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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 338 vom 11.07.1997, Kategorie Kolumne

Novgorod - Partiennachlese (11. Juli 1997)

Das FIDE-Super-Kat. XIX-GM-Turnier brachte eine Fülle sehenswerter Partien, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Es folgen zwei Partien des Turniersiegers ...

Weiß: GM G. Kasparow

Schwarz: GM N. Short

Französich [C18]

Anm. I. Balinov

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Lb4 4. e5 c5 5. a3 Lxc3+ 6. bxc3 Dc7. Möglich ist auch 6. ... Da5 7. Ld2 cxd4 8. cxd4 Da4 9. Dg4 Se7 10. Sf3! (Vermutlich eine Verbesserung gegenüber 10. Ld3!? h5 11. Df4 Sbc6 12. Sf3 b6 mit unübersichtlichen Verwicklungen, doch kommt als brauchbare Alternative auch 10. c3 in Betracht) 10. ... Dxc2 (Erzwungen, denn nach 10. ... Kf8?! 11. Ld3 hätte Schwarz keinerlei Kompensation für die verlorene Rochade.) 11. Dxg7 Tg8 und nun:

A) 12. Df6 Df5 (Erzwungen) 13. Dxf5 Sxf5 14. Ld3 (Gut war auch 14. h3!? oder 14. Tg1!?.), und Weiß steht nicht zuletzt wegen der Drohung Lxf5 nebst Sg5 deutlich besser.

B) 12. Dh6!? Sbc6 13. Tc1 (Interessant war auch, wie in der Partie I. Almasi-Murawjew, Budapest 1996, 13. Sg5!?, mit der Idee, 13. ... Sxd4 vorteilhaft mit 14. Sxh7! De4+ 15. Le3! zu beantworten.) 13. ... De4+ 14. Le3! Dg6 (abermals erzwungen) 15. Dxg6 fxg6 (Auf 15. ... hxg6 folgt sehr stark 16. g4! Ld7 17. h4 Sa5 18. h5 gxh5 19. gxh5 b5 20. h6 Sc4 21. h7 Th8 22. Lg5 und Weiß gewinnt; etwas besser ist 15. ... Txg6 16. Ld3 Txg2 17. Lxh7, doch auch hier ist am weißen Vorteil nicht zu rütteln.) 16. g4 ist nach IM I. Almasi vorteilhaft für Weiß.

7. Dg4 f5. Die andere Hauptvariante ist 7. ... Se7.

8. Dg3 cxd4 9. cxd4 Se7. Schwach ist 9. ... Dxc2? 10. Ld2 (Nicht aber 10. Dxg7? Dc3+) 10. ... Dc7 11. Lb5+ Sc6 12. Se2, mit kräftiger weißer Initiative.

10. Ld2 0–0 11. Ld3 b6 12. Se2 La6 13. Sf4. Unklar ist 13. Lb4 Lxd3 14. cxd3 Tf7 15. 0–0 Sbc6 16. Ld6 Dd7, während 13. 0–0 Lxd3 14. Dxd3 Tc8 15. Tfc1 Dc4 rasch zu gleichem Spiel führt.

13. ... Dd7 14. h4. In Leko-C. Hansen, Groningen 1994, hatte Schwarz nach 14. 0–0 Lxd3 15. Dxd3 Sbc6 16. h4 Tac8 17. h5 Sd8 18. g3 Tc4 19. Kg2 Sec6 20. Se2 Sf7 21. Th1 Db7 22. f3 Da6, keine Mühe, das Spiel rasch auszugleichen.

14. ... Lxd3 15. Dxd3 Sbc6.

16. Th3! Tac8 17. Tg3 Tf7 18. h5 Sd8 19. c3 Tf8. Den Vorzug verdiente 19. ... Da4.

20. Kf1 Tc4 21. Kg1 Sf7 22. a4 Tfc8 23. Db1! Sc6 24. Dd1 Se7 25. h6 g6. Erzwungen, denn nach 25. ... Sxh6 26. Sh5 hätte Weiß überwältigenden Vorteil.

26. Dh5 Txa4 27. Txa4 Dxa4 28. Sxe6 Dc2?. Geboten war 28. ... Dc6.

29. Dh4 f4 30. Lxf4 Sf5 31. Txg6+ und Schwarz streckte wegen 31. ... . hxg6 32. h7+ Kh8 33. Df6+ Kxh7 34. Dxf7+ Kh8 35. Dxg6 die Waffen.

 

Weiß: GM B. Gelfand

Schwarz: GM G. Kasparow

Damenindisch [E12]

Anm. I. Balinov

1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 b6 4. a3 c5 5. d5 La6 6. Dc2 exd5 7. cxd5 g6. Eine bekannte Eröffnungsfalle ist 7. ... Sxd5? 8. De4+ Se7 9. Dxa8 Sec6 10. Lf4 d6 11. e3 Lxf1 12. Txf1 Dc8 13. Sc3 Le7 14. Sb5 und Weiß gewinnt.

8. Sc3 Lg7 9. g3 0-0 10. Lg2 d6 11. 0-0 Te8 12. Te1 Sbd7 13. h3. Mit 13. a4!? konnte der Anziehende das folgende Gegenspiel unterbinden.

13. ... b5 14. e4 Dc8 15. Lf4 b4. Vorteilhaft für Weiß wäre hingegen 15. ... Se5? 16. Sxe5 dxe5 17. Lg5.

16. Sa4 b3 17. Dxb3?!. Vorzuziehen war 17. Db1 Dc7 18. Sc3 Db6 mit unklaren Verwicklungen und Chancen für beide Seiten.

17. ... Sxe4 18. Dc2 Sdf6 19. g4 Dd7! 20. g5 Sh5 21. Lh2. Nach 21. Txe4 Txe4 22. Dxe4 Te8 wäre das schwarze Spiel klar vorzuziehen.

21. ... f5 22. Sc3 Tab8 23. Tab1 Lxc3. 23. ... Txb2? erwiese sich nach 24. Txb2 Lxc3 25. Txe4 fxe4 26. Dxc3 exf3 27. Dxf3 und Weiß hat Vorteil, als Fehlkombination.

24. bxc3 Txb1 25. Txb1 Lc4 26. Sd2?!. Richtig war 26. Td1 Db7 und erst jetzt 27. Sd2, z.B. 27. ... Le2 28. Tb1 Da6 29. Sxe4 Ld3 30. Dc1 fxe4 und Schwarz steht, wenn überhaupt, nur minimal besser (30. ... Lxb1 31. Sxd6 Tb8 32. Sxf5 würde hingegen zu Gunsten von Weiß ausschlagen.).

26. ... Sxd2. Der Bauer d5 war weiterhin tabu für Schwarz, z.B. 26. ... Lxd5 27. Dd3 Df7 28. c4 La8 29. Sxe4 Lxe4 30. Lxe4 fxe4 31. Dxd6 Dxc4? 32. Tb8 Df7 33. Dxc5 Txb8 34. Lxb8 a6 35. Dc8+ Df8 36. De6+ Df7 37. Dxa6 und Weiß gewinnt.

27. Dxd2 f4!. Schwarz steht nun überlegen. Der Bauer "f4" ist wegen Df5 mit Doppelangriff auf den Tb1 und den Lf4 nicht zu nehmen.

28. Te1 Te5 29. Te4 Txe4. Mit 29. ... Txd5?! 30. Te8+ Dxe8 31. Lxd5+ Lxd5 32. Dxd5+ Kg7 33. Dxd6 De1+ 34. Kg2 De4+ würde der Nachziehende den Großteil seines Vorteils aus der Hand geben.

30. Lxe4 Dxh3 31. Lg2. Fatal war 31. Lxf4?? wegen 31. ... Dg4+ usw.

31. ... Dg4 32. De1.

32. ... Sg7. Das Einbinden des "Rappen" in den Angriff entscheidet!

33. f3 Dxg5 34. Db1 Sf5 35. Db8+ Kg7 36. Dxa7+ Kh6 37. Df7 Lf1! 38. Kxf1 Se3+ 39. Ke1. Oder 39. Ke2 Dxg2+ 40. Kd3 Dc2 matt.

39. ... Dh4+ 40. Ke2 Dxh2 41. Kd3 Sf5 und Weiß gab auf.

ÖM Lothar Karrer