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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3882 vom 06.02.2004, Kategorie Kolumne

Zwischenstand in den Bundesligen

Nach 7 von 11 Runden in der ersten Bundesliga führt noch immer völlig überraschend aber verdient die kompakte Mannschaft aus Hohenems. Es muss ein Wunder geschehen,  dass die Vorarlberger den Titelgewinn noch versäumen: Ganze drei Punkte trennen sie vom Zweiten - Admiral-Sparkasse Fürstenfeld. Die als Favoriten gehandelte Union Ansfelden ist nur Vierter: Schwache Leistung von GM Ftacnik am 2. Brett - nur 1½ aus 7.

In der 2. Bundesliga Mitte übernahm nach drei 5-1 Siegen die starke Mannschaft von Union Styria Graz die Führung. Erfreuliche Nachrichten für die Wiener: in der 2. Bundesliga Ost  gilt SK Donau schon als sicherer Aufsteiger. Nur im Westen ist noch alles offen. Wörgl und Zillertal sind drei Runden vor Schluss punktegleich.

Zwischenstände:

Weiß: Rotstein, A. (2519)

Schwarz: Mueller, K. (2517)

Aut-chT03 Velden [D11]

Anmerkung: GM I. Balinov

1.c4 c6 2.Sf3 d5 3.d4 Sf6 4.Dc2 Lg4 Vor ein paar Jahren reagierte der Deutsche anders: 4...dxc4 5.Dxc4 b5 6.Dc2 Lb7 7.Lg5 Sbd7 8.e4 h6 9.Lxf6 exf6 10.Le2 Ld6 11.0–0 0–0 12.Sh4 Te8 13.Sc3 remis, Chernin-Müller, AUT-chT 2001.

5.Se5 e6 5...Lh5 6.cxd5 Sxd5 7.a3 Sb6 8.Df5 Lg6 9.Sxg6 hxg6 10.Dd3 e6 11.Sc3 Le7 12.g3 a5 13.Lg2 a4 14.0–0 Ta5 15.Td1 S8d7 16.e4 0–0 17.Le3 Db8 und Weiß hat mehr Raum und das Läuferpaar, Dreev-Morozevich EUCup 2003.

6.cxd5 exd5 In der Partie Khalifman-Chernin, Minsk 1987, geschah: 6...Dxd5 7.Sxg4 Sxg4 8.e3 Sd7 9.Sc3 Lb4 10.a3 Lxc3+ 11.bxc3 c5 12.f3 Sgf6 13.e4 Dh5 14.Ld3 Tc8 15.Dd2 0–0 16.0–0 Tfd8 17.Tb1 e5 18.d5 b6 19.a4 mit Vorteil für Weiß.

7.Sc3 Sbd7 8.Lg5 Le7 9.Sxg4 Sxg4 10.Lxe7 Dxe7 11.e3 0–0 12.Ld3 Sgf6 Interessant war 12...Dh4 wodurch Weiß wohl zu 13.g3 gezwungen wäre: (13.h3 Sxe3) 13...Dh3 14.0–0–0 Sb6 mit beidseitigen Chancen.

13.0–0 Sb6 Genauer wäre 13...Tfe8 und den Plan von Weiß abwarten.

14.Tae1 Weiß bereitet f2-f3 vor, um das Feld e4 unter seine Kontrolle zu bringen, manchmal, wenn Schwarz zum Beispiel mit Sb6-c8-d6 umgruppiert, mit der Idee e3-e4.

14...Tfe8 15.f3 Dd6 Beachtung verdient 15...Tad8 gefolgt von g6, Sh5 und De7-g5 mit Druck auf e3.

16.Df2 Tad8 Verhindert e3-e4.

17.Se2 GM Rotstein beginnt mit der Umgruppierung des Springers, der auf c3 wenig Perspektiven hat.

17...Td7 18.Sg3 g6 19.Kh1 Kg7 20.h3 Der ukrainische GM macht nützliche Züge und wartet ab. Das lohnt sich manchmal!

20...h5? Wie bereits in diesem Fall! Mit dem letzten Zug versucht der Deutsche die Initiative zu ergreifen, schwächt dabei aber entscheidend die Bauernstruktur rund um den König. Das schwarze Gegenspiel hängt mit dem Vorstoß c6-c5 zusammen. Daher 20...a6, weil gleich 20....c5 wegen 21.Lb5 nicht geht.

21.Se2 Richtung f4.

21...a6 22.Sf4 Th8 Mit der positionellen Drohung 23....h5-h4, um das Feld g3 zu kontrollieren.

23.h4 Weiß hat aber etwas dagegen!

23...Sa4 Hier ist der Springer weit vom Zentrum des Geschehens weg.

24.Te2 c5 25.Dg3 c4? Gießt nur Öl ins Feuer! Die schwarze Stellung ist schon sehr schwer zu halten. Auf 25...Te8 folgt trotzdem 26.Lf5 Tdd8 und 27.e4 dxe4 28.fxe4 Sg4 (28...cxd4?? 29.e5 Txe5 30.Txe5 Dxe5 31.Sxh5+) 29.Lxg4 hxg4 30.Dxg4 mit Angriff.

26.Lf5 Die Qual der Wahl! Der Textzug oder doch 26.Lxg6 fxg6 mit 27.e4 (oder sogar 27.Dxg6+ Kf8 28.Df5).

26...Tdd8 27.Se6+

27...Kh7 Nach 27...fxe6 28.Dxg6+ Kf8 29.Dxf6+ ist es sofort aus.

28.Dg5 Mit diesem starken Zug gewinnt Weiß Material.

28...Tdg8 29.Dxf6 fxe6 30.Lxe6 Td8 30...Tf8 kostet nach 31.Lg8+ die Dame.

31.Df7+ Kh6 32.Df4+? Durch die Zeitnot bedingt. 32.g4 entscheidet viel schneller: 32...hxg4 33.h5 Thg8 34.fxg4

32...Dxf4 33.exf4 The8 Nun wieder eine schwarze Ungenauigkeit. Nach 33...Thf8 34.g3 b5 hätte Weiß noch eine Menge Arbeit vor sich.

34.Tfe1 Td6 Sogar nach dem relativ besten Versuch mit 34...c3 hätte Schwarz große Probleme: 35.bxc3 Sxc3 36.Te5 Sxa2 37.Lxd5 Txe5 38.Txe5 Sc3 (38...Sb4 ist wegen 39.Lxb7 Txd4 und 40.Le4! schlechter) 39.Lxb7 Txd4 40.g3 Ta4 41.Te6 a5 42.f5.

35.f5 gxf5 36.Lxf5 Txe2 37.Txe2 Tb6?? Unter Zeitdruck übersieht GM Müller Matt! Notwendig war 37...Kg7, aber nach 38.Lc2 (38.g4 Tb6 ist nicht so klar) 38...Sxb2 39.Te7+ Kf8 40.Txb7 wäre der Partieausgang ohnehin der gleiche.

38.Te7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog