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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 1993 vom 09.11.2001, Kategorie Kolumne

Staatsliga-A-Auftakt in Mörbisch

Einen Tag vor Allerheiligen startete die Staatsliga-A-Saison 2001/2002 mit einer 4-er Runde am Neusiedlersee. Eine kleine Sensation gleich zu Beginn. Es führt der Aufsteiger "Die Klagenfurter" vor dem Dauerstaatsmeister Merkur Graz. Ebenfalls gute Figur machte der zweite Aufsteiger, Jenbach aus Tirol. Die drei Mannschaften haben sich schon etwas vom Rest des Feldes abgesetzt. Enttäuschend hingegen der Vorjahreszweite und Europacup-Teilnehmer Hohenems als Vorletzter.

Stand nach 4 Runden

Tabelle (7kb)

Sie finden alle Ergebnisse und Partien (im PGN-Format) auch in unserer Rubrik "Staatsliga".

Am Schluss eine Partie vom "Merkurianer" GM Chernin, der kurz zuvor einen hervorragenden zweiten Platz beim Aktivschach-Turnier in Korsika belegte. Im Finale spielte er zweimal Remis gegen Anand (!). Die entscheidende Blitzpartie endete ebenfalls Remis. Laut Reglement hätte er diese Entscheidungspartie mit Weiß und einer Minute mehr (6 gegen 5) gewinnen müssen. So blieb er unbesiegt Zweiter.

Weiß: GM Chernin (2592)

Schwarz: GM Uhlmann (2473)

Staatsliga A, 4. Rd., 3.Nov.2001 [E71]

Merkur Graz gegen Voest Linz

Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.h3 e5 Es wird hier hauptsächlich 5...0–0 gespielt.

6.d5 Der Abtausch führt nur zum Ausgleich: 6.dxe5 dxe5 7.Dxd8+ Kxd8 8.Le3 c6 und der schwarze König auf c7 steht ausgezeichnet.

6...c6 6...a5 7.Ld3 Sa6 8.Sge2 0–0 9.Lg5 Ld7 10.0–0 De8 11.Tc1 Sc5 12.Lb1 Sh5 13.g4 h6 14.Le3 Sf4 15.Sxf4 exf4 16.Lxf4 f5 17.exf5 gxf5 18.Dc2 mit entscheidendem Vorteil für Weiß, Chernin-Brunner, Buenos Aires 1992.

7.Lg5 cxd5? Uhlmann klärt zu früh das Zentrum. Besser ist 7...h6 oder 7...0–0

8.cxd5 0–0 9.Sf3 Sbd7 10.Sd2 a6 11.a4! mit Raumgewinn am Damenflügel.

11...a5 Sonst spielt Weiß a4-a5.

12.Lb5! h6 13.Le3 Se8 14.Sc4 f5 15.f3 Chernin wollte zuerst den Punkt e4 überdecken (nach Nimzovitsch!). 15.Lxd7 erlangt auch Vorteil: 15...Lxd7 (15...Dxd7 16.Sb6) 16.Lb6 Dh4 17.g3 De7 18.Lxa5 fxe4 19.Lb4 (19.Sxe4 Sf6 20.Sxf6+ Dxf6 21.Lb6 Tfc8 und Schwarz hat gewisse Kompensation für den Minusbauern.) 19...Df7 20.Sxe4 Lxa4 21.Txa4 Txa4 22.Dxa4 Df3 23.0–0 Dxe4 24.Db5 Sc7 25.Sxd6 Dxd5 26.Dxd5+ Sxd5 27.La3 mit weißem Vorteil.

15...Sc5 Schwarz versucht den Druck auf e4 zu verstärken.

16.0–0 b6 Es drohte Le3-c5 gefolgt von d5-d6. Jetzt kann Schwarz auf c5 mit dem b-Bauern zurücknehmen, typisch für Königsindisch. 16...f4 ist wegen 17.Lxc5 dxc5 18.d6 Le6 19.d7 Sc7 20.Dd6 Tf6 21.Sxe5 (oder 21.Dxc5 und Weiß hat großen Vorteil.) nicht effektiv.

17.Lc6 La6. Nach 17...Tb8 18.Sb5 Ld7 19.Sbxd6 Sxd6 20.Sxd6 Tf6 21.Lxc5 bxc5 22.Lxd7 Txd6 23.Le6+ steht Weiß auf Gewinn.

18.Sb5 Lxb5 19.axb5 Tb8 20.Lxe8! Der Läufer wäre nutzlos. 20...Txe8 21.Lxc5! dxc5

Diagramm (6kb)

22.d6 Schwarz ist strategisch verloren. Eine Stellung wie aus dem Lehrbuch über die Gefahren der Königsindischen Verteidigung.

22...Dd7 23.Dd5+ Kh7 24.Dc6 De6 25.d7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog