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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4268 vom 18.12.2004, Kategorie Kolumne

Adventopen beim SK Tschaturanga

Einer der besten Schachadressen in Wien: die Pizerria Topolino in der Adalbert Stifter Strasse 69-71 im 20 Bezirk. Das Klublokal des SK Tschaturanga war am 11. und 12. Dezember Arena des ersten Aktivschach-Opens. Um den Preisfond von über 2.000 Euro und zahlreiche Schachbuch-Sachpreise und Köstlichkeiten der Sponsorfirma „United Chocolates“, kämpften 55 Teilnehmer, darunter 4 GMs, 8 IMs und 5 FMs. 

Die Entscheidung fiel in der letzten Runde, wo die beiden Führenden, der deutsche IM Stefan Löffler und ich aufeinander trafen. Die Spannung dauerte aber nur kurz: Gleich nach der Eröffnung, in ausgewogener Stellung, griff ich eine falsche Figur an. Das bedeutete Figurenverlust und damit ging der Turniersieg an den in Wien lebenden Journalisten. Die Sensation des Turniers lieferte der 14 jährige Paul Pachta: 5. Platz mit 8 Punkten und Siegen gegen FM Kilgus, FM Hebesberger, FM Kummer, IM Shengelia und IM Jakubovic. Das Open, perfekt geführt von Wolfgang Schwaninger und Gregor Kleiser, ist eine wichtige Bereicherung für das Wiener Schachleben. Die zweite Auflage für 2005 ist schon in Planung.

Endstand nach 11 Runden:

Weiß: Balinov, I. (2395)
Schwarz: Horvath, J. (2524)
Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 5.Sc3 Dc7 6.Le2 a6 7.0–0 Sf6 8.Le3 d6 8...Lb4 wäre im Paulsen-System die Taimanow Variante.

9.f4 Le7 Die Grundstellung im Scheweningen-System.

10.De1 Die andere Hauptfortsetzung ist 10.a4.

10...0–0 11.Dg3 Sxd4 12.Lxd4 b5 13.a3 Lb7 14.Tae1 Tad8 Objekt der Analysen in den 70-er und Anfang der 80-er Jahre war die Position, die nach 14...Lc6 15.Kh1 Db7 16.Ld3 b4 17.axb4 (17.Sd1 ist eine relativ neue Idee von Shirov.) 17...Dxb4 18.Se2 Db7 19.e5 Sh5 20.Dh3 g6 entsteht. Schwarz sollte Gleichgewicht haben.

15.Kh1 Td7 16.Ld3 Te8 17.Dh3 Bei der Betriebsliga 1999 gegen Joseph konnte ich mit dem Zug 17.Sd1 keinen Vorteil erreichen: 17...Dd8 18.Sf2 Sh5 19.Dg4 g6 20.Lc3 e5! Balinov-Joseph Horvath.

17...e5 18.Lf2! Mit der Idee Lf2-h4. In der Partie 18.Le3 Ld8 19.fxe5 dxe5 20.Lg5 Td6 21.Lxf6 Lxf6 22.a4 bxa4 23.Sxa4 Lg5 24.b3 Lf4 25.g3 Lh6 26.Sb2 Kh8 27.Sc4 Td4 hatte Schwarz keine Probleme. Fogarasi-Ribli, HUN chT 1998.

18...exf4 19.Ld4! Der Läufer genießt die große Diagonale! Es droht e4-e5.

19...g6 20.Txf4 Sh5 21.Tf5!

Die gleiche Idee hatte ich bei Währinger Open 2001 gegen IM Fogarasi! Die Ungarn sind Spezialisten im Scheweningen-System - beginnend mit Portisch, Ribli, Sax, Adorjan. Der Unterschied war nur, dass statt Te8 Lc6 gezogen wurde.

21...f6 Schwarz ist verloren: 21...Sg7 22.Lxg7 gxf5 (22...Kxg7 23.Txf7+ Kxf7 24.Dxh7+ Ke6 25.Dxg6+ Lf6 26.Dxe8+) 23.exf5 Kxg7 24.f6+ Lxf6 25.Txe8 oder 21...gxf5 22.Dxh5 Ld8 23.Te3 Te5 24.exf5 Lf6 25.Lxe5 dxe5 26.Dh6 Lg7 27.Tg3 f6 28.Dxf6 Kh8 29.Dg5

22.Txh5 gxh5 23.De6+ Kg7 Andere Züge ändern nichts: 23...Kf8 24.Sd5 Lxd5 25.exd5; 23...Kh8 24.Sd5 Lxd5 25.exd5 Tf8 26.Lf5 Tdd8 27.Dxe7.

24.Sd5 Dd8 24...Lxd5 25.exd5 Th8 26.Lf5.

25.Sf4 Am schnellsten wäre vielleicht 25.Df5.

25...Kh8 26.Sxh5 Lf8!? Witzige und einzige Verteidigung. Reicht aber nicht.

27.Lxf6+ Lg7 28.Dh3 Lxf6 29.Sxf6 Dxf6 30.Dxd7 De7 31.Dh3 Weiß hat zwei Bauern mehr. Die Realisation ist nur eine Frage der Zeit.

31...Tg8 32.c3 De5 33.De3 d5 34.exd5 Dxe3 35.Txe3 Lxd5 36.Lf1 Td8 37.Kg1 Kg7 38.Td3 Td7 39.Le2 Te7 40.Kf2 Lc4 41.Tg3+ Kf6 42.Lxc4 bxc4 43.Tg4 Tb7 44.Txc4 Txb2+ 45.Kf3 a5 46.Tc6+ Kg7 47.a4 Ta2 48.Tc4 h6 49.h3 Kg6 50.g4 Ta1 51.h4 Tf1+ 52.Ke4 Th1 53.Tc6+ Kg7 54.h5 Tg1 55.Tg6+ Kh7 56.c4 Ta1 57.c5 Txa4+ 58.Kd5 Ta1 59.c6 Td1+ 59...Tc1 60.Td6 Kg7 (60...a4 61.Td7+ Kg8 62.c7) 61.Ke6 a4 62.Td7+ Kg8 63.c7

60.Ke6 Tc1 61.Kd7 a4 62.c7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog