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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4285 vom 29.01.2005, Kategorie Kolumne

Wijk aan Zee

Jedes Jahr um diese Zeit versammelt sich die Schachelite im kleinen Städtchen nördlich von Amsterdam - Wijk aan Zee. Hier werden 3 GM-Rundenturniere mit jeweils 14 Teilnehmern ausgetragen. In der A-Gruppe liegt der Eloschnitt bei 2721(!). Die Nummer 1 der Welt Gary Kasparov fehlt bedauerlicherweise wegen des versprochenen FIDE-Wettkampf gegen Kasimdzhanov, der aber nun doch nicht stattfinden wird. In der B-Gruppe spielen Jungstars wie Karjakin, Carlson, die Weltmeisterin Stefanova sowie die Europameisterin Kosteniuk.

Der Hauptwettbewerb verlief bis jetzt recht ausgeglichen. In der 10. Runde übernahm Leko die alleinige Führung, nachdem er eine Verluststellung gegen Morozevich mit Glück rettete und Topalov eine überlegene Position gegen Polgar in ein paar Zügen völlig unerklärlich ruinierte. Es führt also Leko mit 6½ aus 10 vor Anand, Adams und Topalov mit je 6 Punkten. Im B-Turnier dominiert das junge Duo Mamedyarov und Karjakin klar.

Bruzon (2652) - Topalov (2757)

30.Td2 Sxh3! 31.Dc7 31.Lxh3 Dg3+ 32.Kh1 Dxh3+

31...Td6 32.Sc2 Dg3+ 33.Kh1 Th6! 33...Th6 34.Dxg3 Sxg3+ 35.Kh2 Sxf1+ 36.Lxf1 Txf1 0–1

Ponomariov (2700) - Kramnik (2754)

24...h5 25.Txh5!? Logische Folge der weißen Strategie.

25...gxh5 26.Dxh5 Te6! 27.Dh7+ Kf8 28.Tg1 Tg6 29.Txg6 fxg6 30.f5 Dg5 31.Sf4! Se7 Aber nicht 31...Dxf4?? wegen 32.Dg8+

32.Sxg6+ Ke8 32...Sxg6 verliert forciert nach 33.Dg8+: 33...Ke7 34.Sd5+ Kd7 35.Dxg7+ Ke8 36.Sf6+ Kd8 37.Dg8+ Kc7 38.Df7+

33.Sd5 Dg1+ 34.Kd2 Dg5+ 35.Ke1 Lf6 Kramnik versucht weiter zu spielen.

36.Sgxe7 Lxe7 37.Dh8+ Kd7 38.f6 Dg3+ 39.Ke2 Dg2+ 40.Ke3 Dg3+ 41.Ke2 Dg4+ 42.Kf2 Ld8 und noch ein Versuch!

43.Lf1 Kc6 44.Dxd8 Dh4+ 45.Kg1 Dg3+ aber jetzt muss er sich mit dem Dauerschach zufrieden geben. ½–½

Morozevich (2741) – Bruzon (2652)

53.a6 Morozevich hat reelle Chancen, in diesem Endspiel seinen ersten Sieg im Turnier zu feiern.

53...h4 54.Dd6+ Kf7 55.Df4+ Erster Hauch der falschen Richtung. Die Gewinnfortsetzung lautete: 55.Dd7+ Kg8 56.De8+ Kg7 57.De7+ Kg8 58.Dxh4 De3 59.Dd8+ Kf7 60.Dc7+ Kf8 61.h4! Dg1+ 62.Kh3

55...Kg7 56.Dxh4?? Blackout?! Morozevich konnte die Gewinnstellung immer noch erreichen: 56.Dc7+ Kg8 57.Dd8+ Kf7 58.Dd7+ Kg8 59.De8+ Kg7 60.De7+ Kg8 61.Dxh4 De3 62.Dd8+ Kf7 63.Dc7+ Kg8 64.h4

56...De3 Weiß verliert eine Figur!

57.Lf2 57.Lb8 Dg1+ 58.Kg3 Lf2+ kostet schon die Dame.

57...Dxf2 58.Dxf2 Lxf2 59.g3 Kf6 Der Rest ist einfach.

60.Kg2 La7 61.Kf3 Ke5 62.Ke2 Ke4 63.h4 Lb6 64.g4 Kf4 65.h5 gxh5 66.gxh5 Kg5 67.Kd3 Kxh5 68.Ke4 c5 69.Kd5 La7 0–1

Kramnik (2754) - Svidler (2735)

13...dxe5 14.Lg5 h6 Kramnik spielte sehr schnell, was auf eine Hausvariante hinweist. Die Stellung nach 14...exd4 15.e5 Da5 16.cxd4 wäre sehr gefährlich für Schwarz.

15.Lh4 exd4 Auch hier ist es riskant, die Figur anzunehmen: 15...Db6 16.Tab1 Dc5 17.Kh1 exd4 18.cxd4

16.e5 dxc3 Svidler traut sich auch hier nicht, mit 16...g5 17.Txf6 (17.exf6 gxh4) 17...gxh4 18.cxd4 Material zu gewinnen. Und er ist sicher nicht der Einzige!

17.Dxd8+ Kxd8 18.exf6 g5 19.Lg3 Le6 20.Tac1 Lxc4?? Svidler dachte sich vielleicht: "Das Schlimmste ist hinter mir!" und wurde unachtsam! Mit 20...Kd7 konnte Schwarz laut Kramnik Ausgleich erreichen.

21.Tfe1 Auf einmal hängen dunkle Wolken über dem schwarzen König!

21...Kd7 Nach 21...Le6 22.Txc3 Tc8 23.Td1+ Ke8 24.Tcd3 nebst Lc7 kann Schwarz aufgeben!

22.Te7+ Kc6 23.Tc7+ Kd5 24.Td1+ und der Läufer ist weg!

24...Ke6 25.Txc4 Tac8 26.Lc7 Kxf6 27.Txc3 The8 28.Tf3+ 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog