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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 251 vom 24.05.1997, Kategorie Kolumne

Gold für England und Georgien (23. Mai 1997)

Europa-Mannschaftsmeisterschaft in Pula (Kroatien)

Nachdem es vor der Schlußrunde so ausgesehen hatte, als ob Short, Adams & Co die Goldmedaille nur noch abzuholen bräuchten, setzten die Russen gegen Weißrußland nochmals alles auf eine Karte und siegten mit 3½:½, während England gegen Deutschland überraschend mit 1½:2½ unterlag. Barejew & Co. konnten so zwar mit England gleichziehen, dennoch ging Gold aber dank der besseren BH-Wertung an England.

Für Österreich setzte es in der Schlußrunde gegen Aserbaidschan eine herbe ½:3½-Schlappe (Hölzl-Guseinov 0, Danner-Allahverdiev 0, Schroll-Gadjilu ½, Sideif-Sade - Felsberger 1), die die bis dahin gute Placierung der rot-weiß-roten Equipe ins Gegenteil verkehrte.

Herren

1. England (Short 4/7; Adams 5/9; Speelman 4½/9; Sadler 7/9; Hodgson 2/3) 22½ (BH 183½)

2. Rußland (Barejew 5½/8; Svidler 6/9; Zwjaginsew 5½/8; Glek 2½/5; Jakowitsch 3/6) 22½ (BH 177)

3. Armenien (Akopjan 5/8; Waganjan 5/7; Lputjan 2/5; Minasjan 3½/8; Anastasjan 6½/8) 22

4./5 Ungarn, Deutschland je 22; 6. Israel 21; 7. Kroatien I 20½; 7. Georgien 20; 8. bis 12. Georgien, Weißrußland, Bosnien & Herzegowina, Niederlande und Polen je 19½; 13. bis 17. Estland, Schweiz, Aserbaidschan, Slowakei und Schweden je 19; 18. bis 21. Frankreich, Spanien und Türkei je 18; 22./23. Italien, Kroatien II je 17½; 24. bis 27. Litauen, Tschechien, Griechenland, Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien je 17; 28. bis 30. Slowenien, Portugal und Finland je 16½; 31. Österreich (Stanec 2½/8; Hölzl 5½/9; Danner 3½/7; Schroll 3½/7; Felsberger ½/5) 15½; 32. Irland 12½; 33. Schottland 8½; 34. Wales 6½.

Damen

1. Georgien (Tschiburdanidse 5/6; Joseliani 5½/7; Arachamja 2½/5) 13 Punkte; 2. Rumänien (Peptan 5½/8; Foisor 5½/7; Cosma 1/3) 12 (BH 94½)

3. England (Lalic 4½/8; Hunt 5/7; Sheldon 2½/3) 12 (BH 94)

4. Rußland 11½; 5. Armenien 11; 6. bis 8. Ungarn, Litauen, Bosnien & Herzegowina je 10½; 9./10. Deutschland, Polen je 10; 11. bis 14. Griechenland, Aserbaidschan, Israel und Lettland je 9½; 16. bis 19. Niederlande, Finland, Spanien und Slowakei je 9; 20. Tschechien 8½; 21. bis 24. Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien, Frankreich, Kroatien und Schweden je 8; 25. Österreich (Mira 3/8; Borek 4½/8; Horvath 0/2) 7½; 26. Slowenien 7; 27. Portugal 6½; 28. Türkei 29. Italien 5; 30. Irland 4½.


Partiennachlese aus Pula (I)

Ein hübscher Sieg gelang dem Wiener Neustädter IM Mag. Gerhard Schroll gegen den slowenischen IM Dusko Pavasovic.

Weiß: IM G. Schroll

Schwarz: IM D.Pavasovic (SLO)

Slawisches Damengambit[D49]

Anm. I. Balinov

1. c4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 c6 4. e3 Sf6 5. Sf3 Sbd7 6. Ld3 dxc4 7. Lxc4 b5 8. Ld3 a6 9. e4 c5 10. e5 cxd4 11. Sxb5 axb5 12. exf6 gxf6 13. 0–0 Db6 14. Te1. Ein neuer Zug, der allerdings noch weiterer Erprobung bedarf . Gängig ist 14. Le4 Lb7 15. Lxb7 Dxb7 16. Sxd4 Tg8 17. f3 Lc5!? 18. Le3 Se5 19. De2 Db6!?, Van der Sterren-Schirow, Deutschland 1995, und nun hätte 20.Tfd1 Td8 21.Sc2 Lxe3+ 22. Sxe3 Sc4 23. Txd8+ Kxd8 zu völlig gleichem Spiel geführt.

14. ... Lb7 15. Lf4. Zu erwägen war 15. Le4, um den starken schwarzen Fianchettoläufer zu neutralisieren.

15. ... Lb4 16. Sd2 Sc5 17. Lf1 Ld5 18. Dh5 Höchstens gleiches Spiel ergibt 18. a3 Lxd2 19. Lxd2 Sb3 20. Tb1 Dc6 21. Lf4.

18. ... Txa2 19. Tac1 Lb7.

 

20. Lxb5+! Ke7.

Auf 20. ... Kf8 entscheidet ebenfalls 21.Sc4, z.B. 21. ... Dxb5 22. Ld6+ Ke8 23. Txe6+ Kd8 24. Dxf7 Sxe6 25. De7+ Kc8 26. Sb6 matt.

21. Sc4 Dxb5 22. Sd6. Ebenfalls gewann 22. Ld6+ Kd8 23. Dxf7 Dd7 24. Dxf6+ Ke8 25. Dxh8+ Kf7 26. Se5 matt.

22. ... Dc6 23. Dxf7+ Kd8 24. Dxf6+ Kc7 25. Sc4+ und Schwarz streckte die Waffen.


Vergebene Möglichkeit

Beljawski-Stanec

Stellung nach 10. Sd2

 

In der Diagrammstellung hatte der frühere WM-Kandidat Alexander Beljawski soeben mit 10.Sd2?? einen kapitalen Bock geschossen, den der Wiener mit 10. ... Sxe4! zum Sieg hätte nützen können, da Schwarz nach z.B. 11. Lxd8 (11. Sdxe4 Dxg5) Sxc3+ die Dame mit entscheidendem Vorteil zurückgewinnt. Stanec setzte jedoch schematisch mit 10. ... a6 fort und mußte sich nach harter Gegenwehr "papierformgemäß" geschlagen geben.


GM Zoltan Almasi dominiert beim Linzer GM-Turnier

Erstmals findet in der oberösterreichischen Landesmetropole ein GM-Turnier statt. Den Veranstaltern ist es gelungen, ein interessantes Teilnehmerfeld an den Start zu bringen. Mit Ausnahme der beiden heimischen Spielern, scheinen sämtliche Teilnehmer befähigt, daß Turnier für sich zu entscheiden.

Die Superstars des Turniers sind der frühere Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi sowie der jüngste GM aller Zeiten, der Franzose Etienne Bacrot - und zumindest nach dem Zwischenstand, der ungarische GM Zoltan Almasi.

In der Folge die bisherigen Ergebnisse:

1. Runde: 17.5.1997

GM Z. Almasi - GM Z. Lanka 1-0
GM V. Korchnoi - GM E. Bacrot 1-0
GM I. Rogers - GM V. Beim 0-1
GM I. Glek - GM O. Romanischin ½-½
IM H. Casagrande - IM M. Wach 0-1

2. Runde: 18.5.1997

GM Z. Almasi - GM V. Korchnoi 1-0
GM E. Bacrot - GM I. Rogers 1-0
GM V. Beim - GM I. Glek ½-½
GM O. Romanischin - IM H. Casagrande 1-0
GM Z. Lanka - IM M. Wach 1-0

3. Runde: 19.5.1997

GM I. Rogers - GM Z. Almasi 0-1
GM V. Korchnoi - GM Z. Lanka ½-½
GM I. Glek - GM E. Bacrot ½-½
IM H. Casagrande - GM V. Beim 0-1
IM M. Wach - GM O. Romanischin ½-½

4. Runde: 20.5.1997

GM Z. Almasi - GM I. Glek ½-½
GM V. Korchnoi - GM I. Rogers ½-½
GM E. Bacrot - IM H. Casagrande 1-0
GM V. Beim - IM M. Wach ½-½
GM Z. Lanka - GM O. Romanischin ½-½

Stand nach der 4. Runde:

1. GM Z. Almasi HUN 2595
2. GM V. Beim ISR 2555 3
3. GM O. Romanischin UKR 2555
4. GM E. Bacrot FRA 2500
5. GM I. Glek RUS 2620 2
6. GM Z. Lanka LAT 2575 2
7. GM V. Korchnoi SUI 2635 2
8. IM M. Wach AUT 2415 2
9. GM I. Rogers AUS 2600 ½
10. IM H. Casagrande AUT 2365 0