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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1874 vom 29.06.2001, Kategorie Kolumne

Niki Stanec gewinnt Donau Open!

Nach Punkegleichstand mit unserem Redakteur Ilia Balinov entschied die Zweitwertung (Elodurchschnitt der Gegner) zu Gunsten von Niki Stanec über den Sieg. Der sechsfache Staatsmeister demonstrierte solides Spiel und erreichte ungeschlagen (5 Siege und 4 Remis) 7 Punkte. Co-Sieger Balinov spielte hingegen mit mehr Risiko, wobei Glück manchmal eine wichtige Rolle spielte.

Interessante Statistik: 1999 Stanec vor Balinov (ebenfalls nach Zweitwertung), 2000 Balinov vor Stanec. Ungeschlagen blieb auch der Drittplazierte IM Tibensky aus der Slowakei. Jan Dudas erreichte eine IM Norm.

Gute Organisation leistete (wie immer) Herr Mattes vom Schachklub Donau und - nicht zu vergessen - das Restaurantpersonal vom Möbelhaus Ludwig.

Endstand

Endtabelle (6kb)

Die kompletten Endranglisten (A + B) finden Sie in unserer Rubrik "Österreich"

Als Nachtrag zur letzten Woche ein österreichischer Sieg bei der Europa-Einzelmeisterschaft.

Weiß: IM Weiss, Christian (2368)

Schwarz: GM Socko, Bartosz (2554)

Ohrid EU ch. Juni 2001 [A36]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.g3 g6 2.Lg2 Lg7 3.c4 c5 4.Sc3 Sc6 5.e3 e5 6.Sge2 Sge7 7.0–0 d6 7...0–0 8.d3 Tb8 9.b3 d6 10.h3 Le6 11.Sd5 b5 12.Lb2 Dd7 13.Kh2 f5 14.Dd2 a5 15.Sec3 b4 16.Se2 a4 17.Tad1 Lf7 mit gleichen Chancen, Markowski-Movsesian, Koszalin 1998.

8.f4 Seltene Fortsetzung. Normalerweise spielt man hier 8.d3 oder 8.b3

8...0–0 9.d3 Tb8 9...h6 10.Tb1 Kh7 11.a3 a5 12.h3 Tb8 13.Kh2 f5 14.b3 Le6 15.Sd5 b5 16.Ld2 Lf7 mit Ausgleich, Niedermayr-Sermek, Zillertal op.1997

10.Sd5 Sxd5 11.cxd5 Se7 12.fxe5 Lxe5 Weiß erhält nach 12...dxe5 13.e4 starkes Spiel während Schwarz den Springer auf d7 bringt. Z.B. 13...Lg4 14.Le3 b6 15.h3 Lxe2 (15...Ld7 16.a3 mit der Idee b2-b4) 16.Dxe2 Sc8 17.a3 Sd6 18.b4 mit weißem Vorteil.

13.Tb1 b5 14.e4 Weiß erreicht mit 14.d4 cxd4 15.Sxd4 Db6 wenig.

14...b4 Besser wäre es den auf e7 sehr schlecht postierten Springer aktiver (z.B. mit Kg8-g7,Se7-g8-f6) aufzustellen.

15.Lh6 Te8 16.Dd2 Lg4 17.Sf4 Dc8 18.h3 Ld7 19.Kh2 Weiß droht mit Verdopplung auf die f-Linie.

19...Kh8 20.Se2 f6 21.Lf4 21.Sg1 mit der Idee Sf3 geht wegen 21...g5 nicht, da der Läufer auf h6 gefangen ist.

21...Sg8 21...Da6 ist gut, weil nach 22.Lxe5 dxe5 der Bauer auf f6 gedeckt ist.

22.b3 a5 23.d4 cxd4 24.Sxd4 24.Tbc1 Da6 25.Sxd4 wäre genauer.

24...Da6 Jetzt war 24...Dc3 möglich mit gutem Spiel für Schwarz.

25.Tfc1 Tbc8 26.Le3 Se7 26...h5 verdient Aufmerksamkeit.

27.Lf1 Db7 28.Lc4 Sg8 Mit 28...f5 konnte der junge Pole die Initiative übernehmen.

29.Tf1 Ta8 30.Tbc1 a4 31.Sc6 Lc3 32.Dg2

Ziemlich unklar ist die Stellung nach 32.Txc3 bxc3 33.Dxc3 Kg7 (33...Lxc6 34.dxc6 Dxc6 35.Txf6 Te5 36.Dxe5; 33...Txe4 34.Ld4 Lf5 35.g4) 34.Ld4 Tf8 35.e5 dxe5 36.Sxe5 axb3 37.Lxb3 La4

32...axb3 33.Lxb3 Tac8 34.Sd4 Da6 35.Se6 Dd3 36.Df3 Ld2? Mit wenig Zeit in komplizierter Stellung patzt der Großmeister gewaltig. Notwendig war 36...Da6

37.Txc8 Txc8

 Diagramm (6kb)

38.Lh6!! es droht 39.Lg7 Matt bzw. hängt die Dame auf d3. 1–0

 GM Ilia Balinov / Heinz Herzog