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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4032 vom 24.07.2004, Kategorie Kolumne

26. internationales Oberwarter Open

In der Zeit vom 10. bis 19. Juli fand in der burgenländischen Stadt Oberwart zum 26. Mal das traditionelle internationale Open statt. Zum zweiten Mal nach 1992 gewann der russische GM Semen Dvoirys. Ihm gelang mit Schwarz in der Schlussrunde ein Sieg gegen GM Rashkovsky. Zweiter und Dritter wurden die Schüler von Rashkovsky - GM Riazantsev und der Vorjahressieger GM Shariyazdanov. Insgesamt war das Turnier gut besucht. 254 Spieler aus 12 Föderationen, darunter 8 GMs und 26 IMs, nahmen daran teil. Bester Österreicher wurde IM Reinhard Lendwai auf Platz 10.

Endstand nach 9 Runden:

Hier finden Sie alle Ergebnisse und viele Photos und Partien.

Weiß: Riazantsev, A. (2556)
Schwarz: Manea, A. (2336)
Open Oberwart 2004 [D44]
Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 e6 5.Lg5 dxc4 So beginnt die ultrascharfe Botvinnik-Variante. Zuletzt ist 5...h6 6.Lh4 (Mit 6.Lxf6 weicht man von den forcierten Abwicklungen ab) 6...g5 7.Lg3 dxc4 sehr populär geworden.

6.e4 b5 7.e5 h6 8.Lh4 g5 9.Sxg5 hxg5 10.Lxg5 Sbd7 11.g3 Auf g2 steht der Läufer am besten.

11...Lb7 12.Lg2 Db6 13.exf6 c5 14.d5 0‑0‑0 15.0‑0 b4 Das ist die Grundstellung der Variante. Die Heimanalysen geben dann meistens den Ausschlag.

16.Tb1 Diese Idee wurde Anfang der 80-er zum ersten Mal präsentiert. Der ältere Zug ist 16.Sa4. Zwei Beispiele aus Shirovs Praxis: 16...Db5 17.a3 exd5 18.axb4 cxb4 19.Le3 Sc5 20.Dg4+ Td7 21.Dg7 (21.Sxc5 Lxc5 22.Lxc5 Dxc5 23.Tfe1 Kc7 24.h4 Thd8 25.Te5 a5 26.h5 Lc6 27.h6 a4 28.Df4 Dd6 29.Lh3 a3 30.bxa3 b3 31.Lxd7 Lxd7 32.Td1 Le6 33.h7 mit großem Vorteil für Weiß, van Wely-Shirov, Amber-blind 2004.) 21...Lxg7 22.fxg7 Tg8 23.Sxc5 Txg7 24.Sxd7 Dxd7 25.Txa7 Tg6 unklar, Ponomariov-Shirov, Wijk aan Zee 2003.

16...Da6 Das trojanische Pferd auf c3 annehmen, bedeutet auch trojanische Folgen für Schwarz: 16...bxc3 17.bxc3 nebst 18.Tb7 und 19.dxe6 mit Vernichtung.

17.dxe6 Lxg2 18.e7 Lxf1 19.Dd5 Nach 19.Dxf1 verfügt Schwarz forciert zumindest über ein besseres Endspiel: 19...Lxe7 20.fxe7 Tdg8 21.Se4 f5 22.Dxc4 Dxc4 23.Sd6+ Kc7 24.e8S+ Txe8 25.Sxc4 Kc6.

19...Lh6 Die Alternative ist 19...Lxe7 20.fxe7 Ld3 (Schwarz hätte nach 20...Tdg8 21.Se4 Tg6 22.Txf1 Dc6 23.Dxc6+ Txc6 24.Td1 einige Probleme) 21.Se4 Lxb1 22.Sd6+ Kc7 23.Lf4 Kb6 24.Sxc4+ Kb5 25.Sd6+ Kb6 26.exd8L+ Txd8 27.Sc4+ Kb5 28.Sd6+ (28.a4+ Kxa4!) 28...Kb6 29.Sc4+ (Schwarz muss hier mit 29.a4!? rechnen: 29...bxa3
30.Sc4+
[30.bxa3?! ist für Weiß schon zu riskant: 30...Ld3 31.Sxf7 Dxa3 32.h3 32...Tc8 33.Dxd7 Le4 34.De6+ Lc6 35.De1 Df3 36.Db1+ Ka6 37.Df1+ Kb7 38.Kh2 Ka8] 30...Dxc4!! [Auf 30...Kb5 folgt einfach 31.Sxa3+ und Weiß kassiert unterwegs den Läufer b1 und setzt den Angriff fort.] 31.Dxc4 a2 und Schwarz hält die Balance.) 29...Kb5 Remis, Topalov-Kramnik, Dortmund 1996.

20.Lxh6 Ld3 21.Se4 Eine unklare Stellung entsteht nach 21.exd8D+ Kxd8 (21...Txd8 ist schlechter) 22.Te1 bxc3 23.Te7 Dc8 24.Lc1 Lg6 25.bxc3 Te8 26.Lg5 Txe7 27.fxe7+ Ke8.

21...Lxe4 Die Variante 21...Lxb1 22.Sd6+ Kc7 23.Lf4 Kb6 24.Sxc4+ Kb5 25.Sd6+ Kb6 26.exd8D+ Txd8 27.Sxf7 Te8 28.Dd6+ Ka5 29.Dc7+ Db6 30.Dxd7 Te1+ 31.Kg2 Le4+ 32.Kh3 ist schlecht für Schwarz.

22.Dxe4 Tde8 23.Lg7 Thg8?! Ein neuer Zug, der sich nach dieser Partie schwer durchsetzen wird. Das Erprobte 23...Th5 sieht aktiver aus: 24.Td1 Db5 (24...Da4? 25.b3 cxb3 26.Da8+ Sb8 27.Td8+ Txd8 28.exd8D+ Kxd8 29.Dxb8+ Kd7 30.Db7+ Ke6 [30...Kd8 31.Lf8 Te5 32.Ld6 Te1+ 33.Kg2] 31.De7+ Kf5 32.f3 Dc6 33.De3 mit Mattangriff.) 25.f4 (Weiß hat hier Zugwiederholung: 25.Da8+ Sb8 [Aber nicht 25...Db8 26.Dc6+ Dc7 27.Da6+ Kb8 28.Db5+ Kc8 29.Dxc4 und f7 fällt.] 26.De4 Sd7 27.Da8+) 25...c3 26.bxc3 c4 27.cxb4 Kc7 wie in der Partie Beljavsky-Shirov, Ljubljana 1995.

24.Td1 Da4 25.b3 Db5 Oder 25...cxb3 26.axb3 Db5 27.Dd5 Sb6 28.Dxf7 De2 29.Tc1 und die weißen Bauern entscheiden.

26.bxc4 Da4 27.Td6 Sb6

Weiß hat zwar nur drei Bauern für den Turm, da aber die schwarzen Figuren so durcheinander stehen und die Bauern stark sind, bedeutet dies mehr als bloß Kompensation.

28.Td2 Beachtung verdient 28.Lh6, damit man den Läufer mit Le3 oder Lf4 in Angriff bringt.

28...Kc7 29.De5+ Kb7 30.Dh5 b3 30...Da3 31.Td1 Dxa2 32.Dxf7 De2 33.Tf1 Dg4 34.Te1.

31.axb3 Dxb3 32.Dxf7 Db1+ 33.Kg2 De4+ 34.f3 Df5 Auf 34...Dh7 folgt wie in der Partie 35.Te2.

35.Te2 35.Lf8 Dg5 36.Te2 gewinnt sofort.

35...a5 36.De6 Dxe6 37.Txe6 Txg7 38.fxg7 a4 39.g8D Txg8 40.e8D Txe8 41.Txe8 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog