Wiener Zeitungs Schachergebnisserver - Kolumne
Schach Homepage Swiss-Manager Homepage Österreichischer Schachbund Homepage Wiener Zeitung Homepage CMS-Version 10.06.2017 12:15, Logged on: Gast Suche Impressum Sitemap Login Logoff Kontakt
 Home   Österreich   Welt   Kolumne   Meisterschaft   Turnier-DB   Archiv   Turnierkalender   Links   Datenpflege 

Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2119 vom 01.02.2002, Kategorie Kolumne

Bareev gewinnt in Wijk aan Zee

Vor zehn Jahre war er hinter Kasparov und Karpov die Nummer drei in der Weltrangliste. Aber erst vor einem Jahr ist er in den 2700-er Klub aufgestiegen. Bei der WM-Qualifikation in Moskau schied er gegen den nunmehrigen Weltmeister Ponomariov im Viertelfinale aus. Für Aufregung sorgten seine Kommentare über das Match Kasparov-Kramnik in London, wo er Sekundant des Siegers war. Die Rede ist vom 35 jährigen Russen Evgeny Bareev, der beim heurigen Super-Turnier in Wijk aan Zee die beste Leistung in seiner Karriere bot. Hier, wo er 1995 schon einmal Zweiter war, siegte er diesmal mit einem halben Punkt Vorsprung vor seinem Landsmann Grischuk. Leider völlig außer Form war hingegen der als Nummer 6 gesetzte Holländer Van Wely. Bleibt die Hoffnung, dass er diese schwarze Serie von 7 Niederlagen (und keinem Sieg) bald überwindet.

Endstand nach 13 Runden:

Tabelle (8 kb)

Das B-Turnier gewann überlegen der Pole Michal Krasenkow.

Die Endtabellen beider Gruppen finden Sie hier.

Weiß: GM Leko (2713)

Schwarz: GM Grischuk (2671)

Corus Wijk aan Zee Jän.2002[C42]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sxe5 d6 4.Sf3 Sxe4 5.d4 d5 6.Ld3 Sc6 7.0–0 Le7 8.c4 Sb4 9.Le2 Le6 9...0–0 10.Sc3 Lf5 ist eine gleichwertige Alternative.

10.Sc3 0–0 11.Se5 Relativ neuer Zug in dieser längst bekannten Stellung. Aber sowohl Leko als auch Grischuk haben mit beiden Farben Erfahrung in dieser Variante.

11...f6 Stark im Trend ist: 11...c5 12.Sxe4 dxe4 13.d5 Lc8 14.a3 Sa6 Beispiele aus dem Jahr 2001: 15.f4 f6 16.Sg4 Lxg4 17.Lxg4 f5 18.Le2 Lf6 19.g3 (19.Tb1 Ld4+ 20.Kh1 Sc7 21.b4 b6 22.Tb3 Se8 23.Le3 Lxe3 24.Txe3 Sd6 Schwarz seht schon besser, Anand-Leko. Advanced chess 2001.) 19...Ld4+ 20.Kg2 Sc7 21.Tb1 a5 22.b3 Df6 23.Dc2 Se8 mit besserem Spiel für Schwarz, Leko-Kramnik, Monaco rapid 2001.; oder 15.Dc2 15...f6 16.Sg4 Ld6 (16...Dd6 17.f3 f5 18.Sf2 Lf6 19.fxe4 Le5 20.h3 Ld4 21.e5 Dxe5 22.Kh1 Ld7 23.Sd3 La4 24.Dxa4 Dxe2 25.Tf3 Tae8 26.Lf4 und Weiß steht besser Anand-Shirov, Viertelfinale Moskau WM 2001.) 17.f4 exf3 18.Lxf3 Dc7 19.g3 Ld7 20.Sf2 b5 21.b3 Tae8 22.Kg2 mit etwas besserem Spiel für Weiß, Topalov-Shirov, WM Moskau Achtelfinale 2001.

12.Sf3 12.Lg4 So setzte Anand gegen Kramnik in Frankfurt 1998 zweimal fort. Beide Partien endeten Remis. Der Zug ist in der Großmeisterpraxis kaum mehr anzutreffen. 12...Lc8 13.Lxc8 Txc8 14.Sd3 (in Bern 1994 spielte Sokolov 14.Sf3 gegen Mikhalchishin und gewann.) 14...Sxd3 15.Dxd3 Sxc3 16.bxc3 c5 17.dxc5 Txc5 18.Le3 Txc4 19.Lxa7 Lc5 20.Lxc5 Txc5 21.Tab1 Remis, Sokolov-Horvath J., JUG-chT 1994.

12...Kh8 13.a3 13.cxd5 Sxc3 14.bxc3 Sxd5 15.Ld3 c5 16.c4 Sb4 17.d5 Sxd3 18.Dxd3 18...Ld6 19.Db3 (19.dxe6 Lxh2+ 20.Kxh2 Dxd3) 19...Lg4 20.h3 Lh5 21.a4 Remis.; 18...Lf7? 19.Lf4 mit Vorteil Weiß, Leko-Adams, Dortmund 2001.; 13.Te1 c5 14.Le3 f5 15.a3 f4 16.Ld2 Sc6 17.Sxe4 dxe4 18.d5 Lxd5 19.cxd5 exf3 20.dxc6 fxe2 21.Dxe2 bxc6 22.Lxf4 Lf6 23.Le5 De7 24.Lxf6 Dxf6 25.Tac1 Tab8 führt zum Ausgleich, Grischuk-Motylev, WM Moskau 2001.

13...Sxc3 14.bxc3 Sc6 15.Sd2 f5 16.Te1 Lf6 17.a4 Lg8 18.c5 Te8 19.Sf3 h6 20.Tb1 Tb8 Zu beachten war: 20...b6 21.Lb5 Txe1+ 22.Dxe1 Sa5 23.Se5 Sc4 24.Sxc4 dxc4 und Weiß hat einen kleinen Vorteil.

21.Ld3 Txe1+ 22.Dxe1 Dd7 23.Lf4 Te8 Auf 23...b6 ist die Fesselung 24.Lb5 sehr unangenehm, aber immer noch besser als der Textzug.

24.Dd2 Es droht Tb7 und Lh6.

24...g5

Diagramm (6 kb)

25.Txb7! Tc8 25...gxf4 26.Dxf4 De6 27.Dxh6+ Lh7 28.Txc7 Te7 29.Txc6 Dxc6 30.Se5 mit Gewinn.

26.h4 Leko beweist, dass auch er "Gas geben" kann. Leider kommt das eher selten vor. 26.Ld6 gewinnt einfacher: 26...Dd8 27.Se5 Sxe5 28.Lxe5 Lxe5 29.dxe5 Le6 30.Txa7

26...gxf4 27.Dxf4 Lg7 28.Dxf5 28.Lxf5 ist nicht so klar: 28...Df7 29.Sg5 Df6 (29...hxg5 30.hxg5)

28...Dd8 28...De8 29.Lb5 Le6 30.Df4 a6 31.Lxa6 Sb8 32.Lb5 c6 33.Ld3 Sd7 34.a5; 28...Dxf5 29.Lxf5 Tf8 30.Ld7 Sb8 31.Lh3 a5 32.Txc7

29.Sg5!! hxg5 29...Df8 30.Sf7+ Dxf7 31.Dxc8

30.hxg5 Df8 31.Dh3+ Lh6 32.Lf5 Te8 33.Txc7 Te1+ 34.Kh2 Se7 35.g4 Le6 35...Te6 36.Kg2

36.Dxh6+ Dxh6+ 37.gxh6 Sxf5 37...Lxf5 38.gxf5 Sxf5 39.Txa7 Te6 wäre auch hoffnungslos.

38.gxf5 Lxf5 39.Tf7 Lg6 40.Txa7 Leko bringt schnell den vollen Punkt nach Hause.

40...Tc1 41.Kg3 Txc3+ 42.Kf4 Lh5 43.Ke5 Tf3 44.c6 Lg4 45.a5 Txf2 46.a6 Tc2 47.Tc7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog