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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4302 vom 19.03.2005, Kategorie Kolumne

Kasparov verlässt die Schachbühne!

Gleich nach dem Sieg in Linares gab Gary Kasparov bei der Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt. Die Nummer 1 der Welt (seit mehr als 20 Jahren) und wahrscheinlich der stärkste Spieler aller Zeiten tritt vom Profischach zurück. Diese schwere, aber gut überlegte Entscheidung argumentierte der Ex-Weltmeister in erster Linie mit der Aussichtlosigkeit, ein Match um den Weltmeistertitel zu bekommen: Kramnik weigerte sich, eine Revanche zu geben, die Kämpfe unter der Egide der FIDE gegen Ponomariov und zuletzt gegen Kasimdzhanov scheiterten. Kasparovs große Enttäuschung war nicht zu überhören. Ja, er würde weiter Schach spielen, aber nur Schnell- und Blitzschach und ausschließlich zum Spaß. Seine Zukunft sieht er in der Politik, als erklärter Gegner des russischen Präsidenten Putin.

Dieses Jahr im Herbst wird sein neues Buch „How life imitates chess“ erscheinen, in dem es um die Kunst des Denkens geht. Für alle, die ihn mögen oder auch nicht mögen. Eines ist klar: Das Vakuum, das dieses Genie hinterlässt, wird nicht zu füllen sein! Zumindest nicht in der unmittelbaren Zukunft.

Neues aus der Bundesliga

Die 2. Bundesliga West ist vor zwei Wochen zu Ende gegangen. Hier setzte sich SK Hohenems 2 mit 38 Punkten durch, steigt aber nur dann in die 1. Bundesliga auf, wenn dort Hohenems 1 absteigt. Viel wahrscheinlicher ist allerdings der Aufstieg des Zweitplatzierten SK Götzis in die 1. Bundesliga.

In der 2. Bundesliga West führt Kleine Zeitung Maria Saal zwei Runden vor Schluss mit 6 Punkten Vorsprung und steht praktisch schon als Aufsteiger in die 1. Bundesliga fest.

Am spannendsten ist es in der 2. Bundesliga Ost. Hier läuft ein Kopf an Kopf rennen zwischen ASVÖ Wulkaprodersdorf und SK Baden (beide habe 31½ Punkte), wobei die Burgenländer die bessere Zweitwertung und die leichtere Auslosung in den letzten beiden Runden haben.

Heute eine Partie aus der 2. Bundesliga Ost:

Weiß: Sommerbauer (2419)
Schwarz: Videki (2414)
Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 4.Le3 c6 5.Sf3 Lg7 6.Dd2 Dieses System ist gegen die Pirc-Ufimcev Verteidigung zur Zeit ziemlich populär.

6...b5 7.Ld3 0-0 8.h3 Sbd7 9.0-0 e5 10.dxe5 dxe5 11.a4 b4 12.Se2 c5 Weiß erlangte einen kleinen Vorteil in der Partie: 12...De7 13.c3 c5 14.cxb4 cxb4 15.Tac1 Td8 16.Sg3 Sb6 17.Lc5 De6 18.Sg5 De8 19.De2 h6 20.Sf3 Sxa4 21.Lxb4 Naiditsch-Chatalbashev, EU-ch Antalya 2004.

13.c3 a5 Auch in der folgenden Partie hatte Schwarz Probleme: 13...Lb7 14.cxb4 cxb4 15.Dxb4 Tb8 16.Da3 Lxe4 17.Lxe4 Sxe4 18.Lxa7 Tb7 19.Le3 Db8 20.Sc3 Tb3 21.De7 Sxc3 22.bxc3 Sb6 23.Tfd1 Akopian-Azmaiparashvili, Olympiade Bled 2002. 13...De7 verdient Beachtung.

14.cxb4 cxb4 15.Tfd1 Lb7 Die Alternative war 15...De7 16.Tac1 Td8 17.Lb5 (17.Tc7 Se8) 17...La6 18.Lxa6 Txa6 19.Tc7 De8.

16.Lb5 Db8 Auf 16...De7 folgt 17.Tac1.

17.Sg3 Td8 17...La6 war notwendig. Z.B. 18.Lc6 (18.Lxd7 Td8) 18...Lb7 19.Tac1 Lxc6 20.Txc6 Tc8 21.Dc2 Db7 22.Tc1 Txc6 23.Dxc6 Dxc6 24.Txc6 Kf8 mit guten Ausgleichchancen.

18.Lc4 Te8 19.Sg5 Te7 20.Tac1 h6? Ein Einladungszug! Notwendig war 20...Df8 und nach 21.Sxf7 Txf7 22.Dxd7 Sxd7 23.Txd7 Tc8 24.Txf7 Dxf7 25.Lxf7+ Kxf7 26.Txc8 Lxc8 wäre das Läuferpaar eine gewisse Kompensation für den Minusbauern.

21.Sxf7! Txf7 22.Dxd7!

22...Sxd7 23.Txd7 Kh7 Oder 23...Kh8 24.Lxf7 Ta6 25.Te7.

24.Lxf7 Ta6 25.Tcc7 Lc8 26.Lg8+! 26.Lg8+ Kxg8 (26...Kh8 27.Txg7) 27.Txg7+ Kh8 28.Th7+ Kg8 29.Tcg7+ Kf8 30.Lxh6 und matt. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog