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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3491 vom 11.07.2003, Kategorie Kolumne

U20-Weltmeisterschaft in Aserbaidschan

Zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit (21.Juni bis 3.Juli) fand heuer die U20 WM in Nakhichevan statt .Vielleicht war das auch er Grund, warum nur 29 Nationen an dieser doch prestigeträchtigen Veranstaltung teilnahmen (50 Burschen und 28 Mädchen). Österreich war, wie auch viele andere Länder, nicht vertreten. Bei den Burschen kommt der neue Weltmeister aus dem Gastgeberland - es ist der bei uns noch unbekannte 18-jährige Shakhriyaz Mamedyarov. Übrigens stammt Gary Kasparov aus Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans.

Endstand:

Weiß: Mamedyarov, S. (2607)

Schwarz: Schneider, D. (2424)

WJun Nakhchivan AZE (5), 25.06.2003

U20 WM Nakhchivan, [D31]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c6 4.e4 Eine Variante, die Gambitcharakter hat.

4...dxe4 5.Sxe4 Lb4+ 6.Ld2 6.Sc3 stellt für Schwarz keine Probleme dar: z.B. 6...c5 7.a3 Lxc3+ 8.bxc3 Sf6 9.Sf3 Da5 10.Ld2 Se4 11.Ld3 Sxd2 12.Dxd2 0-0 13.Ke2 (13.0-0 cxd4) 13...Sd7 14.Thd1 Td8 15.Dg5 Sf6 16.Dxc5 Dxc5 17.dxc5 Ld7 18.Tab1 Tab8 19.Tb4 e5 20.Lc2 Tdc8 21.Sg5 Lc6 mit Ausgleich, Hertneck-Portisch Berliner Sommer 1997.

6...Dxd4 7.Lxb4 Dxe4+ 8.Le2 8.Se2 wird seltener gespielt.

8...Sa6 Das ist der stärkste Zug für Schwarz, man greift sofort den lästigen Läufer an. 8...c5 9.Lxc5 Dxg2 10.Dd6 Sd7 11.0-0-0 Dc6 12.La3 Dxd6 13.Txd6 Sgf6 14.Sf3 b6 15.Tc6 La6 16.Tg1 g6 17.Td1 Tc8 18.Sd4 Kd8 19.b3 Tc7 20.Ld6 mit Kompensation für den Bauern, Smirin-Ruzele Berliner Sommer 1997.

9.La5 Häufiger wird 9.Lc3 gespielt wie in der folgenden Partie: 9...Se7 10.Lxg7 Tg8 11.Lf6 Df4 12.Lxe7 Kxe7 13.g3 De5 14.Db1 b6 15.Sf3 Df6 16.0-0 Lb7 17.De4 Sc5 18.De3 Sd7 19.Ld3 c5 20.Le4 Lxe4 21.Dxe4 Dg6 22.De3 mit kleinem Vorteil für Weiß, Sherbakov-I.Novikov St. Petersburg 1995. 9.Ld6 ist ebenfalls spielbar, nimmt aber das Feld d6 für die Dame weg.

9...f6 Die Alternative wäre 9...b6 10.Dd6 Ld7 11.0-0-0 0-0-0 12.Lc3 und Weiß hat Kompensation für den Minusbauern.

10.Dd8+ Kf7 11.0-0-0 e5 In dieser Stellung geschah schon: 11...b6 12.Lc3 e5 13.Lh5+ g6 14.Lf3 Dxc4 15.Se2 Dxa2 16.Td6 Tb8 17.Thd1 mit starker Initiative, Van Wely-Krasenkow Istanbul ol. 2000.

12.Ld3 Df4+ 12...Dxg2 kostet Zeit und öffnet zusätzlich die g-Linie. 13.Se2

13.Kb1 Die Dame auf d8 stört enorm. Mit dem nächsten Zug versucht Schwarz, sie von dort zu vertreiben.

13...Sc5 Mit der Idee 14....Se6.

14.Se2 Dxf2 Schwarz ist fast gezwungen weiter zu "fressen", weil die Dame kein vernünftiges Rückzugsfeld hat.

15.Thf1 Dxg2 Den g-Bauern nehmen war zu viel. Die g-Linie wird geöffnet und das entscheidet die Partie. Besser war 15...De3. Nach 15...Dh4 16.Dc7+ Se7 17.Lb4 b6 18.Dxe5 hat Weiß nur einen Bauer weniger für die überlegene Stellung.

16.Dc7+ Se7 17.Tg1

17...Dxg1 Was sonst? Auf 17...Dxh2 folgt 18.Txg7+ Kxg7 19.Dxe7+ Kg8 20.Lg6 mit Mattangriff. Die besten praktischen Chancen bot vielleicht 17...Se6 18.Txg2 Sxc7 19.Lxc7 Lf5 mit drei Bauern für die Figur.

18.Txg1 Se6 Für 18...Sxd3 hat Schwarz wegen 19.Txg7+ Kxg7 20.Dxe7+ und nach 20...Kg6 21.Ld8 Txd8 22.Dxd8 keine Zeit. Weiß sollte auf Grund der Unterentwicklung von Schwarz leicht gewinnen.

19.Dd6 Weiß hat die Dame für Turm und drei Bauern und dazu immer noch die dominierende Position.

19...b6 20.Lb4 c5 21.Le4 Lb7 Und wieder taucht auf 21...Td8 das bekannte Motiv 22.Txg7+ und weiter 22...Sxg7 23.Dxd8 Lb7 24.Dd3 Td8 25.Dxd8 Lxe4+ 26.Kc1 cxb4 27.Sg3 mit entscheidendem materiellem Vorteil auf.

22.Ld5 Lxd5 23.cxd5 Sg5 24.Txg5 fxg5 25.De6+ Kf8 26.d6 Sg6 27.Ld2 Te8 28.Df5+ Jetzt ist alles klar. 28.Df5+ Kg8 29.d7 Td8 30.Lxg5 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog