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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2281 vom 19.07.2002, Kategorie Kolumne

Dortmunder Chess Meeting

Das traditionell starke Turnier in Dortmund hat heuer eine höhere Bestimmung, und zwar den WM-Herausforderer Kramniks zu ermitteln. In Gruppe A setzten sich die Favoriten Topalov und Shirov relativ leicht durch: 1.Shirov 4, 2.Topalov 4, 3.Gelfand 2½ 4.Lutz 1½ aus 6 Partien (Doppelrunde). 

In der Gruppe B gab es mehr Spannung: In der letzten Runde musste Morozevich mit Schwarz gegen Bareev unbedingt gewinnen, damit er ins Semifinale kommt. Leko hatte es zu diesem Zeitpunkt schon geschafft. In Zeitnot und mit drei Bauern mehr versagten Moro's Nerven und er verlor. Endstand Gruppe B: 1.Bareev 4, 2.Leko 3½, 3.Morozevich 2½, 4.Adams 2. 

Das Semifinale bestritten Leko - Shirov und Topalov - Bareev. Die Kompromisslosigkeit zeichnete sich schon in der ersten Partie ab: Leko und Topalov gewannen mit Schwarz. In der zweiten Partie glich Bareev aus, Leko-Shirov Remis. Wilde Kämpfe auch in der dritten Partie: die Glücklichen diesmal Bareev und Leko (und damit der Einzug ins Finale). Topalov erreichte das Tiebreak mit dem Pflichtsieg in der vierten Partie. Semifinale: Leko - Shirov 2½-½, Topalov - Bareev 2-2. Im Tie-Break setzte sich Topalov mit 1½-½ durch. Das Finale lautet daher Topalov - Leko.

Weiß: GM Shirov (2697)

Schwarz: GM Leko (2722)

Dortmund 2002 [B31]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Die Sveschnikov-Variante bringt Shirov nichts Gutes, daher weicht er ab. Hier zwei Partien von diesem Turnier: 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Lxf6 gxf6 10.Sd5 f5 (10...Lg7 11.Ld3 Se7 12.Sxe7 Dxe7 13.c4 f5 14.0–0 0–0 15.Df3 bxc4 16.Sxc4 d5 17.exd5 e4 18.De3 Lb7 19.d6 Df6 20.Lc2 f4 21.Dh3 Tac8 22.b3 Dg5 23.Tad1 f5 24.d7 Tcd8 25.Sd6 La8 26.f3 Txd7 27.fxe4 f3 28.Dg3 De3+ 29.Df2 Dxf2+ 30.Kxf2 fxg2 31.Kxg2 Tfd8 32.Sc4 Lxe4+ 33.Lxe4 Txd1 34.Txf5 Te1 Remis, Shirov-Topalov, 3.Runde Dortmund 2002.) 11.Ld3 Le6 12.0–0 Lxd5 13.exd5 Se7 14.c3 Lg7 15.Dh5 e4 16.Lc2 0–0 17.Tae1 Dc8 18.Kh1 Tb8N 19.f3 b4 20.Sb1 bxc3 21.bxc3 Lxc3 22.Sxc3 Dxc3 23.fxe4 f4! 24.Lb3?! Sg6 mit Vorteil für Schwarz, Shirov-Leko 1.Partie, Semifinale Dortmund 2002. Die andere moderne Anti-Sveschnikov-Variante ist: 3.Sc3 e5 4.Lc4 Le7 5.d3 d6 6.0–0 Sf6 7.h3 0–0 8.a3 a6 9.La2 Le6 10.Sd5 Sd4 11.Se3 Sd7 12.c3 Sxf3+ 13.Dxf3 Lg5 14.Td1 Df6 15.Dxf6 Sxf6 16.Lxe6 fxe6 17.Sc4 Lxc1 18.Taxc1 Tad8 mit gleichen Chancen, Morozevich-Leko, Dortmund 2002.

3...g6 4.Lxc6 dxc6 5.d3 Lg7 6.h3 Sf6 7.Sc3 0–0 8.Le3 8.0–0 Sd7 9.Le3 e5 10.Dd2 Te8 11.Sh2 b6 12.Lh6 Lh8 13.Kh1 De7 14.Tae1 Sf8 15.Se2 Se6 16.b3 a5 17.a4 Ld7 18.f4 exf4 19.Sxf4 Sd4 mit Ausgleich, Adams-Leko, 1.Runde Dortmund 2002.

8...b6 9.Dd2 e5 10.Lh6 10.Sxe5 führt nur zur Vereinfachung, die nachteilig für Weiß ist: 10...Sxe4 11.Sxf7 Sxd2 12.Sxd8 Sf3+ 13.gxf3 Txd8

10...Dd6 11.0–0–0 Mit einem Punkt Rückstand und Schwarz in der letzten und vierten Partie ist Shirovs Entscheidung verständlich: die ungleichen Rochaden bieten mehr Möglichkeiten auf Gewinn zu spielen.

11...a5 12.Lxg7 Kxg7 13.g4 a4 14.Se2 b5 15.Sg3 b4 Es ist offensichtlich, dass der schwarze Angriff schneller ist.

16.Dg5 Gutes Spiel bekommt Schwarz auch nach: 16.g5 Se8 17.Tdg1 Sc7 18.h4 Le6

16...Te8 17.Sd2 Die schwarze Attacke nach 17.Sf5+ Lxf5 18.gxf5 b3 19.a3 bxc2 20.Kxc2 Tab8 21.fxg6 hxg6 22.Sh4 De6 23.Sf5+ Kg8 24.Td2 (24.Kb1 Txb2+!) 24...c4 25.Dh6 Sh5 ist eindeutig gefährlicher.

17...a3 18.bxa3 Nach 18.b3 Dd4 19.Sc4 h6 20.De3 Da1+ 21.Kd2 Dc3+ hat Schwarz mindestens Dauerschach.

18...h6 19.De3 Le6 20.Sb3 Zu beachten war: 20.g5 hxg5 21.Dxg5

20...Txa3 21.Dxc5 Db8 Leko ist in Spiellaune und will das Match gleich entscheiden.

22.Kb2 Sd7 23.De3 Sb6 Der schwarze Angriff läuft von selbst.

24.Ta1 c5 25.Kc1 25.g5 c4 26.gxh6+ Kh7; 25.Sxc5 Sc4+ 26.dxc4 Txe3

25...c4 26.dxc4 Sxc4 27.De1 Da7 28.Dxb4 Dxf2 29.Sf5+ gxf5 30.gxf5 Tc8 31.fxe6 Se3

Zeit zum Aufgeben. 31...Se3 32.Kb2 Dxc2+ (32...Ta6 gewinnt einfach.) 33.Kxa3 Ta8+ 34.Da4 (34.Sa5 Sc4+ 35.Dxc4 Txa5+ 36.Kb4 Ta4+) 34...Txa4+ 35.Kxa4 Dxe4+ 0–1

Oberwart: Der Russe Alexey Kuzmin gewann alleine das stark besetzte Open mit 7½ Punkten. Bester Österreicher wurde, wie so oft, Niki Stanec auf Platz 10. Näheres nächste Woche.

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog