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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2297 vom 16.08.2002, Kategorie Kolumne

Staatsmeisterschaften in Oberpullendorf

Vom 10. bis 18. August werden die „Herren"- (mit Eva Moser) und Damen- Staatsmeisterschaften zum ersten Mal im Burgenland ausgetragen. Bei den „Herren" kämpfen 74 Spieler um den Titel, gut dotierte Geldpreise und Plätze für die nächstjährige geschlossene Staatsmeisterschaft. Es fehlen bekannte Namen: die IMs Volkmann, Lehner, Schroll, Lendwai, Brestian, Weinzettl sind einige davon.

Stand nach 4 Runden:

Eine Überraschung gab es schon in der zweiten Runde: der Elo-Favorit Christian Weiss unterlag seinem Teamkollegen von Union Ansfelden Hermann Knoll.
Alle Ergebnisse und die Stände der Herren finden Sie hier.

Schwenk zu den Damen. Die Teilnahme von Anna-Kristina Kopinits Sonja Sommer, Jutta Borek und Gabriela Vokroj hätte der Damenstaatsmeisterschaft sicher gut getan. Der Eloschnitt der acht Damen spricht für sich: 1860. Nach 4 Runden führen die Elo Favoritinnen WFM Maria Horvath und WIM Helene Mira mit 3½ Punkten. Die direkte Begegnung in der vierten Runde (endete Remis) hat keine Vorentscheidung gebracht. Auf Rang 3 Christa Hackbarth mit 3 vor Ulrike Schwaninger mit 2 Punkten.
Alle Ergebnisse und die Stände der Damen finden Sie hier.

Weiß: IM Sommerbauer (2407)

Schwarz: FM Wallner, J (2327)

Staatsmeisterschaft 2002 [B40]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Db6 Ein dubioser Zug, der in den 90er Jahren in Mode gekommen ist. Die Idee ist, den Springer von d4 zu vertreiben und dann eine Igel-Struktur (Bauernkette a6, b6, d6, e6) anzustreben. Interessant ist, dass Norbert Sommerbauer die gleiche Variante ab und zu mit Schwarz spielt. 5.Sc3 5.Le3 ist meiner Meinung nach die konsequenteste Antwort. 5...Dxb2 6.Sd2 mit Kompensation.

5...Lc5 6.Le3 Hier kann Weiß mit 6.Sa4 Da5+ 7.Sc3 (es droht Sd4-b3) schon fast Remis forcieren. Es bleibt Schwarz kaum etwas anderes als Zugwiederholung (7...Db6 8.Sa4 Da5+ 9.Sc3) übrig, bei einer Abweichung drohen positionelle Nachteile.

6...Sc6 Der Bauer auf b2 ist giftig: 6...Dxb2 7.Sdb5 Lxe3 8.Tb1 mit Damengewinn.

7.Scb5 Weiß kann mit 7.Sa4 nicht viel erreichen. Nach 7...Da5+ 8.c3 Lxd4 9.Lxd4 Sxd4 10.Dxd4 e5 11.Db4 Dxb4 12.cxb4 Sf6 hat Schwarz keine Probleme.

7...a6? Nach 7...Sf6 8.Sxc6 Lxe3 9.fxe3 Dxc6 (9...dxc6 10.Sd6+ Kf8 11.Sc4 ist auch vorteilhaft für Weiß.) 10.Sd6+ Ke7 11.e5 Se8 12.Lb5 Dc5 13.Sxc8+ Dxc8 14.0–0 f6 15.Dd4 Dc7 16.Tad1 Td8 17.Db4+ Kf7 wie in der Partie Velicka-Hracek, Tch-chT 1993 steht Weiß besser.

8.Sxc6 Lxe3 Die Fortsetzungen 8...bxc6 9.Lxc5 Dxc5 10.Sc7+ und 8...axb5 9.Lxc5 Dxc5 10.Dd4 sind nicht zufriedenstellend für Schwarz.

9.Sd6+ Kf8 10.fxe3

10...dxc6 Eine kurze Partie entstünde nach 10...Dxe3+ 11.Le2 (11...dxc6 verliert nach 12.Sf5 Dg5 (12...Db6 13.Dd6+ Ke8 14.Sxg7#) 13.h4 Df6 14.e5 forciert) 11...bxc6 12.Sxc8 Txc8 13.Dxd7 Se7 14.Tf1 Dxe4 15.0–0–0 f6 16.Lh5 1–0, Zezulkin - Skrobek, POL-chT 1999.

11.Sc4 Dc7 12.e5 b5 13.Sd6 Se7 14.Dh5 Sf5 15.0–0–0 g6 15...Sxe3 bringt nur Schwierigkeiten mit sich: 16.Td3 (Gut ist auch 16.Sxf7 Sxd1 17.Sxh8 Sf2 18.Df3+ Kg8 19.Dxf2 Lb7 20.Ld3 Kxh8 21.Dh4 h6 22.De4 g5 23.h4) 16...Sf5 17.Sxf7 g6 18.Dg5 Dxf7 19.Td8+ Kg7 20.Df6+ Dxf6 21.exf6+ Kxf6 22.Txh8 mit einer Qualität mehr.

16.Df3 Lb7 17.Le2 Nach 17.e4 Sxd6 18.exd6 Dd8 19.Df4 hat Weiß auch großen Vorteil.

17...Tb8 Kostet nur Zeit. Man konnte noch 17...Tg8 mit der Idee Tg7 und Kg8 probieren. 18.e4 Sxd6 19.exd6 Dd7 20.e5 c5 21.Df2 Ld5 22.Kb1 f5 und Schwarz steht schlecht, hat aber Überlebenschancen.

18.e4 Sxd6 19.Txd6 De7 Es droht Df6.

20.Df6 Trotzdem.

20...Dxf6 21.exf6 Die schwarze Stellung ist wegen des Turms auf h8 nicht zu halten.

21...h5 22.Thd1 Kg8 23.Lf3 c5 23...Kh7 24.e5 c5 (24...Thc8 25.Td7 Kg8 26.Te7 La8 27.Tdd7 Tf8 28.Le4 c5 29.Lxg6 Lc6 30.Lxf7+) 25.Td7 Lxf3 26.Txf7+ Kh6 27.gxf3 mit materiellem Verlust.

24.Tb6 Kh7 25.Td7 La8 26.Txf7+ Kh6 27.Txe6 Der Rest ist einfach.

27...g5 28.h3 g4 29.hxg4 hxg4 30.Lxg4 Kg5 31.Lh3 Th4 32.Tg7+ Kh6 33.Lf5 Th1+ 34.Kd2 Td8+ 35.Ke3 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog