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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3314 vom 01.11.2002, Kategorie Kolumne

35. Olympiade in Bled

Wie bereits letzte Woche berichtet findet von 25. Oktober bis 11. November im zauberhaften Ort Bled (Slowenien) die Schacholympiade statt. Über 1200 (!) Schachspieler (135 Männer- und 90 Damen-Teams) nehmen an diesem Großereignis teil. Die Organisation klappt nach einigen Schwierigkeiten in den Runden 1 und 2 trotz dieser hohen Teilnehmeranzahl ganz hervorragend. Der Umstieg auf die österreichische Technik - dem Auslosungsprogramm Swiss--Manager - hat viel dazu beigetragen. Gespielt wird in der großen Eissporthalle im Zentrum von Bled. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten + 30 Sekunden pro Zug.

Das größte Medieninteresse galt einerseits dem elostärksten Spieler Gary Kasparov (2838), der in Runde eins nicht eingesetzt wurde und danach 3½ aus 4 auf Brett 1 erzielte. Ebenso aber auch dem Wettkampf Kortschnoi (Schweiz) gegen Bacrot (Frankreich). Mehr als 50 Jahre Altersunterschied trennten diese beiden Spieler. In welcher Sportart ist ein solcher Wettkampf noch möglich? Die Partie endete übrigens Remis.

Nach fünf Runden führt Bosnien und Herzegovina mit 15½ Punkten vor Rußland mit 15 und Armenien mit 15 Punkten bei den Herren und Georgien mit 12 Punkten vor Amerika mit 11½ und Tschechien mit 11. Die Österreicher liegen derzeit auf Rang 49 bzw. 55. Unser Team ist im Hotel Park, nur einige Gehminuten zum Turniersaal, untergebracht. Das gute Essen, das schöne Wetter, die guten Leistungen und das ausgezeichnete Klima in unserer Mannschaft sind die Ursache für die Superstimmung im österreichischen Team! So könnte es bis zum Turnierende weitergehen.

Hier die Auslosung der Österreicher:

Hier die Einzelergebnisse:

Die aktuellen Stände, Mannschaftsergebnisse, Spielerergebnisse usw. finden Sie hier

Heute eine schöne Gewinnpartie von Siegfried Baumegger gegen Estland.

Weiß: IM Baumegger, S (2359)

Schwarz: Schwarz: IM Veingold, A (2476)

Olympiade Bled - Estland [B67]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 -d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5 Die Richter-Rauzer Variante.

6...e6 7.Dd2 a6 8.0-0-0 Ld7 Die andere Hauptfortsetzung ist: 8...h6 9.Le3

9.f4 b5 oder 9...Le7 10.Sf3 b5 11.Lxf6 gxf6

10.Lxf6 gxf6 Der kroatische GM Kozul ist der beharrlichste Verfechter dieser Variante.

11.Kb1 11...Db6 12.Sxc6 Gespielt wird auch: 12.Sf3 und 12.Sde2

12...Lxc6 13.De1 Mit der Drohung 14.Sc3-d5.

13...Ta7 14.f5 Weiß versucht Druck auf e6 auszuüben und eventuell auch die f-Linie zu öffnen. Die Variante 14.Sd5 ist jetzt wegen 14...exd5 15.exd5+ Te7 nicht möglich.

14...h5 14...Dc5 15.Ld3 Lh6 16.fxe6 fxe6 17.Sd5 Tf7 18.b4 Da7 19.Dc3 0-0 20.Dxc6 exd5 21.Dxd6 Kh8 22.exd5 und Weiß gewann bald, Zelcic-Kozul Bled 2000.

15.fxe6 Gespielt wurde auch : 15.Ld3 b4 16.Se2 e5 17.Dh4 Ke7 18.Sg3 Lh6 19.Dxh5 Dc5 20.The1 a5 21.b3 Lb5 22.Lxb5 Dxb5 mit unklarem Spiel, Tiviakov-Kozul, EU-Cup 1999.

15...fxe6 16.Ld3 Dc5? Besser war das erprobte: 16...Tg7 17.Tf1 Le7 18.g3 18...Dc5 19.Se2 Ld8 20.Sf4 Kd7 21.Tf3 De5 22.Lf1 Lb6 23.Tfd3 Kc7 24.Lh3 mit klarem Vorteil für Weiß, Zontakh-Simonovic JUG Cup 1998.

17.Tf1 Sigi nutzt den Fehler nicht. 17.Sd5 versprach sofort großen Vorteil für Weiß: 17...exd5 (17...Tf7 18.b4 Das Motiv bekannt aus der Partie Zelcic-Kozul. 18...Da7 19.Dc3) 18.exd5+ Te7 19.Lg6+ Kd8 20.Da5+ Kc8 21.dxc6 Dxc6 22.The1

17...Th6 18.Se2 h4 19.Sf4 De5 20.Df2 Tb7 21.Tde1 Lg7 22.Le2 f5 23.Sd3 Dxe4 24.Lf3 Aber nicht 24.Lh5+ Txh5 25.Txe4 Lxe4 und Schwarz steht sogar besser.

24...Dc4 25.Lxc6+ Dxc6 26.Dxf5 Nach dieser ganzen Abwicklung öffnet Weiß die e- und f-Linie, wodurch der schwarze König in der Mitte Problemen bekommt.

26...Te7 27.Dg4 a5 28.Sf4 Dc4 29.Df3 Tf6 30.Te4 Dc5 31.Tfe1 Kd7 31...e5 32.Dh5+ Tff7 33.Sg6 sieht für Schwarz auch nicht befriedigend aus.

32.De2 32.Txe6 wäre schneller: 32...Tfxe6 (32...Texe6 33.Sxe6 Txf3 34.Sxc5+ dxc5 35.gxf3) 33.Sxe6 Db6 34.Dg4

32...Df5 33.Sd3 Achtung verdient 33.g4 hxg3 34.hxg3 nebst g3-g4.

33...Th6 34.a4

Schön gewinnt: 34.Se5+ 34...Lxe5 35.Dxb5+ Kc8 (35...Kd8 36.Db8+ Kd7 37.Tc4) 36.Tf1 Dxe4 37.Tf8+ Kc7 38.Db8+ Kc6 39.Tc8+ Kd5 40.Db3+ Kd4 41.Tc4+ Kd5 42.Db5#.

34...bxa4 35.Tf1 Dh5 Besser wäre 35...Dd5 36.Txa4 Ke8.

36.Tf3 Und wieder gewinnt: 36.Se5+ dxe5 37.Db5+ Kc8 38.Dc6+ Tc7 39.Da8+ Kd7 40.Tg4

36...Ke8 Der entscheidender Fehler. Es sollte 36...Dd5 geschehen.

37.Sf4 Dc5 37...Df5 38.Sxe6 Thxe6 39.Txf5 Txe4 40.Db5+ und Weiß steht klar besser.

38.Sxe6 Dg1+ 39.Tf1 Thxe6 40.Txe6 40...Dxf1+ 41.Dxf1 Txe6 42.Db5+ Ke7 43.Dxa4 Lf6 44.Dxa5 Te4 45.Dc7+ Ke6 46.g3 hxg3 47.hxg3 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog