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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1900 vom 03.08.2001, Kategorie Kolumne

IM Fogarasi siegt in Währing

Wie schon vorige Woche kurz erwähnt, fand vom 21 bis 29. Juli das traditionelle Währing-Open (organisiert vom Schachklub Währing) statt. 130 Spieler nahmen in drei Gruppen teil. Sehr spannend verlief der Titelkampf im A Turnier. Nachdem unser Chefredakteur den Sieg in Runde 8 und 9 in besserer Stellung verabsäumt hatte, entschied die Zweitwertung zu Gunsten des punktegleichen Budapester IM Fogarasi. Mit einem Sieg in der Endrunde fand auch IM Stanec Anschluß an die Spitze. Hervorragender vierter Platz und eine IM-Norm für den Währinger FM Alvir. Ebenfalls eine IM-Norm für den Gast aus Ägypten, FM Mohsen.

Endstand nach 9 Runden:

Endstand (6kb)

Die vollständigen Endtabellen aller 3 Gruppen finden Sie in unserer Rubrik "Österreich"

Hier eine "wilde" Partie unseres Chefredakteurs aus der ersten Runde.

Weiß: GM Balinov (2438)

Schwarz: Bärner (2037)

Währing Open, Juli 2001 [C10]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Ld7 5.c4 Der normale Entwicklungsplan wäre 5.Sf3 Lc6 6.Ld3 Sd7

5...Lc6 Die Alternative wäre, sofort das Zentrum zu unterminieren: 5...Sf6 6.Sc3 c5 7.d5 exd5 8.cxd5 Ld6 9.De2+ Kf8 10.Sf3 Sa6 Smagin-Hansen, Kopenhagen 1988.

6.Sc3 Sf6 7.Sf3 Lxf3 8.gxf3 Ein neuer Zug. Man verschlechtert die Bauernstruktur, erhält dafür aber die offene g-Linie, was bei kurzer Rochade von Schwarz gute Angriffsmöglichkeiten bietet. Bis jetzt wurde an dieser Stelle normalerweise 8.Dxf3 gespielt, wie in der Partie Nunn-Karpov, Wijk aan Zee 1993 Mir hat der Zug 8.Df3 wegen 8...Sc6 9.d5 nicht gefallen (9.Le3 Sxd4 10.Lxd4 Dxd4 11.Dxb7 Td8 12.Td1 Db6 13.Txd8+ Kxd8) 9...Sd4 10.Dd1 e5 und Schwarz steht ok.; 8...c6 9.Le3 Sbd7 10.Le2 Ld6 11.0–0 0–0 und Weiß steht nur ein bisschen besser.

8...c6 Gegen d4-d5 gerichtet.

9.Le3 Le7 10.Le2 Die Idee dahinter ist, dass Schwarz nach h2-h4 von Weiß wegen f3-f4 den Bauern nicht mit Sf6-h5 blockieren kann.

10...Dd6 Die Dame steht hier unnatürlich.

11.Dd2 Sbd7 12.0–0–0 Db4 Hier ebenfalls.

13.Dc2 0–0 Das ist schon sehr provokant. Besser wäre wohl 13...0–0–0

14.h4 Tfd8 15.h5 Tac8 16.Tdg1 Kh8 17.Tg5 Se8 17...h6 schwächt den König, da sehr oft das Opfer Le3-h6 möglich ist.

18.a3 Mit diesem Zug beginnt eine lange, komplizierte Kombination.

18...Db6 19.Se4! f5 19...Lxg5 geht nicht wegen 20.Sxg5 Sef6 21.Sxf7+ Kg8 22.Sxd8

20.d5! c5 sonst kommt 21.de.

21.h6!! Ich überlegte auch 21.dxe6 Dxe6 22.Sg3 Lxg5 23.Lxg5 Sef6 24.Sxf5 mit Kompensation für die Minus-Qualität.

21...g6 21...fxe4 22.hxg7+ Sxg7 (22...Kg8 23.Dxe4 Sef6 24.Dc2 exd5 25.Ld3) 23.Dxe4 Sf6 (zu überprüfen ist 23...Sf8) 24.Dg6 (24.Dh4? Sfh5) 24...Tg8 25.Ld2! Sf5 26.Df7 Dd6 27.Lc3 Tg7 (27...Df4+ 28.Kb1 e5 29.Txh7+ Sxh7 30.Txf5 mit Gewinn) 28.Txg7 Sxg7 29.Ld3 e5 30.f4 Tf8 (30...e4 31.Le5) 31.Dg6 Kg8 32.Txh7 Sxh7 33.Dxh7+ Kf7 34.Lxe5 Db6 35.Lxg7 und Weiß steht auf Gewinn.

22.Dc3+ e5 Einziger Zug. 22...Kg8 verliert nach 23.Txg6+ hxg6 24.h7+; und 22...Sdf6 verliert nach 23.d6 Txd6 24.Sxd6 die Qualität .

Diagramm (6kb)

23.f4!! Die Pointe!

23...fxe4 24.fxe5 Sxe5 24...Lxg5 25.Lxg5 Kg8 26.Lg4 Sf8 27.Te1 und Weiß hat zwar einen Turm weniger, dafür aber eine gewonnene Stellung.

25.Txe5! Aber nicht 25.Dxe5+ wegen 25...Lf6

25...Lf6 26.Lf4 26.Lg5 ist verlockend, aber nach 26...Lxg5+ 27.Txg5+ Df6 "lebt" Schwarz noch.

26...Kg8 27.Lg4 Die schwarze Stellung ist schon hoffnungslos.

27...Lxe5 28.Lxe5 Tc7 29.Lxc7 Ich trennte mich ungern vom Läuferpaar!

29...Dxc7 30.Le6+ Kf8 31.Dh8+ Ke7 32.Dxh7+ Kf6 32...Kd6 33.Dxg6 33.Dh8+ Zeitgewinn. 33.Dg8 ginge noch schneller.

33...Kg5 33...Ke7 34.Dh7+ Kf6 35.Dg8!

34.Df8 Sd6 34...Df4+ 35.Dxf4+ Kxf4 36.h7

35.Tg1+ Kh5 36.Lg4+ Kh4 37.Df6+ g5 38.Dc3 Das Matt auf h3 ist undeckbar. 1–0

 GM Ilia Balinov / Heinz Herzog