Wiener Zeitungs Schachergebnisserver - Kolumne
Schach Homepage Swiss-Manager Homepage Österreichischer Schachbund Homepage Wiener Zeitung Homepage CMS-Version 09.10.2016 17:06, Logged on: Gast Suche Impressum Sitemap Login Logoff Kontakt
 Home   Österreich   Welt   Kolumne   Meisterschaft   Turnier-DB   Archiv   Turnierkalender   Links   Datenpflege 

Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3406 vom 21.03.2003, Kategorie Kolumne

Austria Graz - der neue Staatsmeister!

Nach der letzten Trippelrunde in der Staatsliga A vom 14. bis 16. März kam es zu der großen Sensation: Austria Graz wurde neuer österreichischer Staatsmeister der Saison 2002/2003. Entscheidend für den Erfolg der Steirer war der 6:0 (!) Sieg in der 10. Runde gegen Mozart Salzburg. Warum der Elo-Favorit Tschaturanga-Wien in der letzten und wichtigsten Phase der Meisterschaft nur mit zwei Legionären spielte (GM Lutz und GM Lau), bleibt ein Rätsel. Der Klub hat in der Kaderliste auch GM Dorfman, GM Baburin und GM Rotstein. Auf jeden Fall Gratulation an den neuen Meister. Hier das Siegerteam von Austria Graz:

Durch einen geänderten Modus steigen ab heuer gleich drei Mannschaften ab, im Gegenzug steigt jeweils der Sieger aus den drei B-Ligen (West, Ost und Süd) direkt in die Staatsliga A auf.

Endstand nach 11 Runden:

Heute eine Partie aus der 2. Runde von Jenbach-Austria Graz (3½:2½), in der die Steirer ihre einzige Team-Niederlage einstecken mussten.

Weiß: Schlosser, P (2534)

Schwarz: Muse, M (2456)

Staatsliga A/Frohnleiten [E94]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Le2 0-0 6.Sf3 Die klassische Variante der Königsindischen Verteidigung.

6...e5 7.0-0 exd4 Schwarz gibt schnell das Zentrum auf und hofft auf Figurenspiel und Druck auf der e-Linie. Üblich ist 7...Sc6 8.d5 Se7. Die Fortsetzung 9.b4 ist zur Zeit sehr populär.

8.Sxd4 Te8 9.f3 c6 10.Kh1 Der König muss von der a7-g1 Diagonale weg.

10...Sh5 10...d5 ist nicht gut, wie die folgende Partie zeigt: 11.cxd5 cxd5 12.Lg5 Sc6 13.Lb5 Db6 14.Sxc6 bxc6 15.Lxf6 Lxf6 16.Sxd5 mit Materialgewinn für Weiß, Eingorn-Rashkovsky, Minsk 1987. 10...Sbd7 ist die natürlichste Fortsetzung.

11.g4! Richtig, bevor Schwarz 11....Dh4 spielt. Auf 11.f4 muss Weiß ebenfalls mit 11...Dh4 rechnen.

11...Sf6 12.Tg1 12.Lf4 h5 13.g5 Sh7 14.Dd2 Sa6 15.Tad1 De7 16.Tg1 Sf8 17.Lf1 Sd7 18.Lg3 Sb6 19.b3 Bareev-Poluljahov, St. Petersburg 1998.

12...Sfd7 12...Sa6 13.Lf4 h5 14.g5 Sh7 15.Dd2 De7 16.Tad1 Sf8 17.a3 Le5 18.Le3 Sc7 19.f4 Lg7 20.Lf3 Ld7 21.Lf2 Schlosser P.-Schmaltz, Baden-Baden 1993.

13.Le3 Sa6 14.Dd2 Dh4 Schwarz ist unternehmungslustig! Wenn schon mit der Dame, dann besser 14...De7

15.Lg5 Df2 16.Tad1 Sf8 17.Lh6 17.Tg2 ist nun wegen 17...Dxd4 18.Dxd4 Lxd4 19.Txd4 Se6 20.Lf6 Sxd4 21.Lxd4 mit einer Qualität weniger nicht gut. Aber das schwarze Abenteuer könnte nach 17.Dc1! Se6 (17...Lxd4 18.Tg2) 18.Tg2 Dxd4 19.Txd4 Sxd4 schnell enden.

17...Lf6 Schwarz sollte 17...Dh4 versuchen, obwohl nach 18.Lg5 Df2 Weiß immer noch 19.Dc1 hat.

18.Tg3 Droht 19.Le3.

18...g5 18...Lxd4 19.Dxd4 Dxd4 20.Txd4 ist hoffnungslos für Schwarz.

19.Sf5 Das Motiv 19.Lxg5 Dxd4 20.Dxd4 Lxd4 21.Txd4 Se6 kennen wir schon. 22.Lf6 Sxd4 23.Lxd4.

19...Se6 20.h4 Lxc3 Schwarz hat keine befriedigende Fortsetzung mehr: 20...Db6 21.Lxg5 Sxg5 22.hxg5 oder 20...gxh4 21.Le3 hxg3 22.Lxf2 gxf2 23.f4.

21.Dxc3 21.bxc3 genügt auch. Z.B. 21...Sf4 22.Lxg5 Sxe2 und jetzt das Effektvolle 23.Sh6+ Kg7 24.Lf6+ Kxf6 25.Dg5+ Ke6 26.Df5+ Ke7 27.Dxf7+ Kd8 28.Txd6+ Ld7 29.Dxd7#

21...Dxe2 22.Txd6 Sehr kompliziert! 22.Td2 wäre einfacher.

22...Df1+ 23.Kh2 Sac7 Es droht 24.Td6-e6.

24.Lxg5 Es droht 25.Sh6 .

24...h6

25.Ld8! Hübsches Finale! Gegen 26.Ld8-c7 gibt es keine Verteidigung.

25...Df2+ 26.Tg2 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog