Wiener Zeitungs Schachergebnisserver - Kolumne
Schach Homepage Swiss-Manager Homepage Österreichischer Schachbund Homepage Wiener Zeitung Homepage CMS-Version 09.10.2016 17:06, Logged on: Gast Suche Impressum Sitemap Login Logoff Kontakt
 Home   Österreich   Welt   Kolumne   Meisterschaft   Turnier-DB   Archiv   Turnierkalender   Links   Datenpflege 

Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 3894 vom 19.03.2004, Kategorie Kolumne

Bundesliga: Die Aufsteiger stehen fest

Die 2. Bundesliga ist letztes Wochenende zu Ende gegangen und die drei Aufsteiger in die 1. Bundesliga stehen fest.

Im Westen gewann Zillertal (GM Sermek, GM Lanka, GM Maiwald (8½ aus 9!), IM D. Gross (9½ aus 11!) , FM Tabernig, J. Kröll, H. Pröhl, J. Schiestl) mit 4½ Punkten Vorsprung.

Die 2. Bundesliga-Mitte war und bleibt in Vergleich mit den anderen beiden die stärkste. Trotz der großer Konkurrenz gab es hier einen klaren Favoriten, der diese Rolle auch bestätigte - Union Styria Kleine Zeitung Graz. Das Team (GM Ruck, GM Ribli, GM Stohl, IM A. Fauland, FM M. Bawart, WGM Eva Moser) gewann mit einem Rekordvorsprung von 8! Punkten.

Eine Überraschung gab es im Osten: Im Vorjahr vom Abstieg gefährdet und heuer gefeierter Meister: Die Rede ist vom Schachklub Donau Schach Mattes (IM Tibensky, IM Banas, FM J. Wallner, IM H. Ganaus, IM J. Franzen, FM C. Fusi und MK G. Zetthofer). Damit diese Mannschaft in der 1. Bundesliga bestehen kann, wird sie aber noch Verstärkungen brauchen.

Auf unseren Online-Schachseiten finden Sie alle Ergebnisse im Detail. Dort können sie auch sämtliche Bundesliga Partien online nachspielen oder herunterladen.

Wegerle, J. (2382) - Lanka, Z. (2467)

2. Bundesliga-West, Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 d6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Sf6 6.Lc4 e6 7.Lb3 Le7 8.Le3 0-0 9.De2 Mit der Idee: Lange Rochade und dem scharfen Velimirovic-Angriff. 9.0-0 führt zur ruhigeren Sozin-Variante.

9...d5 GM Lanka weicht den scharfen durchanalysierten Varianten aus, die z.B. nach 9...a6 10.0-0-0 Dc7 11.g4 Sd7 12.Thg1 Sc5 13.g5 entstehen können.

10.exd5 exd5 11.0-0-0 Lb4 12.Sdb5 12...Le6 12...Lg4 13.f3 Le6 14.a3 a6 15.axb4 axb5 16.Lc5 Te8 17.Dxb5 d4 18.Lxe6 fxe6 19.Kb1 Ta6 20.Sa4 Da8 21.b3 Sd5 22.Kb2 Sc7 23.De2 b5 24.Ta1 bxa4 25.b5 Ta5 26.Lb6 a3+ 0-1, Tella-Lanka ,Groningen 1997.

13.a3? Richtig war 13.Lg5 und nach 13...a6 (Auf 13...Te8 folgt 14.Df3. Jetzt ist 14...Lg4 15.Dxg4 Sxg4 16.Lxd8 Taxd8 17.Txd5 Txd5 18.Lxd5 vorteilhaft für Weiß.) 14.Sxd5 Lxd5 15.Txd5 De7 16.Dxe7 Sxe7 17.Td4 Sc6 18.Txb4 Sxb4 19.Sd6 hätte Weiß Kompensation für die Qualität.

13...a6! 14.axb4 axb5 15.Kb1 d4 16.Lxe6 fxe6 17.Dxb5 Ta6!

Die Stellung ist fast identisch mit der Partie Tella-Lanka (siehe oben). Es stellt sich die Frage: Wie hat sich Jörg Wegerle auf diese Begegnung vorbereitet?!

18.Dc4 Da8 19.Sa2 Sd5 19...Sxb4 gewinnt auch.

20.b5 Ta4 21.Db3 Scb4 22.Lxd4 Txa2 23.Kc1 Da5 24.c3 Sd3+ 25.Kb1 Txb2+ 0-1

Ragger, M. (2347) - Genser, H. (2288)

2. Bundesliga-Mitte, Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.c3 Ein anderer Experte dieser Variante ist der Mannschaftskollege von Markus Ragger, GM Pavasovic, mit dem er auch zusammen trainiert.

2...Sf6 3.e5 Sd5 4.Sf3 Sc6 5.d4 cxd4 6.Lc4 Sb6 7.Lb3 g6 Die Hauptfortsetzung ist: 7...d5 8.exd6 Dxd6 9.0-0.

8.Sg5 Schwarz hat nach 8.cxd4 d5! wenig Sorgen. Gefährlich wäre 8...Lg7 9.d5 Sxe5 10.Sxe5 Lxe5 11.Lh6.

8...d5 9.exd6 e6 10.Df3 Se5 11.De2 Wenig erprobter Zug. Die Alternativen sind: 11.Dg3 Lg7 (11...Lxd6 12.Se4 Sec4 13.Dd3 Se5 14.Dxd4 Lc7) 12.0-0 0-0 13.cxd4 Sc6 mit kompliziertem Spiel oder 11.Dh3 Lg7 12.0-0 h6 13.Se4 f5 14.cxd4 Sc6.

11...Dxd6 12.f4 Sc6 13.f5 gxf5 13...d3 verdient Beachtung.

14.0-0 De5 15.Dh5 Df6 16.Sh3 Dg6 17.De2 Ld6 18.Sa3 Dg4 19.Dxg4 fxg4 20.Sb5 Lb8 Interessant ist: 20...Le5 21.Sg5 a6 22.cxd4 Sxd4 23.Sxd4 Lxd4+ 24.Kh1 0-0 25.Tf4 e5 26.Txf7 Txf7 27.Sxf7 Kg7 28.Lh6+ Kg6 29.Tf1 Lf5 und Schwarz bleibt ein Bauer mehr.

21.Sg5 0-0 22.Se4 f5 23.Lh6 Der weiße Angriff ist auch ohne Damen ernst zu nehmen.

23...Tf7 24.Sed6 Lxd6 25.Sxd6 Tf6 26.Sxf5 Ld7 27.Lg5 Stark war: 27.Se7+ Kf7 28.Lg5 Txf1+ 29.Txf1+ Ke8 30.Sxc6 mit großem Vorteil für Weiß.

27...Tff8 28.Sh6+ Kg7 29.Sxg4 Txf1+ 30.Txf1 dxc3 31.Lh6+ Kg8 32.bxc3

Es herrscht materielles Gleichgewicht. Entscheidend ist aber die Schwäche des schwarzen Königs.

32...Td8 33.Sf6+ Kh8 34.Sxd7 Sxd7 35.Lxe6 Sc5 36.Ld5 Se7 37.Lc4 Sg6 38.Lg5 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog