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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1933 vom 07.09.2001, Kategorie Kolumne

Die Entscheidungspartie von Mureck

Heute bringen wir die entscheidende Partie aus der letzten Runde, die dem gebürtigen Steirer Siegfried Baumegger den österreichischen Staatsmeistertitel brachte. Wir berichteten ja bereits vor zwei Wochen über den Titelkampf. Mit einem Sieg wäre Weiss alleiniger Zweiter, bei Remis wäre Baumegger Zweiter, aber er wollte mehr. Doch sehen Sie selbst:

Weiß: IM Weiss (2403)

Schwarz: IM Baumegger (2357)

ÖSM (15.Runde), Aug. 2001 [D11]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 Sf6 2.g3 Weiß versucht, mit 3.Lg2 gleich e2-e4 durchzusetzen.

2...d5 3.Lg2 3.c4 führt zu Katalanisch, wo die Chancen, auf Gewinn zu spielen, günstiger wären.

3...Lf5 4.Sf3 e6 5.0–0 Sbd7 6.c4 c6

Schwarz hat schon Ausgleich erreicht.

7.b3 Le7 8.Lb2 0–0 9.Sc3 Se4 10.Sd2 Sxc3 10...Sxd2 11.Dxd2 dxc4 12.e4 Lg4 13.h3 Lh5 14.g4 Lg6 15.bxc4 Sb6 16.Dd3 e5 17.d5 Tc8 18.Tac1 Te8 19.Tfd1 Lc5 mit dynamischem Gleichgewicht, Sonntag-Vaganian GBL95/96.

11.Lxc3 Sf6 12.Te1 Eine Partie aus dem Jahr 1962: 12.b4 b5 13.c5 Lg6 14.a4 a6 15.Db3 Se8 16.axb5 axb5 17.Txa8 Dxa8 18.Ta1 Db7 19.Da2 Sc7 20.Da7 mit großem Vorteil für Weiß, Udovcic-O'Kelly Berlin 1962.

12...c5 Schwarz kontert rechtzeitig im Zentrum.

13.cxd5 Mit diesem Zug beginnen die weißen Schwierigkeiten. Besser wäre 13.dxc5 Lxc5 14.e3 mit Ausgleich.

13...Sxd5 14.Lxd5 14.Lb2 cxd4 15.Lxd4 Sb4 16.e4 Dxd4 17.exf5 Tad8 mit massiven Problemen.

14...cxd4!? 14...exd5 ist genauer.

Diagramm (6kb)

15.Lxb7!? Mutig gespielt. Nach 15.Lxd4 exd5 (15...Dxd5 16.Lxg7 Kxg7 17.e4 Dd3 18.exf5 Dxf5) 16.e4 dxe4 17.Sxe4 muß der Anziehende ums Remis kämpfen.

15...dxc3 16.Sc4 Tb8 17.Lg2 Lf6 17...c2 ist schlecht wegen 18.Dxd8 Tfxd8 19.e4

18.e4 Lg6 19.Df3 19.e5 schaltet den schwarzfeldrigen Läufer aus, öffnet aber die Diagonale b1–h7.

19...Ld4 20.Tad1 e5 Sicherer war 20...Tc8 und nach 21.Te2 dann 21...e5

21.h4 21.Sxe5 c2 22.Td2 Lxe5 (22...Dg5 23.Sc4) 23.Txd8 Tfxd8 24.De2 Lc3 25.Tc1 Td2 26.De3 Td1+ 27.Lf1 Lxe4 28.Txc2 Lxc2 29.Dxc3 Ld3 30.Dxd3 Txd3 31.Lxd3 Td8 und das Endspiel ist für Schwarz gewonnen.

21...f5 21...f6 ist auch gut.

22.exf5 22.Sxe5 geht immer noch nicht: 22...c2 23.Txd4 (23.Td2 fxe4 24.De2 Tc8) 23...Dxd4 24.Sxg6 Dd2 25.De3 Dxe3 26.fxe3 hxg6

22...Txf5 23.Dd5+ Dxd5 24.Lxd5+ Kh8 25.Se3 Tff8 26.Tc1 a5 27.Kg2 c2 Die Unterstützung des c-Bauern mit 27...Tbc8 war naheliegender.

28.h5 Ld3 29.Lc4 Das Turmendspiel ist nach 29.f3 Tbd8 30.Le4 Lxe4 31.fxe4 Lxe3 32.Txe3 Td2+ 33.Kh3 Tc8 34.Tee1 Tc3 technisch gewonnen.

29...Le4+ 30.Kg1 Tf3 31.Lf1 Lxe3 32.Txe3 Txe3 33.fxe3 Td8 34.Le2 g5

Etwas Taktik könnte die Partie schneller entscheiden: 34...Td2 35.Kf1 Ld3 36.Lxd3 Td1+ 37.Ke2 Txc1 38.Kd2 Tg1 39.Kxc2 Txg3

35.Kf2 Kg7 36.a3 Weiß muß früher oder später diesen Zug machen, weil Td8-d6 und danach der Marsch mit dem König über b4-a3-b2 droht.

36...Tb8 37.Lc4 g4 Auch h5 ist schwach.

38.Ke1 Tf8 39.Le2 Tb8 40.Lc4 Kh6 41.Kd2 Kxh5 42.Tf1 Kg5 43.Kc1 h5 44.Tf7 a4 45.Tg7+ 45.b4 ist ebenfalls hoffnungslos. 45...Td8 46.Le2 Ld3 47.Lxd3 (47.Tf2 e4) 47...Txd3 48.b5 Txe3 49.b6 Txg3 50.b7 Tb3

45...Kh6 46.Te7 axb3 47.Te6+ Kh7 0–1

 GM Ilia Balinov / Heinz Herzog