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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3720 vom 26.09.2003, Kategorie Kolumne

GM Turnier in Ansfelden

Großmeister Rundenturniere sind in Österreich zur Rarität geworden. Das letzte gab es vor einem Jahr in St. Pölten. Erfreulicherweise wurde vom 12. bis 20. September in Ansfelden bei Linz wieder eines organisiert. Vier Spieler erreichten 5½ Punkten und teilten sich den ersten Platz. Nach Zweitwertung siegte der künftige GM Niki Stanec. Die beiden Co-Sieger FM Michael Roos und FM Hermann Knoll erfüllten eine IM-Norm.

Endstand nach 9 Runden:

Hier finden Sie alle Details zum Turnier

Weiß: IM Stanec (2560)

Schwarz: FM Knoll (2361)

GM Turnier Ansfelden

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 Niki ist in Spiellaune! Normalerweise spielt er ruhigere Eröffnungen.

6...e6 7.f4 Db6 Schwarz vernachlässigt alle Prinzipien und geht auf den b2-Bauern los. Es ist ein "Schachparadoxon", dass diese Variante noch nicht widerlegt ist.

8.Dd2 Viele decken sogar den Bauern mit 8.Sb3.

8...Dxb2 9.Sb3 Die andere Hauptvariante beginnt mit 9.Tb1

9...Da3 Schwarz kann auch mit den Zügen 9...Sbd7 oder 9...Sc6 beginnen.

10.Ld3 Die Fortsetzung 10.Lxf6 gxf6 11.Le2 ist verbreiteter.

10...Sc6 Eine wichtige Alternative für Schwarz ist 10...Le7. Zum Beispiel: 11.0-0 h6

A) 12.Lxf6 Lxf6 13.e5 dxe5 14.Se4 Sd7 15.f5 exf5 16.Txf5 Le7

A1) 17.Lc4 Sf6 18.Txe5 Sxe4 (18...0-0 ist auch möglich) 19.Lxf7+ Kxf7 20.Dd5+ Kg6 21.Dxe4+ Kf7 22.Tf1+ Lf6 23.Sc5 Te8 24.Dd5+ Kf8 25.Dd6+ Kf7 26.Sxb7 Tal-Zald, Moskau 1972. Nun konnte Schwarz mit 26...Lxb7 27.Dxa3 Txe5 28.Db3+ Ld5 großen Vorteil erlangen.

A2) 17.Df2 17...Sf6 18.Sxf6+ gxf6 19.Txf6 Lxf6 20.Dxf6 Tg8 21.Lh7 Tf8 (21...Tg5!? oder 21...De7 22.Dxe7+ Kxe7 23.Lxg8 Lf5 mit Ausgleich) 22.Dxe5+ De7 23.Da5 mit unklarer Stellung, Mark Tseitlin-Psakhis, Tel Aviv 1999.

B) 12.Lh4 12...Sxe4 13.Sxe4 Lxh4 14.f5 exf5 15.Lb5+ axb5 16.Sxd6+ Kf8 17.Sxc8 Sc6 18.Sd6 Td8 19.Sxb5 De7 20.Df4 g6 21.a4 Lg5 mit Vorteil Schwarz, Spassky-Fisher WM 1972.

11.0-0 Le7 12.Tae1 h6 13.Lh4 Ld7 Jetzt funktioniert das Entlastungsmotiv 13...Sxe4 wegen 14.Txe4 Lxh4 15.Ta4 nicht. Ein anderer Versuch ist 13...Db4 14.Lf2 Sa5 15.a3 Sxb3 16.cxb3 Da5 17.b4 Dd8 18.e5 dxe5 19.fxe5 Sd5 20.Se4 0-0 21.Lb1 Ld7 22.Dc2 Tc8 23.Lc5 g6 24.Dd2 Kg7 25.Lxe7 Dxe7 26.Tf3 mit Angriff, Beliavsky-Pinter, Luzern 1982. 13...0-0 stellte sich in der folgenden Partie als sehr riskant heraus: 14.Tf3 Ld7 15.e5 dxe5 16.fxe5 Sd5 17.Sxd5 exd5 18.Tg3 Db4 19.Txg7+ Kxg7 20.Lf6+ Lxf6 21.exf6+ Kg8 22.Dxh6 Dxe1+ 23.Lf1 1-0, De Firmian-Patterson, Lloyds Bank open 1978.

14.e5 Sd5 Interessant wäre auch 14...dxe5 15.fxe5 Sd5. Zum Beispiel 16.Sxd5 exd5 17.Df4 Le6 (17...0-0 18.Lf6) 18.Lxe7 Dxe7 und Weiß muss erst beweisen, ob die Initiative einen Bauern Wert ist, oder 16.Lxe7 16...Dxe7 17.Le4 Sxc3 18.Dxc3 Tc8 19.Dg3 und die Position ist unklar.

15.Lxe7 15.Sxd5 wäre für Weiß unzureichend: 15...Lxh4 16.Sc7+ Ke7 17.Sxa8 Lxe1 18.Txe1 Txa8.

15...Sdxe7 16.Se4 dxe5 Beachtung verdient auch 16...Sc8.

17.Sbc5 0-0-0?! Schwarz sollte sich in die Variante 17...Lc8 18.Sd6+ Kf8 einlassen.

18.fxe5?! Warum nicht 18.Sd6+ Kc7 19.Scxb7?

18...Sxe5? Entscheidender Fehler. Notwendig war 18...Le8.

19.Sd6+ Kc7 20.Txe5 Kxd6 21.Sxb7+

21...Kc7 21...Kxe5 22.De3+ Kd5 23.De4#

22.Sxd8 Txd8 23.Txf7 Sc6 24.Te4 Dxa2 25.h3 Da1+ 26.Kh2 Se5 27.Df4 1-0


Seefeld Open

Vom 13. bis 21. September fand in Tirol das Seefeld Open mit mehr als 100 Teilnehmern, davon viele Gäste aus Deutschland, statt. Der beste Österreicher war Gert Schnider auf Rang 16.

Endstand nach 9 Runden:

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog