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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3367 vom 17.01.2003, Kategorie Kolumne

Wijk aan Zee – ein Klassiker für ELO-Riesen

Zum 65. Mal findet heuer vom 10. bis 26. Jänner das Corus Turnier in Wijk aan Zee (Holland) statt. Traditionell werden zwei GM-Turniere ausgetragen: Das A-Turnier hat einen Eloschnitt von 2701 (!) und das B-Turnier ist mit vielen jungen Spielern besetzt. Wie im letzten Jahr ist Gary Kasparov nicht dabei. Sein Match auf 6 Partien gegen das Computerprogramm Deep Junior startet am 26. Jänner. Leko bereitet sich offensichtlich auf seine Begegnung mit Kramnik vor und fehlt ebenfalls. Der Lokalmatador Jeroen Piket beendete seine Profikarriere vor einem Jahr und spielt nur gelegentlich Mannschaftsbewerbe.

Wieder dabei ist Kramnik, der längere Zeit kein Turnier spielte. Nach der Niederlage im Finale in Dortmund gegen Leko pausierte auch Topalov ein halbes Jahr. Nun ist er wieder aktiv. Die andere Favoriten sind FIDE Weltmeister Ponomariov, Anand, Bareev und als Titelverteidiger der junge Grischuk. Neu im 2700-er Klub ist Judith Polgar nach einem ausgezeichneten Ergebnis bei der Olympiade in Bled. Übrigens soll Ponomariov im Frühling laut Prager Abkommen gegen Kasparov kämpfen. Er zögerte lange mit der Unterschrift, hat aber dann doch zugesagt. Nachdem er die erste Runde gegen Bareev verloren hatte, punktete er in der 2. Runde gegen Kramnik mit einem hübschen Damenschach (siehe unten).

Zwischenstand nach 4 Runden:

Hier einige Szenen:

Ponomariov (2734) – Kramnik (2807)

1.b5 ! Starker Zug, der die Partie entscheidet. 

1...c5 2.dxc5 bxc5 3.Dg6+ Kramnik war sichtlich überrascht. Es blieb ihm nichts anders übrig als die Partie aufzugeben. 3.Dg6+ Kf8 4.Dxh6+ Kg8 5.Dxg5+ Kh8 6.Ta6 mit Gewinn. 1–0

Radjabov (2624) – Topalov (2743)

Topalov opferte im Mittelspiel die Qualität für die Initiative, wie auch bereits gegen Anand eine Runde zuvor. Gegen den Inder konnte er das Opfer nicht beweisen und verlor, hier gelang ihm aber ein schönes Finale.

1...Le3 2.Tf1 Ld4 3.a3 Kg8 Weiß ist in Zugzwang!

4.f4 De4+ 5.Tf3 Lf2 Elegant! Dd1–f1 ist jetzt unmöglich. 0–1

Kramnik (2807)- Bareev (2729)

1.Kd3 Tc7 2.Ke4 Kb7 3.Td1 Kc8 4.Td8+ Kb7 Die Stellung scheint Remis zu sein, aber Kramnik findet eine Gewinnidee!

5.Kf4 Tc8 6.Td7+ Tc7 7.Td3 Kc8 8.Td8+ Kb7 9.Lf6!! Mit der Drohung Lf6-g7 und der weiße h-Bauer ist nicht zu halten.

9...g6 Das Bauernendspiel ist nach 9...gxf6 10.exf6 Tc8 11.Txc8 Kxc8 12.Kg5 Kd7 (12...Sd4 kann auch nichts retten: 13.h6 Sf3+ 14.Kh5 Se5 15.h7 Sg6 16.Kh6 Kd7 17.Kg7 e5 18.h8D Sxh8 19.Kxh8 Ke6 20.Kg7 e4 21.a3) 13.h6 Sxh6 14.Kxh6 e5 15.Kh7! a3 16.Kg7 Ke6 17.f3 leicht gewonnen.

10.hxg6 fxg6 11.Kg5 Bareev gibt zu Recht auf: 11.Kg5 Tc8 12.Td7+ Tc7 13.Td1 Tf7 14.Kxg6 Tf8 15.Td7+ Kc8 16.Th7 Kb8 17.a3 Kc8 18.f4 Kb8 19.Le7 Sxe7+ 20.Txe7 Txf4 21.Txe6 Kc7 22.Tf6 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog