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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3330 vom 29.11.2002, Kategorie Kolumne

Jugend-WM in Kreta

Nach einigen organisatorischen Pannen ging am 25. November die Jugend WM zu Ende. Aus österreichischer Sicht ist der 4. Platz mit 8 Punkten von Markus Ragger hervorzuheben. Ebenfalls erfreulich der 20. Platz von Anna-Christina Kopinits in der Kategorie U18.

Hier die Endstände der Burschen:

Vom 22. bis 30. November findet die Deutsche Staatsmeisterschaft statt. Gespielt wird 9 Runden Schweizer System. Es fehlen Lutz und Hickl. Nach 4 Runden führt der junge GM Arkadiji Naiditsch (eine grandiose Partie von ihm siehe unten) allein mit 3½ Punkten, gefolgt von Dautov, Graf, Hübner, Tischbirek mit jeweils 3 Punkten.

Weiß: Naiditsch, A (2645)

Schwarz: Zeller,F (2454)

74. DEM Saarbrücken [B42]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 a6 5.Ld3 Lc5 6.Sb3 Le7 Ein moderner Zug. Früher spielte man automatisch 6...La7 Die Idee ist, dass 7.Dg4 schlecht wegen 7...Sf6 8.Dxg7 Tg8 9.Dh6 Lxf2+ ist. 10.Kxf2 scheitert an 10...Sg4+

7.0–0 Der Versuch direkt die schwarze Idee mit 7.Dg4 zu widerlegen , konnte die Praxis nicht bestätigen: 7.Dg4 g6 (7...Sf6 8.Dxg7 Tg8 9.Dh6 Sc6 10.Sc3 Txg2 11.Dh3 Tg8 12.Ld2 d5 13.exd5 exd5 14.Df1 Le6 15.0–0–0 Dc7 16.Se2 0–0–0 17.Sed4 mit Vorteil Weiß, Lutz-Milov, EU-chT 2001.) 8.De2 d6 9.0–0 Sd7 10.Sc3 Se5 11.a4 Sf6 12.a5 0–0 13.Sa4 Ld7 14.Sb6 Tb8 15.Kh1 Remis, Naiditsch-Epishin, Bad Zwesten 2001.

7...d6 8.c4 Sf6 9.Sc3 b6 10.f4 Sbd7 11.Df3 Lb7 Frank Zeller ist ein Experte in der Igel-Variante. Darüber schrieb er ein empfehlenswertes Buch - "Sizilianisch im Geiste des Igels"

12.Kh1 Dc7 13.Ld2 h5 Eine aktuelle Partie in der Stellung: 13...g6 14.Tae1 h5 15.Dh3 Sg4 16.Sd1 Sdf6 17.Sc3 Sd7 18.Le2 Sgf6 19.Lf3 e5 20.f5 gxf5 21.exf5 Tc8 22.Sd5 Sxd5 23.cxd5 Dd8 24.f6 Sxf6 25.Lg5 Sh7 26.Lxe7 Dxe7 27.Dxh5 Dg5 mit dynamischem Gleichgewicht, P.Acs-Kobalija, Dubai 2002.

14.Dh3 Sg4 15.Tac1 Sdf6 16.f5 Dd7 17.Sd4 Tc8 18.b3 Ld8 19.fxe6 fxe6 20.Sd5 Starker Zug, mit dem Weiß die Initiative ergreift.

20...0–0 Nach 20...exd5 21.exd5 0–0 22.Lf5 De8 23.Se6 ist Schwarz nicht zu beneiden.

21.Sxf6+ Lxf6 21...Txf6 22.Sf3 De8 23.Dg3 Lc7 24.Lf4 kann die Probleme auch nicht lösen.

22.Dxh5 Se5 23.Lb1 Tc5 Beachtung verdiente 23...Tf7 nebst Tcf8 mit gewisser Kompensation für den Bauern.

24.Dh3 Lc8 25.Se2 b5 26.Le3 Tc6 27.Sf4 Der Beginn einer schönen Kombination.

27...bxc4 28.Sg6! lenkt den wichtigen e5 Springer ab.

28...Sxg6 29.e5 Öffnet die Läuferdiagonale b1 - h7.

29...Sxe5 Der Springer ist wieder zurück, aber der weiße e4 Bauer ist weg.

30.Dh7+ Kf7 31.Txf6+ Kxf6 31...Ke8 32.Txf8+ Kxf8 33.Dh8+ Kf7 34.Tf1+ Ke7 35.Lg5#

32.Tf1+ Ke7 33.Dxg7+ Sf7 Praktische Chancen bot: 33...Kd8 34.Dxf8+ Kc7 obwohl nach 35.Le4 c3 36.Ld4 die Sache ziemlich klar aussieht.

34.Txf7+ Txf7 35.Lg5+ Ke8 36.Dg8+

Tf8 37.Lg6+# 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog