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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3707 vom 12.09.2003, Kategorie Kolumne

Spätsommer-Open in Schwarzach und Graz

Vom 23. bis 31. August fand zum 18-ten Mal das Schwarzacher Open statt. Mehr als 200 Schachspieler, davon viele ausländische Gäste, nahmen in drei Gruppen daran teil. Im A-Turnier siegte der als Nummer 6 gesetzte russische IM Mikhail Umansky recht deutlich mit einem Punkt Vorsprung. Gleich 7 Spieler teilten sich den zweiten Platz. Bester Österreicher wurde FM Heinrich Rolletschek auf Platz 19 mit 5½ Punkten.

Endstand nach 9 Runden:

Hier finden Sie alle Ergebnisse und Tabellen von Schwarzach

In der folgenden Woche, zwischen 30. August und 7. September, wurde das 10-te Jubiläums Karl Wagner Gedenkturnier (Internationales Open Graz) ausgetragen. Im A-Turnier (74 Teilnehmer) dominierten erwartungsgemäß die eingeladenen ausländischen Großmeister. Der Wettbewerb verlief sehr friedlich. Die Statistik zeigt, dass alle sieben Topplatzierten nur eine Niederlage kassierten. Am Ende hatten 7 Spieler 6½ Punkte. Der 30-jährige tschechische GM Vlastimil Babula konnte seinen vorjährigen Titel (nach Zweitwertung sehr knapp) erfolgreich verteidigen. Ausgezeichneter Achter und zugleich beste(r) Österreicher(in) wurde Eva Moser.

Endstand nach 9 Runden:

Hier finden Sie alle Ergebnisse und Tabellen von Graz

Das B-Turnier gewann der Rumäne Rodel Marinel Rujan mit dem Top-Score von 9(!) aus 9. Seine eingestufte Elozahl von 1800 gab berechtigten Anlass zum Protest von den anderen Teilnehmern.

Weiß: Hertneck,G (2524)

Schwarz: Zimmerman,Y (2320)

18. Schwarzacher Open [A36]

2.Dc6!! Elegante Lösung!

2...Dd7 2...Txc6 3.dxc6 Dc8 4.gxf5 Lf6 5.c7 nebst Ta1-a8.

3.gxf5 1-0


Weiß: Krstic,U (2394)

Schwarz: Kunin,V (2456)

18. Schwarzacher Open [B90]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 Der Englische Angriff bestätigte sich als die beste Erwiderung der Najdorf-Variante. Der junge Russe künstelt. 6.f3 nebst 7.Le3 führt meistens zu einer Zugumstellung und vermeidet dabei auf 6.Le3 6....Sf6-g4.

6...Sbd7 Üblicher ist 6...e6 oder 6...e5

7.f3 Dc7?! Das ist schon fragwürdig. Die Dame steht in diesem Aufbau auf c7 oft schlecht. 7...e6 bringt die Partie auf erfahrene Pfade.

8.g4 h6 9.Dd2 b5 10.0-0-0 Lb7 11.a3 Tc8 12.h4 d5 Es ist eine interessante Stellung entstanden.

13.Lh3 Der Zug bereitet den Vorstoß g4-g5 vor, wodurch der Turm auf h1 nicht mehr „hängt“. Schwarz hat nach 13.exd5 Sxd5 14.Sxd5 Lxd5 bequemes Spiel.

13...e5 Ein Motiv, um das unangenehme g4-g5 zu stoppen, ist selbst 13...g5 zu spielen. Im konkreten Fall sind die kommenden Komplikationen eher zum schwarzen Nachteil: 14.hxg5 hxg5 15.exd5 Sxd5 16.Sxd5 Lxd5 17.Lxg5 e5 18.Tde1 f6 19.Lxf6 Sxf6 20.g5.

14.g5 exd4 15.Lxd4 Sh5 16.The1

Weiß ist für den entscheidenden Sturm voll mobilisiert. Für die geopferte Figur hat der Anziehende langfristige Initiative.

16...Lc5? Schwarz macht es dem Weißen leicht. Besser war 16...Kd8 17.Sxd5 Lxd5 18.exd5 Ld6 19.Kb1, doch auch diese Stellung spielt man lieber mit Weiß.

17.exd5+ Kd8 17...Kf8 18.Lxc5+ Sxc5 19.d6 Dc6 20.Lxc8 Lxc8 21.Te7 und der Sieg ist nicht weit entfernt.

18.d6! Der junge Slowene nutzt sofort aus, dass der Bauer nicht blockiert ist.

18...Db6 Der Bauer ist tabu: 18...Dxd6 19.Lxc5 Dxd2+ 20.Txd2; 18...Lxd6 19.Le3 (19.Lxd7) oder 18...Dc6 verliert trivial: 19.Lxd7 Kxd7 (Auf 19...Dxd7 folgt das effektvolle 20.Sa4) 20.Te7+ Kd8 21.Lxc5

19.Te7 19.De3 gewinnt auch.

19...Lc6 20.Sd5! Lxd5 Es ist nichts mehr zu retten: 20...Da7 21.Da5+ oder 20...Lxd4 21.Sxb6 Lxb6 22.De2 nebst 23.Td7 und 24.De7.

21.Txd7+ Ke8 22.De3+ Kf8 23.Lxc5 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog