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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4079 vom 21.08.2004, Kategorie Kolumne

Schachgroßereignis in Mainz

Nach dem Dortmunder Chess-Meeting fand vom 4. bis 8.August in Mainz ein weiterer Höhepunkt in Deutschland statt. Die Hauptattraktionen waren der Wettkampf zwischen Anand und Schirov im Aktiv-Schach und zwischen Svidler und Aronian im Chess 960.

Was ist Chess 960? Die Figuren werden per Zufallsgenerator auf der Grundlinie aufgestellt. Der König muss zwischen den beiden Türmen stehen (beide Rochaden sind möglich) und die Läufer müssen verschiedene Farben haben. Daraus resultieren genau 960 mögliche Kombinationen. Während Anand klar dominierte und mit 5-3 siegte, hatte Svidler große Probleme und konnte sich nur mit viel Glück gegen den Ex-Juniorenweltmeister Aronian mit 4½-3½ durchsetzen.

Im Aktiv-Schach Open (542 Teilnehmer!) konnte Alexander Grischuk erfolgreich seinen vorjährigen Titel verteidigen. Beim Chess 960 Open siegte Zoltan Almasi.

Endstände:

Heute 3 Ausschnitte aus Mainz:

Sadvakasov (2626) - Graf (2661)

Open Mainz

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Le7 6.Te1 b5 7.Lb3 d6 8.c3 0–0 9.d4 Lg4 10.Le3 exd4 11.cxd4 d5 12.e5 Se4 13.Sc3 Lb4 Diese Variante galt bis jetzt als schlecht für Weiß.

14.Sxe4!N Neuer Zug.

14...dxe4 14...Lxe1 verliert recht schnell: 15.Seg5 h6 16.Dc2 hxg5 17.Sxg5 g6 18.Dxc6 Lb4 19.Lxd5 mit der Doppeldrohung 20.Dxa8 und 20.Dxg6.

15.Dc2 exf3 16.Dxc6 Lxe1 17.Txe1 Dd7 17...fxg2 18.Dxg2 mit Kompensation für die Qualität.

18.Dxd7 Lxd7 19.d5 c6? Mit diesem Zug geriet Schwarz in unüberwindbare Schwierigkeiten. Notwendig war 19...Tfe8.

20.e6 Lc8 21.e7 Te8 22.d6 fxg2 23.Lc5 a5 24.a3 Tb8 25.Te3 b4 26.a4 Lf5 27.Tf3 g6 28.Txf5! gxf5 29.d7 Kg7 30.Ld1 Kf6 31.dxe8D Txe8 32.Lf3 Txe7 33.Lxe7+ Kxe7 34.Lxc6 Kd6 35.Le8 1–0

Rublevsky (2686) – Stefanova (2527)

Open Mainz

1...Ld5 2.Sxh6+ Letzter Versuch in einer hoffnungsloser Stellung.

2...gxh6 Vorteil für Schwarz verspricht: 2...Kh7! 3.Dc1 gxh6 4.Dxb2 Lxf3 5.gxf3 Dxf4 6.Tg3 Tg8.

3.Dxh6 Tb3 Eine andere Möglichkeit wäre 3...De6 4.Tg3+ Kf7 5.Dg7+ Ke8 6.Dxd4 Te2.

4.Dg5+ Kh7 5.Dh4+ Kg8 6.f5? Riskant gespielt! Mit 6.Dg5+ hätte Weiß Zugwiederholung.

6...Ta8 Schwarz könnte mit 6...Dg7 7.f6 Dg6 8.Dxd4 Dg5 riesigen Vorteil erlangen.

7.Tf4 Kf8 8.Txd4 Weiß hat enorme Initiative für die Figur!

8...Ta2? Richtig war 8...Tb5 um auf 9.Te1 mit 9...Lxg2+ 10.Kxg2 Txf5 Ausgleich zu erreichen.

9.Dd8+ Kg7 10.Txd5 Tb4 1–0

Anand (2774) – Shirov (2775)

Aktiv-Schach - Duell der Weltmeister

1.Sf5 Lf8 Zwei Runden später glich Schirov mit 1...Se6 aus.

2.Lg5! Jetzt hat Schwarz große Probleme.

2...Lxe4 Diese forcierte Variante kostet Material.

3.Sxe4 Txe4 4.Txe4 Dxf5 Aber nicht 4...Sxe4 wegen 5.Dg4.

5.Lxf6 Dxe4 6.Ld5 Df4 7.Lxa8 Dxf6 8.c3! c6 9.Dd4 De6 Das Endspiel ist nach 9...Dxd4 10.cxd4 Le7 11.a4 b4 12.Tc1 c5 13.dxc5 dxc5 14.Ld5 kaum zu halten.

10.Db6 Dc8 11.Te1 Dd7 Auf 11...Dxa8 einfach 12.Te8.

12.Dxa6 d5 13.a4 bxa4 14.Dxa4 g6 15.Td1 Lc5 16.b4 Lb6 17.c4 Die schwarze Stellung bricht zusammen. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog