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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1969 vom 05.10.2001, Kategorie Kolumne

Mannschaft-Europacup in Kreta.

Beim Mannschafts-Europacup vom 22. bis 30. September wurde Österreich durch den Staatsliga Meister Merkur Graz (Beliavskij, Chernin, Luther, Stanec, Kindermann, Teske) und den Vizemeister Hohenems (Hickl, Atlas, Gustafsson, Bezold, Novkovic, Gärtner) vertreten. Die beiden Mannschaften bewegten sich bis zur 6. Runde im Mittelfeld. In der 7. und letzten Runde gab es dann ein internes Derby. Merkur Graz gewann hoch und konnte sich so auf Platz 11 verbessern. Im Vorjahr erreichten die Grazer sogar den hervorragenden vierten Platz!

Bei den Vorarlbergern ist die GM-Norm von IM Atlas auf dem 2. Brett hervorzuheben. Das beste Team heißt heuer Norilsky Nikel aus Rußland (Dolmatov, Grischuk, Rublevsky, Zvjaginsev, Malakhov, Glek).

Endstand: (39 Teilnehmer)

Tabelle (5kb)

In unserer Rubrik Welt bzw. Österreich finden Sie die komplette Tabelle und alle Einzelergebnisse

Weiß: GM Sakaev (2630)

Schwarz: GM Lastin (2628)

Europa-Cup (Rd. 5), Sep. 2001 [D43]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 e6 4.Sc3 Sf6 5.Lg5 h6 5...dxc4 6.e4 b5 7.e5 h6 8.Lh4 g5 führt zur berühmten Botwinnik-Variante.

6.Lh4 6.Lxf6 ist für "gemütliche" Spieler.

6...dxc4 7.e4 g5 8.Lg3 b5 8...Lb4 wurde bereits auf verschiedene Arten widerlegt.

9.Le2 Lb7 9...b4 10.Sa4 Sxe4 11.Le5 Sf6 12.Sc5! kam in der grandiosen Partie Sakaev-Kobalja.

10.h4 g4 Mit 10...b4 gewann GM Dreev heuer bereits wilde Duelle.

11.Se5 Tg8 Die letzte Mode. Ein Beispiel aus der Großmeisterpraxis: 11...h5 12.0–0 Sbd7 13.Dc2 Sxe5 14.Lxe5 Lg7 15.Tad1 0–0 16.f3 Sh7 17.Lxg7 Kxg7 18.fxg4 Dxh4 19.gxh5 Sg5 20.Lf3 f5 21.d5 fxe4 22.dxe6 exf3 23.e7 Tf6 24.Td8 Sh3+ 25.gxh3 Dg3+ 26.Kh1 Dxh3+ 27.Kg1 Dg3+ 28.Kh1 c5 und Schwarz steht klar besser. Halkias-Asrian, Ohrid 2001.

12.Sxg4 Nach 12.h5 Sbd7 13.Sxd7 Sxd7 14.Lxg4 Db6 15.0–0 Td8 16.e5 Sf6! bekam Weiß Probleme. Vallejo-Timman, Pamplona 1999.

12...Sbd7 13.e5 Sxg4 14.Lxg4 Db6 15.0-0 15.a4 a6 16.axb5 cxb5 17.d5 0-0-0 18.Kf1 h5 19.Lxh5 Txg3 20.fxg3 Sxe5 mit Kompensation für die Qualität, Sambuev-Evseev, Tula 2001.

15...0–0–0 16.b3 Mit 16.Lh5 verliert Weiß nach 16...Txg3 17.fxg3 Sxe5 die Initiative.

16...Sb8 Beachtung verdient auch 16...Lg7 17.bxc4 Sxe5 18.c5 Da5 19.Se4 Sc4 20.Sd6+ Sxd6 21.Lxd6 Db4 mit Gegenspiel.

17.Df3 Dxd4 Möglich war auch 17...Txd4 18.Lh3 (18.Dxf7 Tdxg4 19.Dxe6+ Sd7 20.Tad1 Dd8 ist unklar.) 18...Dc7; Genug Kompensation für die Figur hat Weiß nach 17...c5 18.d5 b4 19.bxc4 bxc3 20.Tab1 Dc7 21.Tfc1 mit der Idee Tc1–c3-b3.

18.Lh3 Lb4 18...c5 19.Dxf7; Unzureichend ist das Decken von f7 mit 18...Td7 19.Tfd1 c5 (19...Db6 20.Txd7 Sxd7 21.Dxf7 Txg3 22.Lxe6 und Weiß gewinnt.) 20.Txd4 Lxf3 21.Txd7 Sxd7 22.gxf3

Diagramm (6kb)

19.Tad1! Sofort 19.Dxf7 bringt nichts 19...Lxc3 20.Lxe6+ Sd7 21.Tad1 Ld2; aber 19.Se2 Dd7 20.bxc4 war die Alternative.

19...Txg3! Schwarz verteidigt sich ausgezeichnet. 19...Dxc3 verliert nach 20.Dxf7 Sa6 21.Lxe6+ Kb8 und 22.Df6!

20.Dxg3 Dxc3 21.Txd8+ Kxd8 22.Dg8+ Kc7 23.Td1 Lc8 24.Dxf7+ Kb6 25.De8 25.Td8 wäre wegen 25...De1+ 26.Kh2 Dxe5+ 27.f4 Dc7 ein Fehler.

25...Dc2 Vorteil erhält Weiß nach 25...Kb7 26.bxc4 bxc4 (26...Dxe5 27.cxb5 cxb5 28.g3; 26...Dxc4 27.Df7+ Kb6 28.Td8) 27.Df7+ Kb6 28.Lxe6 Lxe6 29.Dxe6

26.Lg4 Nach 26.Td8 Dc1+ 27.Kh2 Df4+ 28.g3 Dxf2+ 29.Lg2 Le1 30.Dg8 cxb3 31.axb3 Sd7 32.Txc8 Sxe5 33.Tf8 De2 entsteht eine unklare Stellung.

26...Kb7 genauer ist 26...Kc7

27.Df7+ Ld7 27...Kb6 scheitert an 28.Td8; und 27...Ka8 an 28.Td8 (aber nicht 28.Dc7 wegen 28...Lc5) 28...Db1+ 29.Kh2 De4 30.Kh3.

28.Txd7+ Sxd7 29.Dxd7+ Kb6 Natürlich nicht 29...Kb8 30.Lxe6 Dc1+ 31.Kh2 Df4+ 32.Kh3 Df8 33.Dxc6.

30.Dd8+ Kc5 31.Dd6+ Kb6 32.Db8+ Kurioserweise ist nach 32.Dxb4 Dc1+ 33.Kh2 c5 ist die weiße Dame gefangen.

32...Kc5? Zeitnotfehler. Notwendig war 32...Ka6! 33.Dc8+ (33.Lxe6 Lc5) 33...Kb6 34.Dd8+ Kc5 35.Df8+ Kb6 mit Ausgleich.

33.Dxa7+ Kd5 34.De3 und Schwarz ist hilflos gegen 35.Lf3 matt. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog