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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4084 vom 04.09.2004, Kategorie Kolumne

Markus Ragger siegte in Mureck!

Die zweite EU-Jugendmeisterschaft verwandelte das südsteirische Mureck Ende August für zehn Tage in die „Europäische Schachmetropole“. In vier Altersklassen (U16, U14, U12, U10) spielten 126 Jugendliche aus 19 Föderationen jeweils ein 9-rundiges Schweizer-Systemturnier. Nach einem spannenden Turnierverlauf freut sich Organisator und österreichischer Jugendschachreferent Erich Gigerl über einen österreichischen Doppelsieg im U16 Bewerb durch den Kärntner Markus Ragger und dem Steirer Christopher Schwarhofer. Im U14 Bewerb ging der Sieg an Frankreich, bei U12 an Deutschland und bei U10 an Tschechien.

Das heuer bereits zum 19. Mal stattgefundene Schwarzacher Open war ein weiterer Höhepunkt im August. Die Gemeinde Schwarzach (Salzburg) etablierte sich in den letzten Jahren als eines der Schachzentren in Österreich. Der Schachklub Sparkasse Schwarzach ist auch in der Bundesliga, der höchsten österreichischen Spielklasse, vertreten. Das nun erfolgreich zu Ende gegangene Open wäre aber ohne den Enthusiasmus und die Energie von Herbert Höllhuber undenkbar. Mehr als 250 Schachspieler (geteilt in drei Gruppen) nahmen an diesem Ereignis teil, inklusive  dem Elo-Favoriten GM Pavasovic aus Slowenien und der gesamten Bundesliga Mannschaft von Schwarzach: GM Shchekatschev, GM Hertneck, GM Zelcic, IM Danner und die neue Verstärkung aus Wien - IM Reinhard Lendwai. Für den in Paris lebenden Russen, GM Andrei Shchekachev schien der Sieg eigentlich eine klare Sache zu werden: er führte mit 6 Punkten aus 6 Partien. Dann ließ er nach und mit 1 aus 3 konnte er gerade noch den ersten Platz, punktegleich mit Simon Williams aus England, aber besserer Buchholzwertung, retten. Bester Österreicher wurde IM Georg Danner mit dem ausgezeichneten vierten Platz.

Bei unseren Nachbarn in Ungarn fand vom 19. bis 27. August in einem Rundenturnier die ungarische Einzelmeisterschaft statt. Bei den Herren konnte sich GM Ferenc Berkes (Elo 2614) mit 6 aus 9 durchsetzen. Er verlor nur gegen Peter Acs, unsere heutige Partie.

Weiß: Acs, P. (2545)
Schwarz: Berkes, F. (2614)
Ungarische Meisterschaft 2004 [B81]
Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 e6 7.g4 Der befürchtete Ungarische-Angriff, derzeit nicht so beliebt, wie vor 5 bis 6 Jahren.

7...e5 8.Sf5 g6 9.g5 gxf5 10.exf5 d5 11.gxf6 d4 12.Lc4 Dc7 12...dxe3?? wäre zu blauäugig: 13.Lxf7+ Kxf7 14.Dxd8 exf2+ 15.Ke2 (aber auch 15.Kxf2?? Lc5+ 16.Ke2 Txd8)

13.Dd3 Links oder rechts nehmen?

13...dxc3 Kommt seltener vor. Nach 13...dxe3 14.0–0–0 exf2 15.Lxf7+ Kxf7 16.Dd5+ Kxf6 17.Se4+ Ke7 entsteht diese kritische Position, die zuletzt Objekt für Analysen war. Schwarz könnte mehr als zufrieden sein: die folgenden zwei Partien gingen auf sein Konto. 18.f6+ (18.Sd6 Lh6+ 19.Kb1 Kf6 20.Thf1 Tf8 21.Txf2 Sc6 22.Dc4 Kg7 23.Tg1+ Kh8 24.Tfg2 Lg7 25.Txg7 Dxg7 26.Txg7 Kxg7 und Schwarz gewann langsam, Topalov-Van Wely, Fujitsu Siemens Masters 2000.) 18...Ke8 19.f7+ Ke7 20.Dd2 Db6 21.Dg5+ Kxf7 22.Thf1 Lh6 23.Txf2+ Ke8 24.Td8+ Dxd8 25.Dxh6 De7 26.Sf6+ Kd8 27.Sd5 De6 28.Dg5+ Kd7 29.Dg7+ Kc6 30.Tf6 Dxf6 31.Dxf6+ Kxd5 32.Dxh8 Sd7 und hier kämpft Weiß ums Remis, Almasi-Svidler, Rubinstein mem. 2000.

14.0–0–0 Sc6 15.De4N Neue Idee. Psychologisch und schachlich ist es sehr schwer, gegen die Analysen des Gegners in so einer Stellung zu spielen. Das wurde dem zukünftigen Sieger auch zum Verhängnis. Gespielt wurde bis jetzt hauptsächlich 15.The1 cxb2+ 16.Kb1 und auf 16...Lb4 dann 17.Tg1.

15...Tg8 16.Kb1 Weiß spielt auf Angriff, opferte bereits eine Figur und trotzdem findet er Zeit für diesen prophylaktischen Zug!

16...h5 Bereitet Tg8-g4 vor.

17.f4 Tg4 18.h3 Tg3? Schwarz sollte konsequent bleiben: 18...Th4. Nach 19.The1 Ld7 wäre es für Weiß nicht leicht, sich für die unklare Variante (19...Lh6? ist schlecht wegen 20.Dg2) 20.Lxf7+ Kxf7 21.Dd5+ Kxf6 22.Tg1 zu entscheiden.

19.Lf2 Lxf5 Interessante Idee, die aber nicht funktioniert! Für 19...Tg8 ist es zu spät: 20.fxe5 Dxe5 21.Dxe5+ Sxe5 22.The1.

20.Dxf5 Tf3 21.Lb6!

Offensichtlich von Berkes übersehen. Er dachte sich vielleicht: nach 21.Thf1 Txf4 steht Schwarz ausgezeichnet.

21...Txf4 22.Dh7. 1–0

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GM Ilia Balinov / Heinz Herzog