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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3318 vom 08.11.2002, Kategorie Kolumne

Olympiade-Bled: Russland und Georgien voran

Die Schacholympiade in Bled (Slowenien) geht in die entscheidende Phase. Bei den Herren führt nach 11 von 14 Runden erwartungemäß Russland mit Gary Kasparov (2838), Alexander Grischuk (2702), Alexander Khalifman (2690), Alexander Morozevich (2707) Peter Svidler (2690), Sergei Rublevsky (2664). Sensationell auf dem 1. Brett spielt dabei Gary Kasparov, der bisher 7 Punkte aus 8 Partien bei einer Eloleistung von derzeit 2991 erreichte. Der Vorsprung vor dem Zweiten, Ungarn, beträgt zwei Punkte. Die junge ungarische Mannschaft ist auch die einzige, die das russische Team (mit 2½-1½ in der 9. Runde) bezwingen konnte.

Die Österreicher schlagen sich recht gut: Sieg über Finnland in der 8 Runde, gefolgt von zwei knappen Niederlagen gegen die starken Teams von Schweiz und Usbekistan. In der elften Runde ein 2:2 gegen Irland. In hervorragender Form präsentiert sich IM Georg Danner: 6 Punkte aus 9 Partien ohne Niederlage. Martin Neubauer hält immerhin bei 5 aus 9.

Bei den Damen führt Georgien mit 24½ knapp vor China mit 24 Punkten und Russland mit 22½ Punkten. Die österreichischen Damen spielen ein „Ping-Pong" Turnier: Ein hoher Sieg gegen schwächeren Gegner (Puerto Rico 2½:½, Costa Rica 3:0; Algerien 2½:½, Wales 2½:½), gefolgt von einer hohen Niederlage gegen starke Gegner (Deutschland 0:3, Kasachstan 0:3, Estland ½:2½, Litauen 0:3). Eine positive Überraschung ist die junge Anna Christina Kopinits, die mit 6 aus 9 eindeutig eine Verstärkung für die Mannschaft ist.

Auf unseren Olimpiade-Seiten finden Sie alle Ergebnisse, die besten Spieler und viele Fotos.

In der 9. Runde erzielte Friedrich Volkmann (auf Brett 1) gegen die Schachlegende Viktor Korchnoi ein lockeres Remis:

Weiß: Volkmann, F (2435)

Schwarz: Korchnoi, V (2634)

Olympiade Bled 2002

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 Kleine Überraschung - Korchnoi spielt sehr selten Sizilianisch, meist Französisch oder Spanisch.

2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 5.Sc3 5.Sb5 d6 6.c4 Sf6 7.S1c3 a6 8.Sa3 Le7 9.Le2 b6 führt zu Igel-Stellungen.

5...d6 6.Le2 Sf6 7.0–0 Le7 Das ist schon das Scheveninger-System.

8.Kh1 Weiß bereitet f2-f4 vor. 8.Le3 sieht natürlicher aus.

8...0–0 9.f4 Ld7 10.Le3 Prinzipieller ist 10.Sb3, das den Springertausch vermeidet. 10...a5 11.a4 Sb4 12.Lf3 e5 13.Le3 Dc8 14.Dd2 Lg4 15.Lb6 Ld8 16.fxe5 dxe5 17.Lc5 Te8 18.Sb5 Lxf3 19.gxf3 Te6 20.Tg1 Sh5 mit kompliziertem Spiel, Xie Jun-Kortschnoi, Amsterdam 2001.

10...Sxd4 11.Dxd4 Schwarz hat nach 11.Lxd4 Lc6 12.Ld3 Sd7 13.De1 e5 14.Le3 exf4 15.Lxf4 Se5 16.Td1 Lf6 keine Probleme. T.Luther-Cebalo, Neu Isenburg 1992.

11...Lc6 Schwarz hat bequemes Spiel.

12.a4 Gegen b7-b5 gerichtet und mit der Idee, auf a7-a6 von Schwarz mit a4-a5 die schwarze Damenflanke zu fixieren. 12...Dc7 Schwächer wäre 12...a6 wegen 13.a5 und der Damenflügel ist unbeweglich, vor allem der Punkt b6 ist besonders schwach: 13...Tc8 14.Lf3 d5 15.e5 Se4 16.Sxe4 dxe4 17.Le2 Ld5 18.Tfc1 Lc5 19.Dd2 De7 20.c4 Lc6 21.Lxc5 Dxc5 22.b4 Df2 23.Tf1 Dxg2+ 24.Kxg2 e3+ 25.Kg3 exd2 26.Ta2 Tcd8 27.Td1 mit Vorteil für Weiß, Wedberg-Kapetanovic, New York 1987.

13.f5 Kh8 14.fxe6 fxe6 15.Lc4 Dd7 Schwarz konnte mit 15...Sxe4 16.Sxe4 d5 17.Txf8+ Lxf8 Ausgleich erreichen, aber Korchnoi wollte klarerweise mehr herausholen.

16.Lb3 b6 17.Dd3 Sg4 18.Ld4 Lf6 19.Lxf6 Sxf6 20.Tad1 Tad8

21.Dh3 Sxe4 22.Lxe6 Txf1+ 23.Txf1 De7 24.Sxe4 Lxe4 25.Lf5 Lxf5 26.Dxf5 h6 Friedrich vereinfachte sehr geschickt die Stellung. Das Ergebnis kann nur Remis sein und sogar Korchnoi konnte daran nichts ändern:

27.h3 De2 28.Tf2 De3 29.Df4 Dc5 30.Td2 d5 31.Dd4 Dc7 32.Te2 Kg8 33.c3 Dc5 34.Td2 Dxd4 35.Txd4 Kf7 36.Kg1 Ke6 37.Kf2 Tf8+ 38.Ke2 Ke5 39.Tg4 g5 40.g3 Te8 41.Td4 a5 42.h4 Tf8 43.hxg5 hxg5 44.Tg4 Tf5 45.b4 Kd6 46.Ke3 Te5+ 47.Kd3 Kc6 48.bxa5 bxa5 49.Kd4 Te1 50.c4 Kd6 ½–½

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog