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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 2339 vom 27.09.2002, Kategorie Kolumne

13. Int. Casino-Open Seefeld

Zum dritten Mal spielte ich vom 14. bis 22. September das ausgezeichnet organisierte Turnier in Seefeld in Tirol und zum dritten Mal fragte ich mich, warum die Österreicher diesem wunderschönen Schachereignis fernbleiben .Von den 84 Teilnehmern waren nur 15 Einheimische. Die meisten Spieler kamen aus Deutschland.

Der erste Platz sollte sich in der 9. und letzten Runde in den folgenden Begegnungen entscheiden: Balinov - Burmakin (Sieger 2000), Murey - Horvath P. (Sieger 2001) und Farago - Rausch S. Die beiden letzten Partien endeten schnell Remis. Hier ist die erstgenannte:

Weiß: GM Balinov (2448)

Schwarz: GM Burmakin (2574)

Seefeld Open (9) [B19]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Lf5 5.Sg3 Lg6 6.h4 h6 7.Sf3 Sd7 8.h5 Lh7 9.Ld3 Lxd3 10.Dxd3 e6 Der Zug ist flexibler als die anderen zwei Möglichkeiten: 10...Sgf6 und 10...Dc7. 11.Lf4 Ist in letzter Zeit modern geworden. 11.Ld2 führt zu den Hauptvarianten.

11...Sgf6 12.0–0–0 Sd5 12...Le7 ist natürlicher und kommt öfter vor: 13.Se5 0–0 14.c4 c5 15.d5 Sxe5 16.Lxe5 Sg4 17.Lxg7!? Kxg7 18.De2 Lg5+ 19.Kb1 Sf6 20.dxe6 Dc8 21.e7 Te8 22.Td6 mit Initiative für die Figur weniger, Karpov-Hübner Tilburg 1982. oder 13.Kb1 13...0–0 14.Se5 Da5 15.Se4 Tad8 16.Sxf6+ Sxf6 17.De2 Db6 18.c3 c5 19.Le3 Sd5 20.Ka1 Dc7 und Schwarz steht angenehmer, Anand-Bareev, RUS-Welt Moskau 2002.

13.Ld2 Sb4 14.De4N Eine neue Idee, die ich nach 40 Minuten am Brett gefunden habe. Anspruchslos ist 14.Lxb4 Z.B. 14...Lxb4 15.Kb1 Da5 16.c4 0–0–0 17.De2 Ld6 18.Se4 Lc7 19.c5 Sf6 20.Sxf6 gxf6 21.Td3 Lb8 22.Sd2 Td7 23.Sc4 Dd8 24.Thd1 Dg8 mit Vorteil Schwarz, Zontakh-Zvjaginsev, Novi Sad 2000.

14...Sf6 Viel Zeit kostete mich die Berechnung von 14...Sxa2+ 15.Kb1 Sf6 (15...Sb4 ist schlecht wegen 16.Lxb4 Lxb4 und 17.d5 : 17...De7 18.dxe6 fxe6 19.Th4 Lc5 20.Dg6+ mit entscheidendem Angriff.) 16.De1 Dd5 17.Se5 (zu riskant wäre 17.b3) 17...b5 18.Se2 Se4 19.Sf4 Dxd4 20.Kxa2 Dxe5 21.f3 Sc3+ 22.bxc3 und Schwarz hat keine ausreichende Kompensation für die Figur.

15.De1 Db6 16.Kb1 Vorsicht ist angebracht: 16.a3 verliert nach 16...Sa2+ 17.Kb1 Lxa3

16...a5 17.Se5 c5 Aggressiv gespielt. Vladimir wollte den Punkt d4 sofort unterminieren, nachdem der Springer von f3 weg war.

18.c3 Meine ursprüngliche Idee war: 18.d5 Sbxd5 19.c4 Mit Initiative für den Bauern. Z.B. 19...Sb4 (19...Sc7 ist wegen 20.Lc3 Le7 21.Se4 schwächer) 20.a3 Sc6 21.Sg6 Tg8 (21...fxg6 22.Dxe6+ Le7 23.hxg6) 22.Sxf8 Kxf8 23.Lc3

18...Sc6

Ich dachte, Schwarz muss 18...Sa6 spielen, worauf 19.d5 Sxd5 20.c4 Sdb4 21.Lc3 mit gutem Spiel folgen würde.

19.Sg6 Das war der Grund, warum ich 18....Sc6 als schlecht bewertete.

19...Tg8 Der Springer ist tabu: 19...fxg6 20.Dxe6+ Le7 21.hxg6 mit starkem Angriff.

20.Sxf8 Hier gab es ein paar andere Möglichkeiten, die aber unzureichend sind: auf 20.Sf5 folgt einfach 20...0–0–0; 20.d5 Sxd5 21.Lg5 hxg5 22.Txd5 Se7 23.Sxe7 Lxe7 und Schwarz ist außer Gefahr.

20...Txf8 20...Kxf8 21.dxc5 Dxc5 22.Le3 und Schwarz hat Probleme mit dem König und den schwarzen Feldern.

21.dxc5 Mit wenig Zeit auf der Uhr wollte ich nicht riskieren, dass der Springer nach 21.Sf5 0–0–0 22.Sxg7 Th8 im Abseits bleibt.

21...Dxc5 22.Le3 Db5 23.Th4 Td8 24.c4 Db4 25.De2 Einfacher wäre 25.Txd8+ Kxd8 26.Dxb4 axb4 27.Se4 mit angenehmem Spiel.

25...Txd1+ 26.Dxd1 Ke7 27.a3 Dd6 28.De2 Kd7 Diesen simplen Zug habe ich übersehen. Ich berechnete nur 28...Td8 29.Sf5+ exf5 30.Lc5+; und 28...Te8 29.Lxh6

29.Th1 Stärker war 29.Lb6

29...Kc8 30.Td1 Dc7 31.Dc2 Td8 32.Tc1 Schon in Zeitnot leider ungenau gespielt. Besser wäre 32.Txd8+ Dxd8 33.f4 mit kleinem Vorteil.

32...De5 33.Lb6 Td7 34.Td1 Die d-Linie ist doch wichtig.

34...Txd1+ 35.Dxd1 Sd7 36.Le3 f5 Objektiv ein schlechter Zug, aber Burmakin wollte die Stellung in meiner Zeitnot verkomplizieren.

37.Dd2 Sc5?? Entscheidender Fehler. Nach 37...Df6 38.f4 wäre die Stellung ungefähr gleich.

38.f4 Schwarz verliert eine Figur. 38...Sb3 39.fxe5 Sxd2+ 40.Lxd2 Sxe5 1–0

Mein glücklicher Gewinn gegen GM Burmakin bedeutete den alleinigen Sieg .

Endstand nach 9 Runden:

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog