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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2316 vom 06.09.2002, Kategorie Kolumne

17. Schwarzacher Open

Einen neuen Teilnehmerrekord erreichte heuer das Schwarzacher Open: 196 Spieler, aufgeteilt in drei Kategorieturniere. Die Veranstalter Herbert Höllhuber und Gerhard Herndl sorgten auch für ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm: vom Tischtennis und Fußball über Bowling und Wandern bis zum Simultan mit GM Balinov, Training mit IM Danner und einem Blitzturnier.

Das A-Turnier, traditionell stark besetzt mit 7 GMs und ein Paar jungen IMs, verlief spannend bis zur letzten Runde. Die Favoriten GM Shchekachev (der Titelverteidiger) und GM Hertneck konnten sich in der 9. Runde nicht durchsetzen und so kam es zum überraschenden Doppelsieg des jungen Duos IM Krivoshey aus der Ukranie und GM Medvegi aus Ungarn. Der Sieger nach Zweit-Wertung wurde der Ukrainer, der damit auch eine GM-Norm erfüllte.

Endstand nach 9 Runden:

Im B-Tunrier wurde der Wiener Wolfgang Stanka Zweiter.

Endstand B-Turnier:

Endstand C-Turnier:

Weiß: GM Medvegy, Z (2505)

Schwarz: IM Bielczyk, J (2356)

17. Schwarzacher Open [B60]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 d6 6.Lg5 Die Richter-Rauzer Variante gilt als gefährlich für Schwarz.

6...Db6 Seltener Zug. Die normalen Fortsetzungen sind: 6...e6 und 6...Ld7 bekannt als Anti-Rauzer.

7.Sb3 e6 8.Lf4 Die Alternativen sind: 8.Dd2 a6 9.0–0–0 Le7 oder 8.Lxf6 gxf6 wie bei Ivanovic-Martinovic, JUG Ch.2000: 9.Le2 a6 10.0–0 Le7 11.Kh1 0–0 12.f4 Kh8 13.Lh5 Ld7 14.Tf3 Le8 15.Tg3 Tg8 16.Txg8+ Kxg8 17.Dg4+ Kf8 18.Tf1 mit Vorteil für Weiß,.

8...Se5 9.Le3 Dc7 10.f4 Sc6 Nach 10...Sc4 11.Sb5 Dc6 12.Lxc4 Dxc4 13.Dd3 Dc6 ist die schwarze Lage kritisch.

11.g4 Ein Standardvorstoß bei Sizilianisch: die Idee ist, den Springer von f6 zu vertreiben (danach kann Schwarz schwerer d6-d5 durchsetzen) und Raumgewinn am Königsflügel.

11...a6 12.g5 Sd7 13.Df3 Neuer Zug. Üblicherweise wird hier mit 13.Dd2 fortgesetzt. Z.B. 13...b5 14.0–0–0 Le7 15.h4 Sc5 16.Lg2 b4 17.Se2 Sxb3+ 18.cxb3 Sd4+ 19.Kb1 Sxe2 20.Dxe2 0–0 und Weiß hat etwas Vorteil, Kudrin-Gufeld, Palma de Mallorca 1989.

13...b5 14.Df2 Sa5 Der polnische IM ist zu optimistisch. Normal wäre 14...Lb7 15.Ld3 Sb4 16.a3 Sxd3+ 17.cxd3 Sc5 18.Sxc5 dxc5 19.0–0 Td8 20.Tfd1 h6 wie in der Partie: Andreou-Kotronias, Korinthos 1998.

15.Sxa5 Dxa5 16.Lg2 Dc7 16...Lb7 scheint mir genauer zu sein.

17.e5 Direkt und verpflichtend vom jungen ungarischen GM gespielt. Zu überlegen war auch zuerst Rochade: 17.0–0–0 oder 17.0–0

17...Lb7 17...d5 führt zu einer passiven Stellung für Schwarz mit französischem Charakter.

18.0–0 Lxg2 19.Kxg2 b4 Jetzt wäre 19...d5 sinnvoller, nachdem die weißfeldrigen Läufer getauscht sind: 20.f5 sonst spielt Schwarz 20....g6. 20...Sxe5 21.Tae1 Ld6 22.Ld4 0–0 23.f6 g6 24.Dh4 h5 25.gxh6 Kh7 und Schwarz verteidigt sich erfolgreich.

20.Se2 Auf 20.Se4 kommt 20...d5 mit Tempo.

20...dxe5 21.f5 Richtig. Das zurücknehmen bringt nichts: 21.fxe5 Sxe5 22.Lf4 Db7+ 23.Kg1 Sg6

21...exf5 Interessant war 21...Tc8 22.fxe6 Dc6+ 23.Df3 Dxe6 24.c3 h6

22.Dxf5 Sc5 Beachtung verdient 22...Dc4

23.c3 Se6 Das PC-Programm Fritz6 verteidigt sich in folgender Weise: 23...Tb8 24.cxb4 (24.Tac1 b3) 24...Txb4 25.Tac1 Txb2 26.Tf2 Ld6 27.Lxc5 Lxc5 28.Txc5 Dxc5 29.Dxf7+ Kd8

24.Tad1 Lc5 25.Lxc5 Sxc5 26.cxb4 Se6 27.Sc3 27.Td5 0–0 28.Dxe5 Db7 mit gutem Spiel für Schwarz.

27...0–0 Man sollte sich für 27...Sf4+ entscheiden. Nach 28.Txf4 exf4 29.Sd5 Dc6 ist kein forcierter Gewinn für Weiß zu sehen.

28.Sd5 Dc4 29.Dxe5 Vorteilhaft für Weiß wäre: 29.g6 De2+ (29...hxg6 30.Se7+ Kh7 31.Dh3+) 30.Kg1 Sd4 31.Dh3 h6 32.Tde1 Dd2 33.Se7+ Kh8 34.Txe5

29...Dxa2? Schwarz übersieht die starke Antwort des Gegners. Notwendig war 29...Tae8 mit kompliziertem Spiel.

30.g6! Tae8 31.gxf7+ Txf7 32.Txf7 Kxf7 33.Df5+ Forciert gewinnt auch 33.Dh5+ g6 34.Dxh7+ Sg7 35.Tf1+ Ke6 36.Sc7+

33...Kg8 34.Tf1 Sd8 34...Da4 35.Df7+ Kh8 36.Dxe6 mit Figurgewinn.

35.Se7+ Kh8 36.Df8+ 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog