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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3848 vom 09.01.2004, Kategorie Kolumne

Niki Stanec siegt in Aschach

Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester eignen sich sowohl zum Feiern als auch zum Schachspielen. Das beweist schon zum zwölften Mal das Open in Aschach an der Donau (Oberösterreich). Knapp 200 Spieler, verteilt auf drei Elo- Kategorien,  ließen sich diese Möglichkeit nicht entgehen. Der Verzicht auf Großmeister-Einladungen  seitens der Veranstalter und der hohe Preisfonds  machten das A-Turnier  auch für   viele Halb-Profis attraktiv.  Die Favoritenrolle  wird seit Jahren von den GMs Hertneck, Teske, Stanec (endlich!) und zuletzt IM Krivoshey übernommen. Wegen gesundheitlicher Probleme brach GM Hertneck das Turnier in der fünften Runde ab.

Der neue österreichische GM Niki Stanec  war aber zu stark, um einen Dreikampf zuzulassen. Spielend neutralisierte er die zwei direkten Konkurrenten und gewann die restlichen 5 Partien in seiner gewohnten Manier. Mit dem ausgezeichneten vierten Platz  überschreitet Eva Moser die 2400 Elo-Marke, die letzte Hürde zum IM-Titel.

Endstand nach 7 Runden:

Hier ein paar Ausschnitte vom Turnier:

Markus Ragger - Matej Sebenik

1.Txe7+!! Feine Kombination, die einige taktische Motive beinhaltet: Vernichtung eines Verteidigers (Springer), Abzugschach, Hinlenkung und Ablenkung, überbelastete Figur (Turm d7), Kreuz-Fesselung, Bauer auf der siebenten Reihe!

1...Kxe7 2.c6+ Kf7 3.c7 Td7 Nach 3...Dxb3 4.cxd8S+ Txd8 5.cxb3 bleibt Weiß mit einer Figur übrig.

4.Td1! Schönes Finale! 4.Td1 Dxb3 5.Txd7+ Ke6 6.Te7+ Kd5 7.cxb3, wiederum mit einer Figur mehr. 1–0


Eva Moser – Johann Haizinger

1.Dd3! 1...hxg4 Schon erzwungen. 1...Kh7 verliert wegen 2.Ld8! Db7 (2...Dxd8 3.Txf7+) 3.Sf6+ Kg7 4.Lxa5.

2.Dxg6+ Lg7 3.Lxg7 Txg7 Hoffnungslos wäre auch 3...Txf4 4.Lh6+ Kh8 5.Lxf4.

4.De8+ Kh7 5.Dh5+ Kg8 6.De8+ Kh7 7.Tf8 Kh6 8.Tf6+ Kg5 Auf 8...Kh7 folgt 9.Dxe6 mit Gewinn.

9.Dxe6 Dd7 10.Tf5+ 1–0


Jan Priborsky – Christian Weiss

1.Txf6! Ein typisch sizilianisches Qualitätsopfer!

1...gxf6 2.Se4 Sd7 Auch nach 2...Dd8 3.Lxe5 fxe5 4.Dh5 hätte Weiß sehr starken Angriff.

3.Df3 Tf8 Eine Spur besser wäre 3...Tg8, um nach 4.Lxf6 b6 Gegenspiel auf g2 zu organisieren. Wenn 5.Sd6+ Dxd6 6.Dxa8 dann 6...Dc7 7.Lxa6 Sxf6 8.Lxc8 und 8...Kf8 mit Gegenchancen.

4.Te1 4.Lxf6 wäre auch gut.

4...Dc6 Christian sollte vielleicht 4...f5 probieren, obwohl nach 5.Sg5 die schwarze Stellung immer noch schwer zu verteidigen wäre.

5.Lxf6 Sxf6 6.Dxf6 Weiß konnte kaum etwas falsch machen: 6.Sxf6+ Ke7 (6...Kd8 7.Le4 Dc5 8.Sxh7 Te8 9.Df4 e5 10.Dxf7) 7.Df4 mit der Drohung 22.Dh4 oder 22.Db4 Dd6 23.Sd5.

6...e5 7.Sd6+ Kd7 8.Td1! Kc7 9.Le4 Dd7 Oder 9...Dc5 10.b4 Dxb4 11.De7+ Ld7 12.Se8+ Tfxe8 13.Txd7+

10.Dxe5 1–0


Andras Maszaros – Andreas Schoepf

1.g6!? Um die g- und die h Linie zu öffnen.

1...fxg6 Auf 1...hxg6 folgt, wie in der Partie, 2.h5.

2.h5 Sxd4 3.Lxd4 g5 Schwarz versucht, die Linien geschlossen zu halten.

4.h6 Sxb3+ 5.axb3 g6 Interessant war 5...g4 6.Dxg4 und dann 6...g6 7...exf5 8.exf5 Lxf5 9.Dg2 Dd7 10.Tde1 und Weiß hat immer noch die Initiative.

6.f5 b4 Eine starke Antwort wäre 6...Tf8! und auf 7.Lg7 Lb7 8.Lxf8 Txf8 mit voller Kompensation für die Qualität.

7.fxg6! Richtig! 7.fxe6 bringt wenig: 7...Lxe6 8.Sd5 Lxd5 9.exd5 Tac8 10.c4 bxc3 11.bxc3 Dd7.

7...Tf8 8.gxh7+ Die genauere Reihenfolge war zuerst 8.Dh5!, zB. 8...Ld7 9.Thf1 Le8 10.Dg4 Dc8 (andere Züge sind wesentlich schwächer) 11.gxh7+ Kxh7 12.Txf8 Lxf8 13.Lg7 Lg6 14.Se2 und der weiße Angriff ist immer noch gefährlich, aber Schwarz kann weiter kämpfen.

8...Kxh7 9.Dh5 bxc3? Verliert fast forciert. Richtig war 9...Ld7! mit beidseitigen Chancen.

10.Tdf1 e5 11.Tf7+ Kh8 12.Lb6 12.Thf1 sollte auch gewinnen.

12...Dd7 Einziger Zug. Nach 12...Dxb6 13.Dg6 Txf7 14.Dxf7 ist das Matt unvermeidbar.

13.Dg6 13.Thf1 geht hier auch.

13...Txf7 14.Dxf7 Ld8 15.Df8+ Kh7 16.Lxd8 cxb2+ 17.Kb1 g4 Auf 17...Lb7 folgt 18.Tf1.

18.Le7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog