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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4258 vom 27.11.2004, Kategorie Kolumne

Bundesligaauftakt in Graz

Letztes Wochenende begann in Graz im Hotel Novapark bei besten Spielbedingungen die Bundesliga der Saison 2004/05 mit einer Trippelrunde. Die Bundesliga ist heuer besonders stark besetzt: 45 Großmeister, 35 internationale Meister und 30 Fidemeister aus 17 Nationen sind aufgestellt.

Nachdem Gleisdorf und Melk die höchste Liga wegen finanzieller Probleme verlassen haben, sind die Absteiger Austria Graz und Sparkasse Schwarzach oben geblieben. Während die Grazer wieder mit der „Roten Laterne“ konfrontiert sind (Letzter nach 3 Runden), übernahmen die Salzburger (verstärkt mit IM Lendwai) die Führung. Aber die große Überraschung lieferte der Aufsteiger - SK Donau Schach Mattes. Mit zwei Siegen und einem Unentschieden katapultierte sich die Wiener Mannschaft gleich auf den dritten Platz. Sonst ist die Liga sehr ausgeglichen: den vierten bis zum neunten Platz trennen nur ein Punkt.

Zwischenstand nach 3 Runden:

Weiß: Shchekachev, A. (2555)
Schwarz: Sermek, D. (2547)
Anmerkung: GM I. Balinov

1.c4 c5 2.Sf3 g6 3.e4 Lg7 4.d4 Da5+ 4...cxd4 5.Sxd4 Sc6 6.Le3 Sf6 7.Sc3 wäre die Marozci Variante. Gespielt wird auch 4...Sc6 5.d5 Sd4 6.Sxd4 cxd4.

5.Sc3 d6 6.d5 Praktisch erzwungen. Auf 6.Le2 folgt 6...Sc6.

6...Lxc3+ Die ganze Variante ist mit folgender Idee verbunden: Schwarz trennt sich von seinem schwarzfeldrigen Läufer und erhält dafür einen Bauern.

7.bxc3 Sf6 Mit 7...Dxc3+ 8.Ld2 gewinnt Schwarz den falschen Bauern. Nun wird der schwarze Läufer auf der a1–h8 Diagonale mächtig herrschen.

8.Dc2 Sxe4 9.Ld3 Sf6 Der c3 Bauer ist giftig: 9...Sxc3 10.Ld2 oder 9...Dxc3+ 10.Dxc3 Sxc3 11.Lb2 kostet eine Figur.

10.0–0 0–0 10...Lg4 kommt dem Anziehende nur entgegen: 11.Sh4.

11.Lg5 Kg7 Andrei Shchekachev zeigte mir seine Partie und erzählte, dass der stärkste Plan für Weiß zum ersten Mal in der folgenden Begegnung demonstriert wurde: 11...Sbd7 12.Tae1 Te8 13.Sh4 Kg7? (13...b5!? hatte der Russe in einer Aktivschach Partie am Brett) 14.f4 b5 15.f5 Da4 16.Df2 Sg4 17.Df4 Sge5 18.f6+ Kg8 19.fxe7 bxc4 20.Txe5 Sxe5 21.Df6 1–0, Ribli-Fogarasi, HUN-chT 2000.

12.Tae1 Dd8 13.Sh4! Nach dem bekannten Muster.

13...Sg8 14.f4 b5 Schwarz sucht Gegenspiel. Die Versuche am Königsflügel scheitern: 14...h6 15.Lxg6 hxg5 16.Lxf7 gxh4 (16...Txf7 17.Dg6+ Kf8 18.fxg5 De8 19.Dh7) 17.Dg6+ Kh8 18.f5 nebst Te4 oder Tf4. Oder 14...f5 15.g4 h6 (15...fxg4 16.Lxg6) 16.gxf5 hxg5 17.fxg5 (17.Sxg6 g4 18.Dg2 Sf6 19.Sxf8 Kxf8 wäre nicht so klar.) 17...gxf5 18.Te6! (18.Lxf5 e6! unklar) 18...Lxe6 19.dxe6 Sc6 20.Sxf5+ Txf5 (20...Kh8 21.Df2) 21.Txf5 Se5 22.Dg2 De8 (22...Sxd3 23.Tf7+ Kg6 24.De4+ Kh5 25.Th7+ Kxg5 26.h4+ Kf6 27.Tf7#) 23.Txe5 dxe5 24.Dh3.

15.f5! f6 16.fxg6! Sogar das ruhige 16.Le3 verspricht Vorteil.

16...fxg5 17.Txf8 17.Tf7+ gewinnt auch: 17...Txf7 18.gxf7 Kxf7 (18...Sf6 19.Lxh7 Sxh7 20.Dg6+ Kh8 21.Txe7) 19.Lxh7 Ke8 20.Dg6+ Kd7 21.Dxg5 Sf6 22.Sf5.

17...Dxf8 18.gxh7 gxh4 18...Sf6 19.Sg6

19.hxg8D+ Kxg8 20.Lh7+ Kh8 21.Dg6 Sd7 21...Dg7 22.De8+ Kxh7 23.Txe7 kostet viel Material.

22.Txe7!

22...Se5 23.Dg5! Sg4 Kaum zu glauben! Schwarz stellt auch eine Mattdrohung auf! Das Endspiel nach 23...Sf7 24.Df6+ Dg7 25.Dxf7 Dxf7 26.Txf7 sollte leicht gewonnen sein.

24.Ld3! Schöner Zug: Deckt das Matt auf f1 und droht selbst Matt ! 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog