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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2250 vom 07.06.2002, Kategorie Kolumne

Sarajevo – Wien - Vösendorf

Beim starken GM Turnier (Kategorie 16, Eloschnitt 2628) in Sarajevo kam die Entscheidung in der letzten Runde. Shirov mit Weiß spielte gegen Movsesian Hasard, opferte eine Figur für die Initiative, die aber vom jungen tschechischen Großmeister schnell "gelöscht" wurde. Die Partie war daraufhin für den bis dahin führenden Shirov nicht mehr zu retten. Der erste Platz ging an seinen Gegner Sergei Movsesian.

Endstand nach 9 Runden:

Ein ähnliches Szenario gab es auch beim Donau Open in Wien. Gleich fünf Spieler hatten Chancen auf den ersten Platz. Am professionellsten agierte IM Niki Stanec, der als einziger der Führenden gewann und so seinen Erfolg vom Vorjahr wiederholte.

Endstand nach 9 Runden:

Im B-Turnier siegte Christian Zimmermann mit 7½ Punkten vor dem 11-jährigen (!) Paul Pachta, dessen Elowertung in der nächsten Liste um die 2100 erwartet wird, und Marijan Kopic mit 7 Punkten.

Beim 5 rundigen Open in Vösendorf, das letztes Wochenende ausgetragen wurde, siegte GM Lazic, ein Gast aus Jugoslawien, mit 4½ vor IM Khaled Mahdy mit 4.

Weiß: GM Movsesian (2624)

Schwarz: GM Smirin (2685)

Bosnia GM Sarajevo [B35]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 g6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Lg7 Der beschleunigte Drache. Der Unterschied zur normalen Drachevariante liegt in der Verzögerung von d7-d6. Schwarz versucht gleich d7-d5 durchzusetzen.

6.Le3 Sf6 7.Lc4 0–0 8.Lb3 Da5 8...d6 9.f3 Ld7 10.Dd2 wäre die Hauptvariante; 8...a5 ist eine andere Alternative.

9.f3 Die kritische Stellung in dieser Variante entsteht nach: 9.0–0 d6 10.h3 Ld7 11.f4 Sxd4 12.Lxd4 Lc6 13.Dd3 Tad8 14.Tad1. Hier eine Partie von Smirin, aber mit Weiß: 14...Sd7 15.Lxg7 Kxg7 16.Dd4+ Sf6 17.Kh2 e5 18.fxe5 Dxe5+ 19.Kg1 a6 20.Td3 Td7 21.Tfd1 Tfd8 mit dynamischem Gleichgewicht, Smirin-Lutz, Zonenturnier Dresden 1999.

9...d5 10.exd5 Sb4 11.Dd2 Sbxd5 12.Sxd5 Dxd2+ 13.Kxd2 Sxd5 14.Lxd5 Td8 15.c4 e6 16.The1 In der Großmeisterpraxis wird auch 16.Le4 gespielt. Z.B. 16...Lxd4 17.Lxd4 Txd4+ 18.Kc3 Td7 19.Tad1 Tb8 20.Txd7 Lxd7 21.Td1 Le8 22.f4! (22.c5 Kf8 23.f4 b6 24.cxb6 axb6 25.Td4 Ke7 26.Tb4 f6 27.Kd4 Kd6 28.h4 Lc6 29.g4 mit Ausgleich, Tal-Kortschnoi, Kandidaten Match 1968.) 22...Kf8 23.b4 Ke7 24.b5 b6 25.a4 Tc8 26.Kb3 h6 27.a5 f5 28.Lf3 g5 29.g3 Tc5 30.Kb4 e5 31.fxe5 Txe5 32.axb6 axb6 33.Ld5 mit kleinem Vorteil für Weiß, Svidler-Lutz, Frankfurt rapid 1999.

16...exd5 17.c5 Ld7 Das ungleichfarbige Läuferendspiel nach 17...Lxd4 18.Lxd4 ist unangenehm für Schwarz.

18.Tac1 Te8 19.Lf2 Lh6+ 20.Le3 Lg7 21.Kd3 Kein Remis mit 21.Lf2

21...a5 Gegen b2-b4-b5 gerichtet.

22.Lf4 Weiß muss einen Turm tauschen, damit der König in der Mitte sicherer steht.

22...Txe1 23.Txe1 Lf8 24.Te5

24...f6? Sehr ambitioniert aber ungenau. Smirin gibt den d-Bauern her und hofft, den c-Bauern zurückzugewinnen, nachdem sich die Stellung öffnet und das Läuferpaar dominiert. Notwendig war 24...Lc6 mit Ausgleich.

25.Txd5 Le8 mit der Idee Le8-f7 und Lc5.

26.Se6! 26.Ld6 verliert nach. 26...Lf7 die Qualität.

26...Lf7 27.Td8 Offensichtlich von Smirin übersehen.

27...Txd8+ 28.Sxd8 Lxc5 29.Sxf7. Technisch besser als 29.Sxb7 Lb6 mit Mehrbauern, den Schwarz durch das starke Läuferpaar kompensiert.

29...Kxf7 30.Kc4 Und Schwarz kann den Damenflügel nicht halten.

30...Lg1 31.Kb5 g5 32.Lc7 h5 33.h3 f5 34.Lxa5 g4 35.Lb6 Lh2 36.Lf2 Lc7 37.Kc4 gxf3 38.gxf3 Kf6 39.Le3. Der Rest ist einfach: 39.Le3 Ke5 40.b4 Ke6 41.a4 Ke5 42.a5 Ke6 43.Ld2 Ke5 44.b5 Ke6 45.a6 bxa6 46.bxa6 Lb6 47.Lc3 nebst Ld4 mit Gewinn. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog