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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1866 vom 15.06.2001, Kategorie Kolumne

Internationales Donau Open 2001

Am 9. Juni begann das traditionelle Donau Open, organisiert vom Schachklub Donau. Im A-Turnier nehmen 64 Spieler teil, in der B-Gruppe 58. Nach 3 Runden führten im A Turnier GM Lau, IM Stanec, GM Balinov, IM Tibensky und FM Hangweyrer mit jeweils 3 Punkten. Am Sonntag den 17. Juni beginnt um 11 Uhr die letzte und entscheidende Runde. Zuschauer sind herzlich willkommen (Möbelhaus Ludwig, Katharinengasse 1 1100 Wien). Unseren Lesern bieten wir heute eine Minitüre von unserem Chef- Kommentator GM Balinov.

Weiß: Balinov Ilia (2482)

Schwarz: Bednar Jaromir (2305)

Donau Open (3 Runde), Juni 2001 [B01]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 d5 2.exd5 Sf6 3.d4 Sxd5 3...Lg4 war einige Zeit sehr in Mode. Jetzt ist es um den Zug wieder ruhiger geworden.

4.c4 Sb6 5.Sf3 g6 5...Lg4 ist schlecht wegen 6.c5 Sd5 7.Db3 und auf 7...Lxf3 folgt 8.Dxb7

6.c5 Ich finde diese Fortsetzung am konsequentesten für Weiß. Nach 6.Sc3 Lg7 7.c5 hat Schwarz die Alternative 7...S6d7 was nach dem Textzug nicht möglich ist.

6...Sd5 6...S6d7 ist schon ungenau wegen 7.Lc4 und 7...Lg7 geht nicht aufgrund 8.Lxf7+ Kxf7 9.Sg5+ und Weiß gewinnt.

7.Lc4 Lg7 8.Sc3 c6 Meiner Meinung nach ist der Zug ungenau. 8...Sxc3 ist zu bevorzugen. Z.B. 9.bxc3 0–0 10.0–0 (10.h4 Husarenzug, gespielt in der Partie Manca-Maksimenko 1997. 10...Lg4 11.h5 e5 12.hxg6 hxg6 13.Lh6 Lxh6 14.Txh6 Df6 15.Dd3 Kg7 16.Sxe5 Te8 17.Kf1 Lf5 18.Dd2 mit klarem Vorteil für Weiß.)

10...Sc6 11.Te1 (11.h3 ist ebenfalls gut. 11...b6 12.La3 Sa5 13.Ld3 Lb7 14.Te1 Te8 15.Lb4 Sc6 16.Le4 Dc8 17.Sg5 Lf6 18.Df3 Lxg5 19.Lxc6 Lxc6 20.Dxc6 mit Vorteil Weiß, Jurkovic-Lonccar Zagreb 1997.)

11...Lg4 12.Lg5 (12.h3 ist schlecht wegen 12...Lxf3 13.Dxf3 Sxd4 14.cxd4 Dxd4) 12...h6 13.Lh4 g5 14.Lg3 b6 15.h3 Lh5 16.Le2 e6 17.Da4 Se7 18.Se5 Lxe2 19.Txe2 Weiß steht besser, De Firmian-Thorhallsson Akureyri 1994.

9.0–0 9.Db3 gewinnt einen Bauern, überläßt aber dem Schwarzen die Initiative. 9...0–0 10.Sxd5 cxd5 11.Lxd5 Sc6 12.Lxc6 bxc6 13.0–0 Lg4 mit Kompensation.

9...0–0 10.Te1 Diesen starken Zug zeigte mir GM Popovic vor Jahren. Die Idee ist der Druck auf e7, dies stellt die schwarze Eröffnung in Frage.

10...Sf6 Das ist eher ein mißglückter Zug. 10...Sxc3 11.bxc3 Sd7 12.De2 e6 13.Lg5 Da5 14.Le7 Te8 15.Ld6 mit großem Vorteil für Weiß, Popovic-Casagrande, Österreich 1997.; Auf 10...b6 ist 11.Lg5 unangenehm.

11.Se5 Sbd7 12.Lg5 e6 12...Sxe5 verliert Material. 13.dxe5 Dxd1 14.Taxd1 Sd7 15.Lxe7 Te8 16.Lxf7+ Kxf7 17.e6+ Kg8 18.exd7

13.Df3 Schon hier ist 13.Sxf7 verlockend aber verfrüht.; 13.Db3 verliert nach 13...b5 14.cxb6 Sxb6 15.Sxc6 Dc7 16.d5 Sxc4 17.Lxf6 Lxf6 18.Dxc4 Lb7 die Initiative und Schwarz spielt wieder mit.

13...Dc7 Es drohte 14.Sc3-e4. Ich glaube 13...h6 war der einzige Zug. Zwar ist nach 14.Lh4 g5 15.Lg3 die Bauernstruktur geschwächt, aber Weiß hat noch nichts Konkretes.

Diagramm (6kb)

14.Sxf7! Der kürzeste Weg nach Rom!

14...Sd5 Besser wäre 14...Txf7 15.Txe6 Kh8 (15...Sf8 16.Txf6 Lxf6 17.Dxf6; 15...Sd5 16.Sxd5 cxd5 17.Lxd5) 16.Se4 (aber nicht 16.Te8+ Sxe8 17.Dxf7 Sdf6 und die Dame auf c7 ist gedeckt.) 16...Dd8 17.Te1 und der Angriff muß entscheiden.; Auf 14...Sxc5 kommt einfach 15.Sh6+

15.Txe6 Se5 Ein schönes Matt entsteht nach 15...Txf7 16.Sxd5 cxd5 17.Lxd5 Txf3 18.Te8# D

16.Txe5 Lxe5 17.dxe5 17.Sxd5 gewinnt auch. 17...Lxh2+ 18.Kh1 cxd5 19.Lxd5 Txf7 20.Te1 Lf5 21.Te7

17...Dxf7 18.Sxd5 cxd5 19.Dxd5 Kg7 19...Dxd5 20.Lxd5+ Kg7 21.Lf6+ Kh6 22.f4 Tb8 23.Lf3 g5 24.Lxg5+ und die weißen Bauern sind zu viel. 20.Lf6+ Kg8 21.Tc1 1–0


Anand siegt in Leon

Beim 4er-KO-Turnier in Leon (Spanien) wiederholte sich das Finale von der FIDE WM, Anand-Shirov. Der Inder konnte das Mini-Match für sich entscheiden.

Tabelle (5kb)

 GM Ilia Balinov / Heinz Herzog