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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2035 vom 28.12.2001, Kategorie Kolumne

GM Lutz - Deutscher Meister 2001

Die deutsche Staatsmeisterschaft fand heuer vom 30. November bis 8. Dezember in Altenkirchen statt. Das Turnier (9 Runden Schweizer-System) war stark und mit vielen jungen talentierten Spielern besetzt. Von der Spitze fehlten die GMs Dautov, Graf, Luther und Hickl. Vor der letzten Runde gab es drei Führende: Lutz, Hübner und Müller und alle drei sollten in der 9 Runde die schwarzen Steine haben. Aber nur dem Kölner Christopher Lutz gelang ein Sieg gegen den jüngsten deutschen GM Arkadij Naiditsch. Hübner versuchte, gegen den Vorjahressieger GM Rabiega mit Turm und Springer gegen Turm zu gewinnen. Ein Sieg hätte (nach Zweitwertung) den ersten Platz bedeutet. Vergeblich, aufgrund der 50-Züge-Regel endete die Partie letztendlich doch Remis. Sensationell der zweite Platz von IM Florian Handke (Schüler von Lutz!), der in der 9 Runde GM Müller bezwang! Hervorzuheben die Leistung des erst 13-jährigen Arik Braun, der 9. wurde.

Endstand (bei 41 Teilnehmer):

Endtabelle (6kb)

Hier eine Partie des neuen deutschen Meisters :

Weiß: GM Lutz (2643)

Schwarz: IM Handke (2407)

Deutsche Einzelmeisterschaft [B31]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sizilianisch etwas anders: keine langen Varianten (noch nicht!), kein Sveschnikov (3.d4 cd 4.Sd4 Sf6 5.Sc3 e5).

3...g6 Die Alternativen sind: 3...d6 und 3...e6

4.Lxc6 bxc6 5.0–0 Lg7 6.Te1 Sh6 7.c3 0–0 8.d4 cxd4 9.cxd4 f6 10.Sc3 d6 10...Sf7 ist flexibler. Mit dem Textzug hätte man zuwarten können.

11.b3 11.h3 Sf7 12.b3 Ld7 13.Lb2 Da5 14.Tc1 Tad8 15.Tc2 Tfe8 16.Sd2 Dg5 17.Te3 f5 18.Sf3 Dh5 19.exf5 Lxf5 20.Tce2 mit kompliziertem Spiel, Speelman-Shaw, GBR-Tch 2000.

11...Sf7 Schwarz hat das Läuferpaar, muss aber auf sehr engem Raum operieren.

12.Lb2 Db6 Kein idealer Platz für die Dame. Aktiver wäre 12...Da5 mit der Idee, die Dame auf den Königsflügel zu bringen.

13.h3 Nützliche Vorkehrung.

13...Ld7 Ungenau, was die deutsche Nummer 1 sofort ausnutzt. Zu empfehlen ist 13...e5.

Diagramm (6kb) 

14.e5! 14...Sg5 Keinen Spaß macht das Endspiel: 14...fxe5 15.Sa4 Dc7 16.dxe5 dxe5 17.Sc5 (17.De2 c5) 17...Tad8 18.De2 Lc8 19.Sxe5 (19.Tac1 Td5) 19...Sxe5 20.Lxe5 Lxe5 21.Dxe5 Dxe5 22.Txe5 Tf5 23.Tae1 Txe5 24.Txe5 mit klarem positionellen Vorteil für Weiß.; 14...dxe5 15.Sa4 Dc7 16.dxe5 fxe5 wie in der vorigen Variante; Schlecht wäre auch 14...Sd8 15.exd6 exd6 16.d5 und 14...Lf5 15.e6 Sg5 16.d5, in beiden Fällen mit weißem Übergewicht.

15.Sxg5 fxg5 16.Se4 g4 Zumindest interessant gespielt. Große Schwierigkeiten hat Schwarz auch nach: 16...dxe5 17.dxe5 Tad8 18.De2 h6 19.e6 Lxb2 (19...Lxe6 20.Sxg5 hxg5 21.Dxe6+ Tf7 22.Te2) 20.Dxb2 Lc8 21.Tac1

17.hxg4 Tf4 18.exd6 exd6 19.Dd2 19.f3 deckt den Bauern, schwächt aber die schwarzen Felder rund um den König.

19...Txg4 19...Taf8 20.g5 mit einem Bauern mehr.

20.d5 Starker Zug: Weiß will seinen schwachen Läufer gegen den guten tauschen.

20...Lf5 21.Sxd6 aber nicht 21.Lxg7 wegen 21...Lxe4.

21...Td8 22.Te7 Lf8 23.Sxf5 Der Textzug gewinnt komplizierter. Einfacher wäre: 23.De1 Db4 24.Sxf5 Dxe1+ 25.Texe1 gxf5 26.dxc6; oder 23.Dc3 Dd4 24.Dxd4 Txd4 25.Lxd4 Lxe7 26.Sxf5 gxf5 27.dxc6 Txd4 28.c7

23...gxf5 24.Dc3 Lxe7 Die Variante 24...Dd4 25.Dxd4 Txd4 26.Lxd4 Lxe7 27.dxc6 Txd4 28.c7 ist schon bekannt.

25.Dh8+ Kf7 26.Dxh7+ Ke8 27.Dh5+ Kd7 28.Dxf5+ Kc7 29.Dxg4 Txd5 Weiß hat zwei Bauern mehr und steht auf Gewinn.

30.Te1 Lc5 31.Dg7+ Td7 32.Le5+ Kc8 33.Dg8+ Td8 34.De6+ Kb7 35.Df7+ Ka6 36.Dc4+ Kb7 37.Df7+ Ka6 38.Dc4+ Kb7 39.Lg3 Td2 40.Df7+ Ka6 41.a4 Tb2 42.Tc1 Ld4 43.Td1 Tc2 44.Df5 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog