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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2309 vom 30.08.2002, Kategorie Kolumne

Niki Stanec im Gespräch

Kein anderer Spieler prägte das Schachleben in Österreich in den letzten 10 Jahren so stark wie der Wiener IM Niki Stanec. Nach seinem 7. Staatsmeistertitel in Oberpullendorf teilte er mir in einem kurzem Gespräch seine Eindrücke von der Staatsmeisterschaft und seine Zukunftspläne mit. Die Spielbedingungen, besonders den Turniersaal im Sporthotel Oberpullendorf fand er ausgezeichnet. Die Partie gegen den Titelverteidiger Sigi Baumegger in der 6. Runde ist für ihn die spannendste und schwierigste Partie gewesen (unsere heutige Analyse). Einen starken Eindruck hinterließ bei ihm die Leistung seines Ansfeldner Teamkollegen FM Knoll - 2. Platz und IM-Norm mit einem halben Punkt übererfüllt. Übrigens gilt die Mannschaft von Ansfelden (GM M. Gurevich, GM Gymesi, IM Stanec, IM Weiss, FM Knoll) in der bevorstehenden Saison als sicherer Aufsteiger in die Staatsliga B-Mitte. Als kurios fiel ihm auf, dass sich unter den ersten 15 kaum ein Staatsliga-A-Spieler befand. Ein Punkt im Reglement (womit ich mit Niki einer Meinung bin) gehört endlich ersetzt, nämlich die Zweitwertung Buchholz (ohne Streichresultat) bei Punktegleichstand. Alternativen wären: Buchholz mit Streichresultat, Progression, ELO-Schnitt.

In seinem Schachkalender stehen demnächst: Anfang September das GM-Turnier in St. Pölten und Ende September der Europacup mit Merkur Graz. Bedauerlicherweise wird Niki Österreich bei der Schacholympiade in Bled wieder einmal nicht vertreten. Darüber liest man zwar im „Schach-Aktiv", dem offiziellen Organ des Österreichischen Schachbundes (ÖSB), nicht aber über die Gründe dafür. Niki ist ein Schachprofi, ein in Österreich wenig geschätzter Beruf, der offenbar auch bei den Funktionären ein eher schlechtes Image hat. Als solcher hat er finanzielle Forderungen (im konkreten Fall 1.500 Euro Startgeld), die beim ÖSB auf taube Ohren stoßen. Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Situation ändert, wenn Schach auf nationaler Ebene als Sport anerkannt wird.

Ich danke Niki für das Gespräch und wünsche ihm die 2. GM-Norm in St. Pölten.

Das Gespräch führte GM Balinov

Baumegger, S (2364) - Stanec, N (2523)

Staatmeisterschaft 2002

Anmerkung: GM I. Balinov

Ein sehr interessantes theoretisches Endspiel.

1.Tf1 Richtig! Die Regel lautet (bei abgeschnittenem eigenen König): wenn der Bauer des Gegners auf der 7., 6. oder 5. Reihe ist, muss der Turm frontal operieren, und wenn der Bauer über die fünfte Reihe ist, muss man von hinten und von der Seite stören. Wichtige Bemerkung: zu diesem Zeitpunkt sind beide Spieler in den letzten fünf Minuten gewesen.

1...Kg4 2.Tg1+ Kf3 3.Tf1+ Ke2 4.Tf5 Ke3 Mit weißem König auf c4 wäre die Stellung Remis.

5.Tf1 Muss. Sonst kommt Ke3-e4 und f6-f5.

5...Tc6+ 6.Kb4 Das ist jetzt schon ein theoretisch gewonnenes Endspiel für Schwarz.

6...Ke2 7.Tf5 Kd3 8.Tf1 Kd4 9.Td1+ Ke5 10.Te1+ Kd6 11.Td1+ Ke6 12.Te1+ Kf7 13.Tf1 Tc2 14.Kb3 Tc5 15.Kb4 Te5? Niki versäumt den Gewinn. Richtig war: 15...Tc8 16.Kb3 Kg6 17.Tg1+ Kh5 18.Th1+ Kg4 19.Tg1+ Kh3 20.Tf1 Tf8 21.Kc3 f5 22.Kd2 Kg2

16.Kc4? Und Sigi revanchiert sich gleich. Zum Remis führte: 16.Kc3 f5 (16...Td5 17.Kc4!) 17.Kd2 Kf6 18.Te1! Txe1 19.Kxe1 Kg5 20.Kf1!!

16...f5 17.Kd4 Kf6 18.Tg1 Weiß ist in Zugzwang. 18.Tf2 Te1! und der schwarze König nähert sich dem weißen Turm. 19.Kd3 Kg5 20.Tg2+ Kf4 21.Tf2+ Kg4 22.Tg2+ Kf3; 18.Kd3 Kg5 19.Tg1+ Kh4 20.Tf1 Kg4 21.Tg1+ Kf3 22.Kd4 Te4+ 23.Kd5 (23.Kd3 Kf2 24.Tg5 Te3+ 25.Kd4 f4) 23...Ta4 24.Tf1+ Kg4 25.Tg1+ Kh4 26.Ke5 f4 27.Th1+ Kg3 28.Tg1+ Kf2 und der f-Bauer marschiert.

18...f4 19.Tg8 Te7 20.Kd3 Kf5 21.Kd2 f3 22.Tf8+ Kg4 23.Tg8+ Kf4 24.Tg1 f2 25.Tg8 Te1 26.Tf8+ Kg3 27.Tg8+ Kh4 0–1


Letzte Woche war leider das Diagramm von der Partie Eisterer – Loidl unrichtig. Wir bedauern. Hier das richtige Diagramm und (nochmals) die wichtigsten Varianten.

1.Tg8+ Kh5 2.g4+ Sxg4 3.Kg2 Tag6 4.Th1+ Kg5?? Grober Fehler. Stark war 4...Sh2+ und nach 5.Txg6 Kxg6 6.Dg8+ Kf6 7.Dd8+ Kg7 8.Txh2 Tg6+ 9.Kh3 9...De5! gewinnt auf einmal Schwarz: 10.De7 Dxe7 11.Sf5+ Kf8 12.Sxe7 Kxe7

5.f4+! exf3+ 6.Sxf3+ Kf5 7.Th5+ Ke4 8.Txc5 Sxe3+?! Ungenau. Besser war: 8...Txh8 9.Sd2+ .Kxe3 10.Txh8 Sf6+ 11.Kf1 Kxd2 12.Txa5 mit Remischancen.

9.Kf2 Sd1+?? Entscheidender Fehler. Nach 9...Txh8 10.Sd2+ Kd3 11.Txh8 Sd1+ 12.Ke1 Tg1+ 13.Sf1 Se3 14.Td8+ Ke4 15.Te8+ Kd4 16.Txe3 Kxc5 17.Te5+ Kc4 18.Kf2 Tg8 19.Txa5 hat Schwarz immer noch kleine Hoffnung auf den halben Punkt.

10.Ke1 Txh8 11.Txh8 Kxf3 12.Kxd1 Ke3 13.Txa5 f5 14.Txf5 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog