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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3388 vom 21.02.2003, Kategorie Kolumne

Aeroflot-Open in Moskau

Zum zweiten Mal, heuer vom 10. bis 20. Februar, fand in Moskau eines der stärksten Open der Welt statt. Knapp 500 Teilnehmer in drei Kategorien nahmen daran teil. Das A-Turnier mit einem Preisgeld von 25.000 $ war stark besetzt: 30 Großmeister mit einer Elozahl über 2600 und nur ein einziger Spieler unter 2400. Nach 8 Runden führten noch die beiden Weißrussen Fedorov und Aleksandrov mit 6½ aus 8. Doch in der direkten Begegnung in der 9. Runde trennten sie sich friedlich und wurden von GM Svidler und GM Bologan eingeholt. Über den Turniersieg entschied die Zweitwertung, die zu Gunsten des moldawischen GM Viktor Bologan ausfiel. Sein Stil erinnert stark an jenen von Shirov (mit dem er schon zusammenarbeitete) – scharf, originell und kompromisslos.

Endstand Gruppe A (201 Teilnehmer):.

Weiß: Bologan, V (2630)

Schwarz: Milov, V (2592)

Aeroflot Open Moskau

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 d6 6.Lg5 Ld7 Das ist die sogenannte Anti-Rauzer Variante. 6...e6 ist die normale Fortsetzung.

7.Dd2 Tc8 7...Sxd4 8.Dxd4 Da5 9.f4 (9.Ld2) 9...Tc8

8.Sb3 h6 8...a6 mit der Idee 9...e6.

9.Lxf6 gxf6 10.Ld3 Wenig erreichte GM Bologan in der Partie: 10.f4 f5 11.exf5 Lxf5 12.Sd5 Lg7 13.c3 Le4 14.Se3 a5 15.Ld3 Lxd3 16.Dxd3 a4 17.Sd2 e6 18.0–0 0–0 19.Tad1 d5 mit Ausgleich, Bologan-Smirin, Manila ol. 1992.

10...Lg7 10...h5 11.0–0–0 Lh6 12.f4 Se5 13.Thf1 Tg8 mit dynamischem Gleichgewicht, Klovans-Chandler, Jurmala 1983.

11.0–0 Riskant ist 11.0–0–0 da Schwarz nach 11...Sa5 Gegenspiel hat. (Die Variante 11...f5 12.exf5 Sb4 scheitert an 13.Se4)

11...h5 12.Kh1 Weiß spielt früher oder später f2-f4 und dann ist der Königszug meist notwendig.

12...h4 13.h3 Der schwarze Bauer darf nicht auf h3.

13...a6 14.Sd5 e6 15.Se3 Dc7 16.f4 Se7 17.De2 Sg6 Der Versuch mit 17...f5 18.exf5 Lxb2 19.fxe6 fxe6 20.Tab1 Lf6 den Doppelbauern loszuwerden ist zu gefährlich, weil der schwarze König nach 21.f5 e5 22.Sg4 Lg5 23.c4 offen in der Mitte zurück bleibt.

18.Sg4 Kf8 Auch f8 ist kein sicherer Hafen für den schwarzen Monarchen.

19.c3 Bereitet den Standardvorstoß f4-f5 vor.

19...d5 Schwarz kontert, bevor Weiß zu f4-f5 kommt, wodurch die Lage für den Nachziehenden sehr kritisch wird.

20.f5 Nach 20.e5 f5 steht Schwarz schon besser.

20...Sf4 21.Txf4

Auch 21.De3 kostet die Qualität: 21...Sxd3 22.Dxd3 Lb5, aber Weiß hat andere Pläne.

21...Dxf4 22.Tf1 Dg5 Hier leidet die Dame für längere Zeit. Besser wäre 22...Dd6 23.fxe6 Lxe6 24.Sxf6 dxe4 25.Sxe4 De7 und Weiß hat Kompensation für die Qualität.

23.Sd4 exf5 24.exf5 Te8 25.Dd1 Kg8 26.Lc2 Lc6 27.b4 Te7 28.a4 Kh7 29.b5 axb5 30.axb5 Le8 Vielleicht stellte GM Milov erst jetzt fest, dass 30...Ld7 wegen 31.Se6 fxe6 32.fxe6+ Kg8 33.exd7 Txd7 34.Tf5 Dg6 35.Txf6 nicht geht?

31.Lb3 Tc7 32.Lxd5 Txc3 33.Lxb7 Der b-Bauer wird nun sehr gefährlich.

33...Tc5 34.Db1 Tc4 Notwendig war 34...Ld7, um den h8-Turm endlich ins Spiel zu bringen.

35.Sf3 Dh5 Das kleinere Übel war 35...Df4 36.Sfe5 Tb4 37.De1 Dd4 38.Sc6 Lxc6 39.bxc6 Dd6

36.b6 Lc6 37.Lxc6 Txc6 38.Db5 Einen eleganten Gewinnweg zeigt das Programm Fritz 7: 38.Dd1 Txb6 (38...Tc4 39.Sd2 Txg4 40.Dxg4 Dxg4 41.hxg4 Lh6 42.Sc4 Kg7 43.Kg1 Tc8 44.b7 Tb8 45.Tb1 Lf4 46.Sa5 Kh6 47.Sc6) 39.Sd2 Dg5 (39...Kg8 40.Se4 Ta6 41.Dd3 Tc6 42.Dd7) 40.Se4 und Schwarz verliert die Dame.

38...Td6 39.Dc5 Tdd8 40.b7 Tb8 41.Tb1 Thd8 42.Db5 Kh8 43.Sf2 Lf8 44.Sg4 Lg7 45.Tc1 Dh7 46.Kg1 Dg8 47.Tc7 Df8 48.Dc4 Td1+ 49.Kf2 Dd6 Sieht nach Gegenspiel aus, doch der Eindruck täuscht.

50.Se3 Dg3+ 51.Ke2 Tb1 52.Tc8+ Kh7 53.Dxf7 Tb2+ 53...T8xb7 54.Dg8+ Kh6 55.Sg4+ Dxg4 56.hxg4

54.Kd1 Dd6+ 55.Kc1 Txg2 56.Sxg2 Da3+ 57.Kc2 Da4+ 58.Kd2 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog