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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2272 vom 05.07.2002, Kategorie Kolumne

Damen- und Herren Europameisterschaft

Zum dritten Mal fanden heuer die Damen- und Herren Europa –Einzelmeisterschaften statt. Bei den Damen kämpften 114 Spielerinnen vom 27. Mai bis 9. Juni in Varna (Bulgarien) um den Titel.

Endstand nach 11 Runden:

Die Österreicherin Helene Mira belegte mit 5 Punkten den 81. Platz. Bei den Herren in Batumi (Georgien) vom 11. bis 27. Juni fehlten fast alle Topspieler. Man konnte das Turnier leicht mit einer offenen kaukasischen Meisterschaft verwechseln.

Endstand nach 13 Runden:

Das Kuriose dabei - der spätere Sieger verlor in der ersten Runde. Am Schluss eine glückliche Partie vom österreichischen Vertreter IM Georg Danner, der 5½ Punkte aus 12 Partien und damit den 86. Platz erreichte:

Weiß: IM Babaev (2430)

Schwarz: IM Danner (2407)

3rd IECC Batumi

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le2 e5 7.Sb3 Le7 8.0–0 0–0 9.Kh1 In den 90er-Jahren erlebte diese Variante eine Renaissance.

9...Le6 9...b6 Diese Idee von Gelfand neutralisiert den weißen Plan, deshalb ist die Variante aus der Mode geraten. Eine Partie aus der letzten Großmeisterpraxis: 10.Le3 Lb7 11.f3 b5 12.a4 b4 13.Sd5 Sxd5 14.exd5 Sd7 15.c4 bxc3 16.bxc3 Lg5 17.Lf2 Dc7 18.c4 Tab8 19.a5 f5 mit dynamischem Gleichgewicht, Nunn-Naumann Golombek mem. 2000.

10.f4 Dc7 10...exf4 schafft keinen Ausgleich: 11.Sd4 Dd7 12.Lxf4 Sc6 13.Sxe6 fxe6 14.Dd3 b5 15.Tad1 Tad8 16.Dh3 Dc8 17.a4 mit Vorteil für Weiß, Tseshkovsky-Roeder Balassagyarmat 1990.

11.f5 Lc4 12.g4! Die neue Idee von Short, die die Variante so interessant macht.

12...d5 13.g5 Sxe4 14.Sxe4 Schwächer ist 14.Sxd5 Z.B. 14...Lxd5 15.Dxd5 Dxc2 16.Ld3 Sf2+ 17.Txf2 Dxf2 18.De4 g6 19.f6 Lc5 20.Ld2 La7 21.Dxb7 Sd7 22.Tf1 Sc5 23.Txf2 Sxb7 24.Te2 Sc5 und Weiß kämpfte ums Remis, Nisipeanu-Leitao, FIDE WM 1999.

14...dxe4 15.f6 Ld8 Ein eigenartiger Zug. In der einzigen Partie, die ich in der Datenbank mit 15....Ld8 fand, folgte: 17.Lxc4 Dxc4 18.Le3 Le7 19.Dh5 Sd7 20.Tf2 a5 21.Td1 Tad8 22.Sxa5 Db5 23.Sb3 Kg8 24.Tg1 Dd5 25.Tg3 und Schwarz hat Probleme mit dem König, Renet-Dworakowska Koszalin 1997.

16.fxg7 Kxg7 17.Le3 17...Le7 18.c3 Gut war auch: 18.Lxc4 Dxc4 19.Sd2 Dc6 20.c3 nebst 21.Dg4 und Se4.

18...a5 19.Lxc4 Dxc4 20.Dg4 Sc6 21.Sd2 Dd3 auf 21...De6 folgt 22.Tf5 und nach 22...Tad8 23.Sxe4 Td3 24.Lb6 hat Weiß die besseren Karten.

22.Tae1 a4 23.Sxe4 Dc4 24.Tf6 Effektvoll, obwohl 24.a3 einfacher wäre, aber wer deckt einen Randbauern, wenn es ums Matt geht?

24...Dxa2 Georg lässt sich nicht so leicht einschüchtern!

25.Th6 Richtig war 25.Df5 Dd5 26.c4 Dd8 27.Tf1 De8 28.Th6 Th8 29.Sf6 mit Vernichtung.

25...Th8 26.Sf6 26.Df5 wäre immer noch stark: 26...Dd5 27.c4 Dd8 28.Tf1 und Sf6.

26...Tad8 27.Tg1 Die erste große Ungenauigkeit. Entscheidend war: 27.Sh5+ 27...Kg8 28.g6 Dd5+ 29.Kg1 hxg6 30.Txg6+ Kf8 31.Lh6+ Ke8 32.Sg7+ Kf8 33.Se6+ Ke8 34.Sc7# oder 27...Kf8 28.g6 Tg8 29.Txh7 Dd5+ 30.Kg1 fxg6 31.Tf1+ Ke8 32.Th8 mit Gewinn.

27...a3 27...Dxb2 geht wegen 28.Sh5+ Kg8 29.g6 nicht.

28.bxa3 28.Dh4 gewinnt einen Bauern, aber die Stellung bleibt unklar: 28...Lxf6 29.gxf6+ Kf8 30.Txh7 (30.c4 Ke8) 30...Dd5+ 31.Tg2 Txh7 32.Dxh7 Ke8 33.bxa3 Kd7

28...Dc2 Endlich wurde die Schwäche h7 überdeckt.

29.Th3 29.Tf1 verdient Beachtung mit Druck auf f7.

29...Kf8 Genau in dem Moment, in dem der Gegner nichts droht, verliert Georg die Nerven. Das Freche 29...Lxa3 wäre gut. 30.g6! fxg6 30...Lxf6 31.g7+ Lxg7 (31...Ke7 32.Lc5+) 32.Dxg7+ Ke7 33.Lg5+ Kd6 34.Lxd8 De4+ 35.Dg2 Dxg2+ 36.Txg2 Sxd8 37.Td2+

31.De6 31.Lh6+ gewinnt auch forciert: 31...Kf7 32.Dc4+ Kxf6 33.Tf3+ Df5 34.Txf5+ gxf5 35.Lg7#

31...h5 31...g5 32.Lxg5

32.Tf3 Offensichtlich in beidseitiger Zeitnot. 32.Lh6+ Txh6 33.Dg8#

32...Kg7 33.Sd5?

Das Matt scheint in dieser Partie tabu zu sein: 33.Se4 Dxe4 34.Df7#

33...Thf8 34.Txg6+ Babaev will gewinnen was nicht mehr zu gewinnen ist.

4...Dxg6 35.Tg3 Dxg3 36.Dh6+ 36.hxg3 Td6

36...Kf7 37.hxg3 Txd5 37...Th8 gewinnt die Dame !

38.Dxh5+ Ke6 39.Kg2 Kd7 40.a4 Kc7 Die Zeitnot ist mit dem 40. Zuge nicht vorbei: man spielt 90 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug. Das Material mehr realisiert Georg problemlos. 41.Dg6 Tfd8 42.De4 Lc5 43.Lg5 Le7 44.Le3 Lc5 45.Lg5 T8d7 46.Kh3 Td3 47.Dc4 Lf2 48.Lh4 Le1 49.a5 Txc3 50.Df1 Lxg3 51.Lxg3 Tg7 52.Db5 Tcxg3+ 53.Kh2 T3g6 0–1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog