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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 433 vom 26.09.1997, Kategorie Kolumne

4. Karl Wagner-Gedenkturnier - Partiennachlese (26. September 1997)

Vom gut besetzten "Grazer Open", über das wir Sie an dieser Stelle bereits in der Vorwoche ausführlich informierten, haben wir für unsere Leser zwei Partien des Siegertrios vorbereitet.

GM Wladimir Burmakin (10 kb)

Bild: GM Wladimir Burmakin

Weiß: GM W. Burmakin

Schwarz: GM W. Baklan

Benoni [A43]

Anm I. Balinov

1. d4 Sf6 2. Sf3 c5 3. d5 d6 4. Sc3. Eine kleine Feinheit, Weiß beabsichtigt das Feld "c4" mit einer Figur zu besetzen.

4. ... Da5?. Dieser frühzeitige Damenausfall bewährt sich nicht. Üblich ist statt dessen 4. ... g6 .

5. Ld2 b5 6. Se4 Db6 7. Sxf6+ exf6 8. e4 Le7. 8. ... f5? verbietet sich wegen 9. exf5 Lxf5 10. De2+ Le7 11. Dxb5+ und Weiß steht auf Gewinn. 9. c3 f5. Nach 9. ... 0-0 10. Ld3 wäre der notwendige Gegenstoß f6-f5 nicht mehr leicht durchzusetzen.

10. exf5 Lxf5 11. a4! bxa4. 11. ... b4 gäbe dem Anziehenden nach 12. cxb4 cxb4 13. Lb5+ Ld7 (Nicht besser ist 13. ... Sd7 14. Le3 Da5 15. Sd4) 14. De2 0-0? 15. Dxe7 Te8 16. Dxe8+ Lxe8 17. Lxe8 entscheidenden Vorteil.

12. Dxa4+ Ld7. Auf 12. ... Sd7 folgt sehr stark 13. Lb5 Td8 (Mit 13. ... a6 14. 0-0 Ta7 15. Tfe1 und Weiß hat erdrückenden Vorteil, kommt Schwarz vom Regen in die Traufe.) 14. c4 mit der Doppeldrohung Ld2-a5 und Da4xa7.

13. Dc2 0-0 14. Ld3 h6. 14. ... g6 böte Weiß nach 15. h4 eine Angriffszacke.

15. 0-0 Lf6. Etwas besser als die Partiefortsetzung war 15. ... Lg4 16. Se1 Sd7 17. h3 Lh5 18. g4 Lg6 19. Lxg6 fxg6 20. Dxg6 Se5 21. Dc2.

16. Lf4?. Mit der Absicht Sf3-d2-c4, doch ist dieser Plan etwas langatmig. 16. ... Dc7 17. Sd2 Lg5?! 18. Lxg5 hxg5 19. f4! g4. Nicht 19. ... gxf4? wegen 20. Txf4 und der weiße Angriff nimmt Konturen an.

20. f5!. Droht f5-f6.

20. ... f6 21. Tf4. Weiß steht überlegen.

21. ... Le8 22. Txg4 Sd7 23. Sc4! Lf7 24. Dd2! Sb6. Nach 24. ... Lxd5 25. Lf1 Lc6 26. Dxd6 Dxd6 27. Sxd6 würde sich der weiße Vorteil weiter verdichten.

25. Sxb6 axb6 26. Txa8 Txa8.

Diagramm (11kb)

27. Dh6 Lxd5 28. Dxf6 Ta1+ 29. Kf2 c4!? 30. Le4. 30. Lc2 beantwortet Schwarz mit 30. ... Tc1, während auf 30. Le2 Tb1 folgt.

30. ... Ta5. 30. ... Lxe4 verbot sich wegen 31. De6+ Kf8 32. Txe4 und Weiß hat entscheidenden Vorteil.

31. Lxd5+ Txd5 32. De6+ Df7 33. Dc8+! Df8 34. Dxf8+ Kxf8 35. Txc4 Td2+ 36. Kf3 Txb2 37. Td4?. Zeitnot, wesentlich rascher gewann 37. Tc7!.

37. ... Tb3 38. Td3 b5 39. Ke3. Weiß steht überlegen.

39. ... Ke7 40. g4 b4 41. cxb4 Txb4 42. Kf3 Ta4 43. h4 Tc4 44. Kg3 Ta4 45. h5 Tb4 46. Kh4 Tc4 47. Kg5 Ta4 48. Te3+ Kf7 49. Te6! d5 50. h6 gxh6+ 51. Txh6. Die Würfel sind gefallen. Es folgte noch 51. ... Te4 52. Th7+ Ke8 53. f6 d4 54. Kf5 Te2 55. Kg6 Tf2 56. Th8+ und Schwarz strich die Segel.

GM Wereslaw Einhorn (10 kb)

Bild: GM Wereslaw Einhorn

Weiß: GM W. Einhorn

Schwarz: FM S. Baumegger

Slawisches Damengambit/Réti [A11]

Anm. I. Balinov

1. c4 c6 2. Sf3 d5 3. e3 Sf6 4. Sc3 e6. Falls 4. ... Sbd7, so nicht 5. d4 e6 mit Übergang zur Partiefortsetzung, sondern stärker 5. cxd5! cxd5 6. d4, worauf sich Schwarz mit einem für ihn ungüstigen Abspiel der Abtauschvariante in der Slawischen Verteidigung vorliebnehmen muß, da hier der Springer auf "d7" gegenüber der Hauptvariante, in der er sich "c6" befindet, mit einer ungünstigeren Springerstellung vorliebnehmen muß.

5. b3 Sbd7 6. Dc2 Ld6 7. Le2 0-0 8. Lb2 Te8. Verfrüht wäre 8. ... e5? 9. cxd5 cxd5 10. Sb5 Lb8 11. Tc1 nebst Sb5-c7.

9. 0-0 De7. Günstig für Weiß wäre 9. ... a6 10. d4 e5 11. cxd5 cxd5 12. dxe5 Sxe5 13. Tfd1.

10. Tfd1 a6. Schwarz versäumt es, mit dem thematischen Gegenstoß 10. ... e5!? 11. cxd5 Sxd5 12. d3 S7f6 völligen Gleichstand herzustellen.

11. d4 dxc4 12. bxc4. Möglich war auch 12. Lxc4.

12. ... e5 13. c5! Lc7 14. dxe5 Sxe5 15. Sa4 Seg4. Auf 15. ... Lg4 folgt 16. Sxe5 Lxe5 17. Lxg4 Sxg4 18. h3 Lxb2 19. Dxb2 Se5 20. Td4, worauf das weiße Spiel aufgrund der Herrschaft über die d-Linie und der Schwäche "b7" klar vorzuziehen wäre.

16. Ld3. Bereitet h2-h3 vor, was sofort an 16. ... Sxe3 17. fxe3 Dxe3+ 18. Kf1 Se4 und Schwarz gewinnt, scheiterte.

16. ... Se4. Sonst muß der Rappe auf g4 nach h2-h3 zurückweichen.

17. Lxe4 Dxe4 18. Dxe4 Txe4 19. Sb6 Tb8?. Etwas besser, doch ebenfalls vorteilhaft für Weiß war 19. ... Lxb6 20. cxb6 Te8 21. h3 Sh6 22. Se5 mit der Idee Se5-d7-c5 bzw. Se5-c4-d6.

20. h3 Sf6.

Diagramm (11kb)

21. Le5! Se8. Die einzige Verteidigung.

22. Lxc7 Sxc7 23. Tab1 Te8. Nicht besser war 23. ... Le6 24. Sg5 Te5 25. Sxe6 Txe6 26. Sd7 Tc8 (26. ... Td8 27. Sf6+) 27. Txb7 und Weiß gewinnt.

24. Sxc8 Texc8 25. Se5 Sd5 26. Sd7 Sc3 27. Sxb8 Sxd1. Ebenso verliert 27. ... Txb8 28. Txb7 bzw. 27. ... Sxb1 28. Sxc6 Sc3 29. Td3 (Unklar war hingegen 29. Se7+ Kf8 30. Sxc8 Sxd1 31. Sd6 Sc3 32. a3 Sb1 33. a4 Sc3 34. a5 Ke7 35. Sxb7 Kd7) 29. ... bxc6 30. Txc3 Kf8 31. Ta3 Ta8 32. Tb3.

28. Txb7 und Schwarz gab auf.


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