder Damenverlust.) 41. Sg2.

34. ... Sg8 35. Sd5. Stark war auch 35. T1b6.

35. ... De6. Etwas hartnäckiger, doch ebenfalls hoffnungslos war 35. ... Dd4 36. Lc6 Sf6 37. Sxf6 gxf6! 38. Df4 Tg8 39. Kh1 Kh7.

36. Ld1 und Schwarz streckte wegen 36. ... De5 37. Dxe5 dxe5 38. T1b6 Sf6 39. Txa6 Sxd5 40. cxd5 und Weiß gewinnt mühelos, die Waffen.

ÖM Lothar Karrer