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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2008 vom 16.11.2001, Kategorie Kolumne

Team-Europameisterschaft in Leon

35 Herren- und 32 Damenmannschaften nehmen vom 6. bis 15. November bei der Team-Europameisterschaft in Leon (Spanien) teil. Gespielt wird auf 4 Brettern bei den Herren und 2 bei den Damen. Einige starke Länder (Bulgarien, Deutschland, Tschechien und der neue Weltmeister Ukraine) sind nicht mit der ersten Garnitur vertreten, andere fehlen komplett (Bei den Herren Russland, Armenien, Ungarn, Rumänien, Dänemark). Ein Grund dafür ist sicher die im Dezember bevorstehende WM in Moskau und danach die Einzel-Europameisterschaft in Groningen (Holland).

Österreich wird vertreten durch IM Sommerbauer, IM Danner, IM Volkmann, IM Baumegger und FM Neubauer, bei den Damen durch WFM Horvath, Unger und Sommer. Die Ergebnisse der beiden Teams liegen erwartungsgemäß (entsprechend ihrer Startnummer) im letzten Drittel.

Stand nach der 7.Runde:

Tabelle (6kb)

Den Endstand und alle Einzelergebnisse finden Sie in unserer Rubrik "Welt" oder "Österreich".

Weiß: GM Lutz (2643)

Schwarz: GM Milov (2602)

Deutschland - Schweiz

EuTCh Leon, Nov.2001 [B42]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 a6 Die moderne Paulsen-Variante.

5.Ld3 Lc5 6.Sb3 Le7 Früher spielte man automatisch 6...La7. Mit dem Textzug will Schwarz einen Igel-Aufbau erreichen, wo der Springer von d4 auf dem weniger aktiven Feld b3 steht.

7.Dg4 Ein Versuch die schwarze Strategie sofort zu widerlegen. Die Alternative ist: 7.c4 d6 8.Sc3 Sf6 9.0–0 Sbd7 10.f4 b6 11.Le3 Lb7 12.Df3 Sc5 13.Sxc5 bxc5 14.Dh3 Sd7 15.e5 dxe5 16.f5 Sf6 17.Tad1 Db6 18.fxe6 Dxe6 19.Lf5 Dxc4 20.Lg5 mit starker Initiative für die zwei Minusbauern, Shirov-Kveinys, Istanbul Ol.2000.

7...Sf6 Diese Variante hat schlechte Reputation, aber GM Milov ist offensichtlich anderer Meinung. Normal ist 7...g6 wie in der Partie David-Smirin, Europa Ch. 2000. 8.Sc3 d6 9.a4 b6 10.0-0 Sd7 11.De2 Dc7 12.Ld2 Lb7 13.Tae1 Se5 14.Kh1 Sf6 mit dynamischem Gleichgewicht.

8.Dxg7 Tg8 9.Dh6 Sc6 10.Sc3 Auf 10.0-0 erhält Schwarz aktives Spiel am Königsflügel.

10...Txg2 11.Dh3 Tg8 12.Ld2 12.Le3 wird auch gespielt: 12...d5 13.exd5 Sb4 14.0–0–0 Sxd3+ 15.Txd3 exd5 16.Df3 Lg4 17.Df4 Le6 18.Sd4 Tg4 19.Df3 Tg6 mit besseren Chancen für Weiß, Van der Wiel-Kurajca EU-chT 1997.

12...d5 13.exd5 exd5 14.Df1 Le6 Interessant auch 14...Se5 15.0–0–0 Lg4 16.Le2 (Auf 16.Te1 ist Sf3 unangenehm) 16...Tc8 mit unklarem Spiel.

15.0–0–0 Dc7 16.Se2 Richtung d4 mit Blockade.

16...0–0–0 17.Sed4 Sxd4 Zu beachten war 17...Sb4 und nach 18.Lxb4 Lxb4 19.Lxa6 bxa6 20.Sxe6 fxe6 21.Dxa6+ Kb8 22.Dxe6 Td6 kann Schwarz zufrieden sein.

18.Sxd4 Lc5 19.Sxe6 fxe6 20.f3! Ein nützlicher Zug.

20...Kb8 21.Dh3 Das Läuferpaar garantiert den weißen Vorteil.

21...e5 22.The1 Tde8 23.Dh4 Db6 24.Dh6 e4 25.fxe4 dxe4 26.Lf4+ Ka7 27.Lc4 Tg2 28.Te2 Txe2 29.Lxe2 e3 Solche Züge sind zweischneidig. Einerseits nähert sich der schwarze Bauer der Grundreihe, anderseits geht die Kontrolle über die weißen Felder verloren. 29...Tg8 verdient Beachtung.

30.c3 Te6 31.Dg5 h6 32.Df5 32.Dxh6 ist wegen 32...Sd5 33.Lb8+ ungenau (aber nicht 33.Dg5? La3 34.bxa3 Sxc3 35.Kc2 Sxd1 36.Lxd1 e2 und Schwarz gewinnt.) 33...Kxb8 34.Dh8+ Ka7 35.Txd5 Th6 36.De5 Ld6 mit Ausgleich.

32...Se4 Es droht 33....Sc3 34.bxc3 La3

33.Td3 Sd2 34.Td7 Te4 Schwarz vermittelt das Gefühl, dass er die Initiative hat. Das ist aber nur eine optische Täuschung.

Diagramm (6kb)

35.Txb7+!! Wie ein Blitz aus heiterem Himmel!

35...Kxb7?? Grober Fehler. 35...Dxb7 36.Dxc5+ Db6 37.Dxb6+ Kxb6 38.Lxh6 und das Läuferpaar und zwei Bauern sind wesentlich stärker als der Turm und der Springer. Trotzdem sollte sich Schwarz dafür entscheiden.

36.Dd7+ Ka8 37.Dc8+ Ka7 38.Lb8+!! Die Pointe! 38.Lb8+ Dxb8 39.Dxa6# 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog