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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3844 vom 02.01.2004, Kategorie Kolumne

Illescas Cordoba siegt in Pamplona

Vom 20. bis 28. Dezember fand in Pamplona (Spanien) ein GM-Rundenturnier mit 8 Teilnehmern und ein Open mit über 100 Spielern statt. Das GM-Turnier war teilweise sehr jung besetzt. Mit dabei zB der jüngste Großmeister Sergey Karjakin, gerade einmal 13 Jahre alt, der heuer im August auch beim Vienna Open im Wiener Rathaus mitgespielt hat. Nicht viel älter der 16 jährige Hikaru Nakamura und der 19 jährige Luke Mcshane.

Sieger wurde die Nummer drei von Spanien, Miguel Illescas Cordoba, punktegleich aber mit besserer Zweitwertung vor Luke Mcshane und dem bis dahin alleinigen Führenden Emil Sutovsky.

Endstand nach 7 Runden:

Weiß: Sutovsky, E. (2646)

Schwarz: Nakamura, H. (2565)

Pamplona ESP, [B30]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 Die Rossolimo-Variante genießt heutzutage eine große Popularität. Es wird damit die Sveschnikov-Variante vermieden.

3.Lb5 e6 Schwarz erzielt mit der anderen Hauptvariante 3..g6 sehr gute Ergebnisse.

4.Lxc6 Konsequenteste Antwort. Weiß tauscht und verursacht einen Doppelbauern, bevor Schwarz zu Sge7 kommt.

4...bxc6 Schwarz hat zwar das Läuferpaar, das aber zur Zeit nicht besonders wirksam sind. Die schwarzen Doppelbauern sind sehr unbeweglich und behindern die eigenen Läufer.

5.b3 Der Hauptzug ist hier 5.d3.

5...d5 Schwarz kann hier verschieden reagieren: 5...f6 6.La3 Sh6 7.d4 Da5+ 8.c3 cxd4 9.Lxf8 Txf8 10.b4 Db6 11.Sxd4 a5 12.bxa5 Db2 13.Sb3 La6 14.Sc5 Kf7 15.Sd2 Dxc3 16.Sxa6 Dxa5 17.0–0 Dxa6 und Schwarz hatte großen Vorteil, Gelfand-Lautier, EM-chT Plovdiv 2003 oder 5...Se7 6.Lb2 Sg6 7.h4 h5 8.e5 c4 9.bxc4 Tb8 10.Lc3 c5 11.d3 Le7 12.Sbd2 f5 13.g3 Lb7 14.De2 Db6 15.Tg1 Dc6 mit Kompensation (die Diagonale a8-h1) für den Bauern, McShane-Grischuk EM Istanbul 2003.

6.De2 Se7 7.La3 Ein neuer Zug. In den Hauptvarianten der Sizilianischen-Verteidigung wäre er undenkbar.

7...Sg6 8.0–0 Da5 Nach 8...Le7 sollte Schwarz mit 9.exd5 rechnen. Aber mit 9...Lf6 (9...exd5 10.Lxc5; 9...cxd5 10.Lxc5 Lxc5 11.Db5+ Ld7 12.Dxc5) 10.c3 (10.d4 cxd4 11.dxe6 d3 12.De4 Dd5 13.exf7+ Kxf7 14.Dxd5+ cxd5 15.c3 Sf4 und Schwarz steht sogar besser.) 10...Dxd5 hält Schwarz das Gleichgewicht.

9.Lb2 Ld6 10.Lxg7!? GM Sutovsky, bekannt wegen seiner Kreativität, nimmt die Herausforderung an. Normal wäre 10.e5 mit Ausgleich.

10...Sf4 11.De3 Tg8 12.e5 Sxg2! 13.Dh6 Weiß kann natürlich mit 13.Kxg2 Txg7+ 14.Kh1 Le7 nicht zufrieden sein.

13...Se1!! Ein fantastischer Zug. Alle anderen Fortsetzungen sind zum Nachteil für Schwarz: 13...Lf8 14.Lxf8 Sh4+ 15.Sg5 Db4 16.c4 Txg5+ 17.Kh1.

14.exd6 Sxf3+ 15.Kh1 La6 16.d3 Dd8 16...Db4 bringt wegen 17.c4 wenig.

17.Sd2!! Ebenfalls genial gespielt vom Ex-Europameister! Nach 17.Dxh7 Kd7 18.Lb2 Kxd6 steht Schwarz gut.

17...Sxd2 18.Tg1! Dxd6 Der Springer kann nicht zurück: 18...Sf3 19.Lf6 Txg1+ 20.Txg1 Dxd6 21.Tg8+ Kd7 22.Txa8 und Weiß gewinnt.

19.Dxd2 0–0–0 19...d4 verdient große Beachtung.

20.Dh6 Lb7 Das bringt Schwierigkeiten mit sich. 20...d4 war immer noch interessant: 21.Dxh7 c4 22.bxc4 c5 und der Läufer kommt endlich ins Spiel.

21.Lf6 Txg1+ 22.Txg1 Te8 23.Dxh7 Der schwarze Läufer auf b7 ist immer noch ein Statist. Dazu erhält Schwarz Probleme mit dem f7-Bauern und der 8. Reihe. Weiß steht schon klar besser.

23...Df4 Ein Qualitätsopfer auf der Suche nach Gegenspiel.

24.Tg8! 24.Dxf7 führt nur zum Remis: 24...Df3+ 25.Tg2 Dd1+ 26.Tg1 Df3+ 27.Tg2 Dd1+.

24...Dxf6 25.Txe8+ Kd7 26.Tg8 Dxf2 27.Dh3 c4 27...Dxc2 mündet in einverlorenes Endspiel: 28.Dh4 Dd1+ 29.Kg2 De2+ 30.Df2 Dxf2+ 31.Kxf2

28.Dg2 Df4 29.Tg3 Mit der Drohung 30.Tf3

29...Dc1+ 30.Dg1 Dxc2 31.Dxa7 Dd1+ 32.Kg2 De2+ 33.Df2 cxd3 34.Dxe2 dxe2 35.Kf2 d4 36.h4 c5 37.h5 Le4 38.Kxe2 e5 39.h6 Kc6 40.a4 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog