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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2288 vom 02.08.2002, Kategorie Kolumne

Weinzettl siegt beim Währing Open

Seit vielen Jahren organisiert Kurt Schmied, die bewegende Kraft beim Schachklub Währing, im Hochsommer das Währinger Open. Diesmal vom 20. bis 28. Juli mit insgesamt 132 Teilnehmer (jeweils 66 in Gruppe A und B). Das internationale A-Turnier verlief spannend und kämpferisch. Schnelle Remisen auf den vorderen Bretter waren eher eine Rarität.

Nach acht Runden führten IM Weinzettl und der Gast aus Holland, IM Karel Van der Weide, mit einem ganzen Punkt Vorsprung. Während der Wiener mit Weiß in der letzten Runde gegen IM Alvir rasch remisierte und abwartete, hatte der junge Holländer eine schwere Partie gegen GM Balinov. Nach 5 Stunden brach seine Verteidigung im Turmendspiel zusammen und so wurde Ernst Weinzettl mit 7½ Punkten alleiniger Sieger.

Endstand nach 9 Runden:

Rangliste Gruppe A (5kb)

Hier finden Sie die komplette Rangliste und alle Einzelergebnisse von der A-Gruppe

Endstand Gruppe B:

Rangliste Gruppe B (4kb)

Hier finden Sie die komplette Rangliste und alle Einzelergebnisse von der B-Gruppe

Weiß: IM Weinzettl (2373)

Schwarz: Buljubasic (2286)

Währing Open Juli 2002 [B47]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.Sc3 a6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Sc6 6.f4 Dc7 Hier hat Schwarz einige Alternativen: 6...d5 7.e5 Sxd4 8.Dxd4 Se7 9.Ld3 Sc6 10.Df2 Le7 11.0–0 0–0 12.Ld2 Ld7 13.Dg3 Sb4 14.f5 exf5 15.Lxf5 Lxf5 16.Txf5 Db6+ 17.Kh1 Dg6 18.Dh3 Tad8 mit Ausgleich, Kogan-Alterman, Tel Aviv rapid 1996. oder 6...Sge7 der Taimanov-Aufbau. 7.Sf3 Sg6 8.Le3 Dc7 9.Dd2 b5 10.h4 h5 11.0–0–0 Le7 12.e5 Lb7 13.Sg5 f5 14.exf6 gxf6 15.f5 Sf8 16.Sf3 Tc8 17.Kb1 Sa5 18.Df2 Sc4 19.Lxc4 Dxc4 20.Td4 Dc6 21.fxe6 dxe6 22.Thd1 Td8? 23.Txd8+ Lxd8 24.Txd8+ Kxd8 25.Sd4 1–0. Svidler-Zapata, New York open 1995 oder 6...Sxd4 7.Dxd4 b5 8.Ld3 Lb7 9.Df2 b4 10.Sd1 Sf6 11.De2 Lc5 12.Le3 Lxe3 13.Dxe3 d5 Remis, Tolnai-Ribli, Budapest 1999. 6...Lb4 und 6...Db6 wurde auch schon probiert.

7.Sxc6 Dxc6 Der Zweite im Turnier, Karel Van der Weide, ist ebenfalls Anhänger dieser Variante: 7...bxc6 8.Ld3 d5 9.0–0 Sf6 10.Df3 Lb7 11.Ld2 d4 12.Sd1 c5 13.b3 c4 14.bxc4 Le7 15.Sf2 0–0 16.Dh3 e5 17.f5 Se8 18.Sg4 a5 19.Tf3 mit Angriff, Van der Weide-Hillarp Persson, Golombek mem.2000.

8.Ld3 Sf6 Ein neuer Zug in dieser Stellung. Zum System passt aber besser zuerst b7-b5 mit Lb7, um sich für den Springer die Option offen zu lassen, eventuell über e7 zu entwickeln. 8...b5 9.De2 Lb7 10.Ld2 10...Lc5 11.0–0–0 b4 (11...Se7 12.Dh5 b4 13.Sa4 d5 14.Sxc5 Dxc5 15.Kb1 0–0 16.e5 g6 17.Dg5 a5 18.h4 La6 19.h5 Lxd3 20.cxd3 d4 21.Tc1 Da7 22.g4 mit Initiative am Königsflügel, Van der Weide-Van der Elburg, Dieren open 1999.) 12.Sd5 Dd6 13.Se3 Dxf4 14.Sc4 Dh4 15.Le3 Le7 16.g3 Dh3 17.Sa5 Lc6 18.Sxc6 dxc6 19.Lxa6 Sf6 20.Lb7 Txa2 21.Lxc6+ Kf8 22.Kb1 Ta5 23.Lb6 Th5 24.Ld8 g6 25.Lxe7+ Kxe7 26.Thf1 1–0, Smirin-Horvath, Wien open 1996.

9.De2 Le7 10.Ld2 0–0 10...d5 zu beachten war: 11.e5 (11.0–0–0 ist wegen 11...d4 schlecht) 11...Sd7 nebst b7-b5 und Lb7.

11.0–0–0 d6 Dieser Scheveninger Aufbau von Schwarz harmoniert nicht ganz mit der Dame auf c6.

12.g4 Die Alternative war: 12.e5 Sd7 (12...Sd5 13.Se4) 13.exd6 Lxd6 14.Se4 Le7 15.Lc3

12...Te8 Besseres Spiel hat Weiß nach dem Standard-Vorstoß im Zentrum: 12...d5 13.g5 Sxe4 14.Sxe4 dxe4 15.Lxe4

13.g5 Sd7 14.f5 Se5 15.f6 Lf8 Den Bauern mit 15...gxf6 16.gxf6 Lxf6 zu nehmen traut sich nur ein Computer. 17.Thg1+ Kh8

16.Kb1 b5 17.fxg7 Lxg7 18.Dh5 b4?

Diagramm (6kb)

Die Partie versprach gerade spannend zu werden. Zum Beispiel: 18...Sxd3 19.cxd3 b4 20.Se2 b3 21.axb3 Tb8 22.Thf1 Te7 mit Chancen auf beiden Seiten, doch Schwarz übersah das folgende Opfer:

19.Sd5! Ernst lässt sich solch eine Möglichkeit nicht entgehen.

19...exd5 Für 19...Sxd3 bleibt keine Zeit: 20.Sf6+ Lxf6 21.gxf6.

20.exd5 Sxd3 Verzweiflung. Schwarz wollte sich offensichtlich den Mattangriff ersparen: 20...Dc5 21.Dxh7+ (21.Lxh7+ Nach 21...Kf8 muss Weiß mit Lc8-g4 rechnen) 21...Kf8 22.g6! Ta7 (22...Dd4 23.Thf1 Ta7 24.Lh6 Sxg6 25.c3 bxc3 26.Lc2 De5 27.Tfe1) 23.Lh6 Lxh6 24.Dxh6+ Ke7 25.g7 Lg4 26.Dg5+ f6 27.g8S+ Txg8 28.Dxg8 Lxd1 29.Txd1

21.dxc6 Sf2 22.Tdf1 Lg4 23.Dh4 Se4 24.Dxg4 Sxd2+ 25.Kc1 Sxf1 26.Txf1 Die Stellung hat sich geklärt: Weiß hat Material mehr und steht aktiver.

26...Le5 27.Dd7 Tf8 28.c7 a5 29.h4 a4 30.h5 Gegen 31.g5-g6 gibt es keine Verteidigung. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog