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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1977 vom 19.10.2001, Kategorie Kolumne

Mannschafts-WM in Armenien.

Seit 1985 findet alle vier Jahre die Mannschafts-Weltmeisterschaft statt. Die fünfte Ausgabe wird vom 12. bis 20. Oktober in der Staatsoper von Yerevan (Armenien) ausgetragen. Neun Teams nehmen teil. Qualifiziert sind die ersten drei der Olympiade: Rußland (Svidler, Grischuk, Dreev, Rublevsky, Motylev, Sakaev), Deutschland (Jussupow, Dautov, Graf, Lutz, Luther, Bönsch) und die Ukraine (Ivanchuk, Ponomariov, Baklan, Eingorn, Romanischin), weiters aus Europa: Ungarn (Leko, Gyimesi, Ruck, Varga, Acs), aus Amerika: Kuba (Dominguez, Vera, Arencibia, Nogueras, Delgado), aus Asien: Uzbekistan (Kasimdzhanov, Iuldachev, Safin, Vakhidov, Egin, Dzhumaev), natürlich der Gastgeber Armenien (Akopian, Vaganian, Lputian, Asrian, Anastasian, Minasian) und zwei von der FIDE eingeladene Teams, nämlich Mazedonien (Mitkov, Nedev, Jacimovic, Stamenkov) und der Iran (Ghaem Maghami, Mahjoob, Darban, Roghani). Eine sehr starke Leistung bot bisher das armenische Team: zweimal 4-0 gegen Iran und Mazedonien und ein 3-1 Sieg gegen den Favoriten Rußland.

Zwischenstand nach 6 Runden:

Tabelle (6kb)

Weiß: GM Kasimdzhanov (2702)

Schwarz: GM Ivanchuk (2731)

Yerevan (3.Rd.), Okt.2001 [A32]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3 Weiß: Katalanisch? (nach 3....d5)

3...c5 Schwarz: lieber Benoni? (nach 4.d5)

4.Sf3 Weiß: eher doch nicht.

4...cxd4 Im Endeffekt einigten sie sich auf die Englische Eröffnung. Die Alternative heißt nach 4....d5 Tarrasch.

5.Sxd4 Dc7 6.Sd2 Karpov bevorzugt 6.b3 Z.B. 6...Lb4+ 7.Ld2 Lc5 8.Lc3 Se4 9.Lg2 Sxc3 10.Sxc3 De5 11.e3 Sc6 12.Sde2 0–0 13.0–0 Karpov-Van Wely, Amber rapid 1998.

6...Lc5 6...Sc6 wurde auch oft gespielt.

7.S2b3 Le7 8.Lf4?N Besser ist 8.Dc2 oder 8.Dd3

8...e5 9.Sb5

Diagramm (6kb)

9...Dc6 Zu komplizierten Stellungen führt auch 9...Dxc4. Sogar hier erhält Schwarz gute Aussichten: 10.Tc1 Dxb5 11.Txc8+ Ld8 12.Tc5 (12.Dd6 exf4 13.Tc5 Db4+ 14.Sd2 Sd5 15.Dxd5 Dxb2 mit Vorteil Schwarz) 12...Db4+ 13.Ld2 De4 14.f3 Df5 15.e4 Dh5 unklar; 10.Sd6+ 10...Lxd6 11.Tc1 (11.Dxd6 Sc6 12.Tc1 Se4) 11...Db4+ 12.Ld2 Sc6 13.Lxb4 Lxb4+ 14.Tc3 d5 15.a3 Lxc3+ 16.bxc3 0–0 mit ausreichendem Spiel.

10.Lxe5 Dxh1 11.Sc7+ Kd8 12.Sxa8 Lb4+ 13.Sd2? Notwendig war 13.Lc3 Lxc3+ 14.bxc3 14...Dc6 15.Sd4 Dxc4 (15...Dc5 16.Sb5) 16.Db3 Dc5 17.Lg2 Sc6 18.Td1 Te8 19.Lxc6 dxc6 20.Dxf7 Dxc3+ 21.Kf1 mit Gewinn; 14...b6 15.f3 Lb7 16.Dd6 Sa6 17.Sxb6 und Weiß hat Übergewicht.

13...Se4 14.Lc3 Lxc3? Auch ungenau. Zu klarem Vorteil führt 14...Sxc3 15.Db3 Sxa2 16.Dxa2 (16.Txa2 Lxd2+ 17.Kxd2 Dxf1 18.Txa7 Dxf2) 16...Sa6 17.Db3 b6.

15.bxc3 Te8 15...b6 verdient Beachtung.

16.Sxe4 Dxe4 17.Db3? Nach diesem Zug ist die weiße Stellung kaum zu halten. Gute Rettungschancen boten 17.Dd5 Dxd5 (17...b6 18.Dxe4 Txe4 19.c5 Lb7 20.Sxb6 axb6 21.Lg2 bxc5 22.Tb1 Tb4 23.Txb4 cxb4 24.Lxb7 bxc3 25.Kd1 und der c-Bauer geht verloren) 18.cxd5 d6 19.a4 Sd7 20.e3 Sf6 21.a5 Sxd5 und der weiße Springer ist immer noch im Abseits, aber wie man ihn fängt, ist noch nicht klar.; 17.Dd4 Dxd4 18.cxd4 Sc6 19.d5 Se5 20.e3 b6 21.d6 Te6 22.Td1 Sf3+ 23.Ke2 Sg1+ 24.Ke1 Sf3+ 25.Ke2 Remis.

17...Sa6 18.0–0–0 Komplizierter für Schwarz macht es: 18.e3 b6 19.Sxb6 axb6 20.Dxb6+ (20.c5 Te6 21.cxb6 Sc5 22.Db5 De5 23.Db4 Se4 24.Lg2 Sxf2 25.Dd4 Se4 26.Tb1 Lb7–+) 20...Sc7 21.Dd4 f6.

18...b6 Weiß verliert die Figur ohne irgendeine Kompensation. Ivanchuk realisiert den materiellen Vorteil problemlos.

19.Sxb6 axb6 20.Dxb6+ Sc7 21.e3 21.Dd4 ist auch unzureichend: 21...Da8 22.Kb2 f6 und Schwarz steht klar besser. 21...Df3 22.Db2 Te6! 23.Ld3 Sa6 24.c5 Sxc5 25.Lc4 Tf6 26.Db4 d6 27.Td2 Dh1+ 28.Td1 Dc6 29.Ld5 Da6 30.Lc4 Da7 31.f4 Kc7 32.Td4 Lb7 33.g4 Th6 34.Db2 Th3 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog