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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2024 vom 30.11.2001, Kategorie Kolumne

FIDE WM in Moskau

Am 26 November wurde im prunkvollen Kongresssaal des Kremls die FIDE-WM eröffnet. Selbst der russische Präsident Putin hielt bei dieser Zeremonie eine Rede.

Die Herren- und die Damen-WM werden gleichzeitig ausgetragen. 128 Spieler und 64 Spielerinnen kämpfen um den Preisfond, der mit 3 Millionen Dollar bei den Herren und mit 500.000 Dollar bei den Damen dotiert ist. Gespielt wird im K.O.-System: Zuerst ein Match auf zwei Partien mit 90 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug Bedenkzeit für die gesamte Partie. Bei 1-1 folgt ein Tie-Break im Aktivschach-Modus. Im Viertelfinale werden dann 4 und im Halbfinale schließlich 6 Partien gespielt. Das Herren-Finale (8 Partien) findet von 16. bis 26. Jänner 2002 statt.

Die gesamte Schachelite, leider mit Ausnahme von Kasparov und Kramnik ist dabei. Die beiden werden im Dezember - ebenfalls in Moskau – die Klingen im Klassisch-, Aktiv- und Blitzschach kreuzen. Riesenüberraschung schon in der ersten Runde: Der Weltmeister Anand verlor gegen den Internet-Qualifikanten Touzane aus Frankreich.

Hier aber ein eindrucksvoller Sieg des russischen GM Bareev:

Weiß: IM Gluzmann (2400)

Schwarz: GM Bareev (2719)

Fide WM Moskau, Nov. 2001 [B19]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c6 2.d4 d5 Die Caro-Kann-Verteidigung.

3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Lf5 5.Sg3 Lg6 6.h4 h6 7.h5 Lh7 8.Sf3 Sf6 8...Sd7 ist eine ältere Variante, sie verhindert Sf3-e5.

9.Ld3 Lxd3 10.Dxd3 e6 11.Lf4 11.Ld2 ist die verbreitetste Fortsetzung.

11...Da5+ 11...Ld6 12.Le5 Lxe5 13.dxe5 Dxd3 14.cxd3 Sfd7 15.Se4 c5 16.Sd6+ Ke7 17.Sxb7 Sc6 18.0–0 Scxe5 19.Sxe5 Sxe5 20.Sxc5 Thd8 21.Tfd1 Td5 22.Tac1 Tb8 23.b3 Tc8 24.b4 Remis, Milos-Dreev, Fide World Cup 2000.

12.Ld2 Lb4 12...Dc7 führt zur Hauptvariante; 12...Da6 13.c4 Sbd7 14.b3 c5 15.De2 cxd4 16.Sxd4 Db6 17.Sb5 a6 18.Sc3 Lb4 19.0–0 0–0 20.Tfd1 Tfd8 21.Sce4 Remis, Wittmann-Stohl, AUT-chT 1999.

13.c3 13.Db3 bringt Weiß nichts 13...Lxd2+ 14.Sxd2 Sbd7 und 15.Dxb7 jetzt ist zu riskant denn nach 15...0–0 hat Schwarz genügend Kompensation.

13...Le7 14.b4N Ein neuer Zug, der schwer Anhänger finden wird. 14.c4 Lb4 15.0–0 Lxd2 16.Dxd2 Dc7 17.Db4 Sbd7 18.Da3 c5 19.dxc5 0–0 20.Tac1 a5 mit Ausgleich, Dervishi-Zelcic, Cutro 2000.

14...Dc7 15.Se5 Wenn 15.0–0 so 15...Sbd7 und Weiß kommt nicht zum wichtigen Sf3-e5.

15...Sbd7 16.f4 Weiß sichert den Springer auf e5.

16...a5! Rechtzeitig bevor Weiß kurz rochiert und dadurch der Turm auf a1 gedeckt wird. Jetzt ist a2-a3 nicht möglich.

17.bxa5 Schwere Entscheidung, aber was sonst?! Auf 17.b5 folgt einfach 17...c5 und das weiße Zentrum beginnt zu wackeln.

17...0–0 Gleich 17...Txa5 war auch möglich.

18.0–0 Auf 18.c4 kontert man mit 18...c5

18...Txa5 19.De2 Tfa8 20.Le1 c5 Unterminiert das Zentrum.

21.f5 Der Australier sucht schnell Gegenspiel am Königsflügel, aber die Unternehmung endet katastrophal.

21...cxd4! Der Beginn einer schönen Kombination.

22.cxd4 Sxe5 23.Lxa5 Txa5 24.dxe5 24.fxe6 fxe6 25.Tac1 verliert auch wegen 25...Db6 26.Tc8+ Lf8–+ mit materiellem Vorteil für Schwarz.

24...Txe5 25.Dd2 Nach 25.Db2 gewinnt Schwarz auf verschiedene Weise, eine davon ist: 25...Lc5+ 26.Kh1 Te3 27.Se2 Dc6 28.Sg1 Sxh5

25...Lc5+ 26.Kh1

Diagramm (6kb)

26...Te4!! Beendet die Partie viel schneller als 26...Te3

27.Sxe4 Sxe4 27...Sxe4 28.Df4 Sg3+ 29.Kh2 Sxf1+ 30.Txf1 Ld6 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog