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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3801 vom 28.11.2003, Kategorie Kolumne

Bundesliga 2–Ost und Computer WM

Die zweite Bundesliga Ost ist heuer relativ ausgeglichen. Nach 4 Runden haben sich  drei Mannschaften  an der Spitze abgesetzt: Schachklub Donau, Schachverein Stockerau und Schachklub Donaustadt. Der am Anfang als Titelfavorit gehandelte Schachverein Raiba Pamhagen ist zur Zeit in der Abstiegszone am neunten Platz.

Zwischenstand nach 4 Runden:

Weiß: Dudas, J. (2320)

Schwarz: Stranz, R. (2323)

Bundesliga B-Ost 2. Runde

Anmerkung: GM I. Balinov [A31]

1.d4 Sf6 2.Sf3 c5 3.c4 3.d5 ist natürlicher.

3...cxd4 4.Sxd4 e5 Dieses Gambit erreicht man normalerweise mit der Zugfolge 1.c4 c5 2.Sf3 Sf6 3.d4 cd 4.Sd4 e5.

5.Sb5 Nach 5.Sb3 oder 5.Sc2 folgt 5...d5 mit angenehmem Spiel für Schwarz.

5...d5 6.cxd5 Lc5 6...Sxd5 kostet eine Figur: 7.Dxd5 Dxd5 8.Sc7+ Kd8 9.Sxd5.

7.S5c3 0–0 8.h3 Mit der Idee g2-g4. Verhindert Lc8-f5, droht den Springer von f6 zu vertrieben und ermöglicht Lf1–g2. Die normale Fortsetzung ist 8.e3. Hier eine Partie auf hohem Niveau: 8...De7 9.Le2 e4 10.a3 Td8 11.b4 Ld6 12.Lb2 a5 13.bxa5 Le5 14.Da4 Sa6 15.Sd2?! (Besser wäre 15.0–0 Sc5 16.Db4 Lg4 mit unklarem Spiel) 15...Sc5 16.Db4 Lg4! mit Kompensation fürs geopferte Material, Timman-Topalov Wijk aan Zee 1996. Seltener kommt 8.g3 vor. GM Varga Zoltan, der Teamkollege von Stranz, ist Anhänger dieses Zuges.

8...b5 8...e4 9.g4 e3 10.Lxe3 Lxe3 11.fxe3 De7 12.Lg2 Dxe3 13.Dd3 Dc1+ 14.Kf2 Dxb2 15.Sd2 Db6+ 16.De3 Dd8 17.Lf3 mit dynamischem Gleichgewicht, Dorfman-Degraeve FRA ch. 2002.

9.a3 Interessant war 9.e4 Z.B. 9...b4 10.Sa4 Sxe4 11.Sxc5 Sxc5 12.Le3 Se4 13.Sd2 Sd6 (13...Dxd5 ist schlecht wegen 14.Lc4 Dc6 und 15.Tc1) 14.Sc4 und Weiß steht besser.

9...b4 10.axb4 Lxb4 11.Ld2 Lxc3 11...e4 12.e3 (Aber nicht 12.Sxe4? Sxe4 13.Lxb4 Db6) 12...Lb7 (12...Te8 verdient Beachtung) 13.Le2 Sbd7 14.0–0 Te8 15.Sb5 Lxd2 16.Dxd2 Se5 17.Td1 Sxd5 18.S1c3 Sxc3 19.Dxc3 mit Vorteil für Weiß, Polak-Stocek Lazne Bohdanec 1997.

12.Lxc3 Die Alternative war 12.Sxc3 Sxd5 13.e4. Eine mögliche Fortsetzung wäre 13...Sb4 14.Le3 De7 15.Lc4. Hier hat Schwarz einige Möglichkeiten, eine davon ist 15...Le6 16.Lxe6 Dxe6 17.Lc5 Dc4 mit großen Komplikationen.

12...Sxd5 Schwarz spielt weiter im Gambitstil.

13.Lxe5 Sehr optimistisch. Vorsichtiger wäre 13.La5.

13...Sc6 14.Lc3 Vielleicht wäre 14.Lg3 genauer.

14...Lf5 Schwarz ist voll entwickelt und hat genügend Kompensation für den geopferten Bauern. Weiß braucht für die Entwicklung noch mindestens 4 Züge.

15.e3 Natürlicher Zug, der aber für Schwarz einer Einladung gleichkommt.

15...Sxe3! 16.fxe3 16.Dxd8 verliert sofort: 16...Sc2+ 17.Ke2 Taxd8.

16...Dh4+ 17.Ke2 Tad8 18.De1 Starken Angriff hat Schwarz auch nach 18.Sd2 Tfe8 (18...Ld3+ bringt nichts für Schwarz: 19.Kf3 Le4+ 20.Sxe4 Txd1 21.Txd1) 19.Da4 (19.De1 geht wegen 19...Txe3+ 20.Kxe3 Te8+ nicht) 19...Dg3.

18...Ld3+ 19.Kf3?? Entscheidender Fehler. Richtig war das absurde 19.Kd1 Z.B. 19...Lxb1+ 20.Kc1 Dxe1+ 21.Lxe1 Le4 22.Lc3 Tfe8 und Weiß hält die Balance.

19...Se5+ 20.Lxe5 Dxe1 Der Rest ist trivial.

21.Lxd3 Dxh1 22.Ld4 Dd1+ 23.Le2 Dc2 24.Sc3 Tfe8 25.Kf2 Dxb2 26.Sb5 Txd4 27.Txa7 Td2 0–1

Computer WM in Graz

Vom 22. bis 30. November findet in Graz im Rahmen von "Chess003" die Schachcomputer Weltmeisterschaft statt. Das neue Programm „Brutus“ des Österreichers Christian Donninger (Autor von Nimzo) begann furios mit 4 aus 4 (Sieg gegen Fritz), stolperte dann aber gleich zweimal gegen Shredder und Junior. Auf unseren Online Schachseiten finden Sie täglich die aktuellen Stände. 

Zwischenstand nach 7 Runden:

Auf unseren Online-Schachseiten finden Sie dazu alle Details zur Computer WM.

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog