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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2195 vom 26.04.2002, Kategorie Kolumne

Tschaturanga und Absam in der Staatsliga-A!

Beim letzten Play-off vom 12 bis 14 April stiegen die Teams von Tschaturanga Wien und Absam in die Staatsliga A auf. Ab der kommenden Spielsaison 2002/2003 wird es nur mehr 3 Staatsliga-B Bewerbe geben: West (Salzburg ,Tirol, Vorarlberg), Mitte (Oberösterreich, Kärnten, Steiermark) und Ost (Wien, Niederösterreich, Burgenland). Die drei Sieger von jeder Gruppe steigen direkt auf und die drei Letztplatzierten der Staatsliga A steigen ab. Die Reform ist begrüßenswert, weil die Liga dynamischer wird und die zusätzlichen finanziellen Belastungen für das Play-off wegfallen.

Zurück zur Qualifikation. Nie zuvor hat eine Team so eindeutig gewonnen wie diesmal. Letztes Jahr hat Tschaturanga im Aufstiegs-Play-off den 2. Platz und somit den Aufstieg um einen halben Punkt verpasst, heuer zeigten sie mit drei hohen Siegen (5-1, 5-1 und 4-2) keine Schwäche. Nach zwei Runden schien auch der zweite Platz vergeben zu sein, da überraschenderweise Wüstenrot/Inter-Salzburg mit zwei Punkten vor Absam lag. Aber das direkte Duell der beiden in der Schlussrunde endete für die Salzburger mit einem 4½-1½ Desaster. Wie sehen die Perspektiven für die beiden Aufsteiger in der höchsten Liga aus? Wenn sich die Absamer nicht verstärken werden sie es schwer haben sich zu behaupten. Anders ist die Situation bei Tschaturanga. Der Verein hat einen potenten Sponsor - United Chocolates und einen starken Kader und daher wird Tschaturanga ganz vorne mitspielen.

Die Kaderliste von Tschaturanga

Endstand im Play-off :

Weiß: Bukal,Vladimir (2393)

Schwarz: Umansky,Mikhail (2413)

Staatsliga-Qual. April 2002 [E11]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 Lb4+ 4.Sbd2 d5 4...0–0 ist flexibler.

5.a3 5.Da4+ Sc6 6.a3 Lxd2+ 7.Lxd2 Se4 8.Td1 sichert Weiß einen kleinen aber langfristigen Vorteil.

5...Le7 6.e3 0–0 7.b3 7.b4 a6 (7...a5 8.b5 c5 9.bxc6 bxc6 10.c5 Sbd7 11.Lb2 Sg4 12.Dc2 f5 13.h3 Sgf6 14.Sg5 Sb8 15.Le2 h6 16.Sgf3 Sbd7 17.0–0 Dc7 mit Gleichgewicht, Dizdar-Wahls, Dresden zt 1998.)

7...c5 8.Lb2 Sc6 8...cxd4 9.exd4 b6 10.Ld3 Lb7 11.0–0 Sc6 12.Te1 Tc8 13.Tc1 dxc4 14.bxc4 Tc7 15.Sb3 Td7 16.De2 a5 mit Ausgleich, Indjic-Rashkovsky, GMA-open Belgrad 1988.

9.Ld3 b6 10.0–0 Lb7 11.Te1 Tc8 12.Sf1 Untypische Idee für solche Stellungen. Besser wäre 12.dxc5 Lxc5 (12...bxc5 13.Tc1) 13.cxd5 Sxd5 14.b4 Ld6 15.Se4 Lb8 16.Tc1 und Weiß steht eine Spur bequemer.

12...Te8 Beachtung verdient 12...dxc4 13.bxc4 Dd7 nebst Tf8-d8.

13.Sg3 Lf8 14.h4? Das ist schon merkwürdig.

14...Ld6 Ebenfalls ein seltsamer Zug. Normal wäre auf die Schwäche h4 das Zentrum mit 14...dxc4 aufzumachen

15.cxd5 exd5 15...Sxd5 ist wegen 16.dxc5 Lxc5 17.Sh5 schlecht.

16.Sf5 Lf8 17.dxc5 bxc5 18.Lb5 Weiß hat kein Konzept.

18...Se4 Schwarz übernimmt damit die Initiative.

19.h5 Db6 Eine eigenartige Variante schlägt Fritz 6 vor: 19...g6 20.hxg6 fxg6!? 21.S5h4 Le7 22.g3 Tf8 mit Initiative.

20.La4 Tcd8 20...c4 ist sicher eine starke Alternative.

21.S3h4 d4 Schwarz überschätzt sich. 21...g6 wäre jetzt die richtige Fortsetzung: 22.hxg6 fxg6 23.Dg4 Se5 24.Lxe5 Txe5 mit klarem Vorteil.

22.exd4 cxd4 23.Sxg7? Verlockende Kombination aber nicht korrekt. Notwendig war 23.Lxc6 Lxc6 (23...Dxc6 ist wegen 24.Lxd4 Lc5 25.Tc1 Lxd4 26.Dxd4 Txd4 27.Txc6 Td3 28.Tc7 Txb3 29.h6 g6 30.Sg7 Tb8 31.Txb7 T8xb7 32.Txe4 f6 33.Ta4 schlechter) 24.Lxd4 Lc5 25.Lxc5 Dxc5 26.Df3 und Schwarz hat für den Minusbauern nichts Konkretes.

23...Lxg7 24.h6 24.Dg4 Se5

24...d3!! Offensichtlich vom kroatischen IM übersehen. Jetzt plötzlich attackiert Schwarz!

25.Dg4 25.Txe4 Lxb2 26.Txe8+ Txe8 27.Dg4+ Kh8 kostet einfach eine Figur.; 25.Lxg7 Dxf2+ 26.Kh1 Dxh4+ 27.Kg1 Df2+ 28.Kh2 Se5 mit Mattangriff.

25...Dxf2+ 26.Kh2 Dxb2 27.Sf5 Df6 27...d2 28.hxg7 De5+ 29.g3 Te6 gewinnt auch.

28.Sxg7 28.Lxc6 Lxc6 29.hxg7 Te5

28...Dxh6+ 29.Sh5+ Kh8 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog